Verbraucherschützer warnen: Allergieauslöser in "Sensitiv"-Produkten

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Verbraucherschützer warnen: Allergieauslöser in "Sensitiv"-Produkten

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Verbraucher sollten Produkte mit Werbeaufdrucken wie "für sensible Haut" trotzdem kritisch betrachten.

von Jana Reiblein

Empfindliche Haut braucht sanfte Pflege. Die sollten "Sensitiv"-Produkte eigentlich bieten. Doch in vielen angeblich gut verträglichen Kosmetika finden sich Stoffe, die die Haut reizen und Allergien auslösen können.

Sanfte Pflege und milde Reinigung - das erwarten Kunden mit empfindlicher Haut, wenn sie nach einem Körperpflege-Produkt greifen, das als "sensitiv" angepriesen wird. Doch dieser Begriff führt leider oft in die Irre. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 16 Produkte untersucht, die mit dem Prädikat "sensitiv" werben - und fand Inhaltsstoffe, die zu Unverträglichkeiten und Allergien führen können.

Ob Creme, Hautlotion oder Shampoo - man sollte sich die Inhaltsangaben auf der Verpackung ganz genau durchlesen. Denn viele Produkte die damit werben, besonders für sensible Haut geeignet zu sein, enthalten trotzdem Duft- und Konservierungsstoffe, die nach Ansicht der Verbraucherschützer dort nichts zu suchen haben. Dabei war es unerheblich, ob die Kosmetika aus dem Drogeriemarkt, vom Discounter oder aus der Apotheke stammten.

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In der Stichprobe stellten die Experten fest, dass zehn der 16 untersuchten Körperpflege-Produkte Methylisothiazolinon (MI) enthielten. Dabei handelt es sich um einen Konservierungsstoff, der nachweislich Allergien auslösen kann. Er wird nicht nur in Hygieneartikeln und Kosmetika eingesetzt, sondern findet sich auch in Wasch- und Reinigungsmitteln. So gelangt unsere Haut damit über Hautcreme, Shampoo oder Kleidung besonders eng und oft in Berührung. Die Folge: Die Häufigkeit von Kontaktallergien nimmt zu. In zwei Produkten, einem Shampoo und einem Rasierschaum, fand sich zusätzlich zu MI die abgewandelte Form Chlormethylisothiazolinon (MCI), so dass das Allergen gleich im Doppelpack wirkt.

In drei Produkten wurde der künstliche Duftstoff Maiglöckchen gefunden. Er versteckt sich in der Inhaltsstoffliste unter dem Kürzel HICC und zählt zu den allergieauslösenden Duftstoffen, die zu Juckreiz führen können. In einem als "sensitiv" beworbenen Shampoo fand sich die hautreizende Substanz Natriumlaurylsulfat. Dabei handelt es sich um eine sogenannte waschaktive Substanz, die für die reinigende Wirkung zugesetzt wird; sie findet sich zum Beispiel auch in Zahnpasta. Natriumlaurylsulfat lässt jedoch die Haut aufquellen und macht sie so anfälliger für Verletzungen. Aufgrund seiner allergieauslösenden und hautreizenden Eigenschaften ist der Einsatz des Stoffes in Kosmetika seit langem umstritten.

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Die Verbraucherschützer fordern, dass Begriffe wie "sensitiv", "für empfindliche Haut" oder "für trockene und sensible Haut" und ähnliche Formulierungen nur verwendet werden dürfen, wenn in den Produkten auch keine hautreizenden und allergieauslösenden Substanzen eingesetzt werden. Sämtliche Konservierungsstoffe sollten verpflichtend gekennzeichnet werden.

Die Verbraucherzentrale hat eine Liste der 16 untersuchten Produkte und kritischen Zusatzstoffe veröffentlicht, die hier als PDF eingesehen werden kann. Um bei Beipackzettelchen und Inhaltsangaben besser durchzusteigen, findet sich bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft eine Übersichtsliste der häufigsten Kontakt-Allergene.

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