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Verkehr: Kranken-Wagen

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Das Fahrzeug von Morgen könnte den Routinebesuch beim Arzt ersetzen - indem es den Herzschlag und Blutdruck des Fahrers überwacht und nebenbei noch ein EKG anfertigt.

von Andreas Menn und Jürgen Rees

Das Fahrzeug von morgen überwacht Herzschlag, Blutdruck und Pollenflug. Die Fahrwege warnen Autos bald vor Staus, erzeugen Strom und melden freie Parkplätze.

Autofahren könnte in Zukunft den Routinebesuch beim Arzt ersetzen. Denn ein neuer Sitz in Autos der US-Marke Ford überwacht mit sechs Sensoren den Herzschlag des Autolenkers und fertigt nebenbei noch ein Elektrokardiogramm (EKG) an. Ist das Herz aus dem Takt, alarmiert das Smartphone das nächste Krankenhaus; wird der Fahrer ohnmächtig, fährt der Wagen automatisch an den Straßenrand.

Pim van der Jagt, Chef des Ford-Forschungszentrums in Aachen, weiß, dass solche Systeme gebraucht werden: Studien zeigen, dass Autofahrer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein rund 23 Prozent höheres Risiko haben, einen Verkehrsunfall zu verursachen. Deshalb entwickeln van der Jagt und sein Team einen solchen Sitz.

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Das Problem: Im Auto müssen die Forscher den Herzschlag durch die Kleidung messen, Fahrer lassen sich nicht wie beim normalen EKG verkabeln. "Die Herausforderung ist, dass das System nicht nur funktioniert, wenn der Fahrer Baumwollkleidung trägt, sondern auch mit Textilien aus Polyester oder Wolle", sagt van der Jagt. Doch erste Tests zeigen, dass es klappt.

Ford entwickelt auch Apps, die das bordeigene Kommunikationssystem mit Medizintechnik im Auto verbinden: Am weitesten sind Hilfen für Asthmakranke und Diabetiker. In Kooperation mit dem US-Medizingerätehersteller Medtronic ist ein System entstanden, dass den Blutzuckerspiegel der Insassen per Hautsensor misst und im Armaturenbrett anzeigt. Bei Bedarf kann der Fahrer per Sprachbefehl eine Insulindosis abrufen – etwa für das Kind auf der Rücksitzbank.

Allergiker freuen sich über das intelligente Navigationssystem, das mit einem Pollendienst kommuniziert. Der empfiehlt rechtzeitig, Fenster zu schließen oder die Klimaanlage auf Umluft zu stellen. Die Atemluftanalyse kann anfliegende Erkältungen anzeigen – oder den Alkoholpegel des Fahrers: Ist der zu hoch, verhindert etwa das Volvo-System Alcolock die Weiterfahrt.

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