Verblüffende Verteidigung: Gecko überlässt Angreifern die eigene Haut

Verblüffende Verteidigung: Gecko überlässt Angreifern die eigene Haut

, aktualisiert 07. Februar 2017, 13:10 Uhr
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Möglicherweise erleichtern die großen Schuppen durch Hebelwirkung das schnelle Ablösen der Haut.

Quelle:Handelsblatt Online

Wenn Fressfeinde angreifen, geht es meist darum, die eigene Haut zu retten. Nicht so bei dieser neu entdeckten Gecko-Art: Sie trennt sich leichten Herzens vom eigenen Schuppenkleid. Forscher bringt das zur Verzweiflung.

MadagaskarGeckos auf Madagaskar können bei einem Angriff blitzschnell ihre gesamte Haut abstreifen. Der Angreifer bleibe mit einem Maul voller Schuppen zurück, berichten Forscher im Journal PeerJ.

Von vielen Eidechsen ist bekannt, dass sie ihren Schwanz abwerfen können, um Fressfeinde abzulenken und Zeit für die Flucht zu gewinnen. Der abgeworfene Körperteil wächst später wieder nach. Die jüngst entdeckten Geckos haben dagegen ein Schuppenkleid, das nur an einigen Stellen am Körper anhaftet, so dass sich die Haut besonders leicht ablöst.

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Die besondere Eigenheit machte es schwierig, überhaupt einiger Exemplare der neuen Art habhaft zu werden: Man habe die Tiere einfangen müssen, ohne sie zu berühren, erklärt Markus Scherz von der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Früher hätten Wissenschaftler mit Wattebäuschen versucht, solche Fischschuppen-Geckos zu fangen. Doch selbst beim Kontakt mit der weichen Watte hätten diese sich gehäutet. Für die aktuelle Untersuchung lockten die Forscher die Tiere deshalb in Plastiktüten.

Die im Ankara-Reservat im Nordwesten Madagaskars gefundene Gecko-Art erhielt den Namen Geckolepis megalepis. Die Tiere hätten die größten Schuppen, die man bei Geckos bislang entdeckt habe, berichten die Wissenschaftler. Sie vermuten, dass die großen Schuppen sich durch Hebelwirkung sogar noch leichter vom Körper lösen als bei verwandten Arten.


Artenbestimmung wird zum Albtraum

Auch die Bestimmung der Tiere sei schwierig gewesen, weil sich viele der Arten sehr ähnlich sähen, erklärt Scherz. Eigentlich bestimme man sie anhand der Struktur und der Lage der Schuppen – doch da die Tiere sich ständig gehäutet hätten, sei das kaum möglich gewesen.

„Es ist ein Albtraum, Fischschuppengeckos zu bestimmen“, so der Forscher. Die Wissenschaftler durchleuchteten die Tiere schließlich via Mikro-Computertomografie (CT), um sie anhand ihres Körperbaus zu identifizieren.

Beeindruckend bei Fischschuppen-Geckos ist auch die Geschwindigkeit, mit der die Schuppen nachwachsen: Es dauert nur wenige Wochen, bis der Körper der Tiere wieder komplett bedeckt ist. Und es bleiben keine Narben zurück, obwohl zusammen mit den Schuppen auch ein Teil der Haut abreißt.

Wie es den Tieren gelingt, so schnell zu regenerieren, ist noch nicht bekannt. Diese Frage ist besonders für die Medizin interessant: Möglicherweise ließen sich mit darauf basierenden Ansätzen Heilungsprozesse beim Menschen verbessern und beschleunigen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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