Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik: Günstige Solarzellen und praktisches Biotech-Werkzeug

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Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik: Diese Start-ups stehen vor dem großen Durchbruch

Günstige Solarzellen und praktisches Biotech-Werkzeug

Energie: Dyesol

Das Pariser Klimaabkommen hat es festgeschrieben: Wir müssen weg von Kohle, Gas und Öl. Das funktioniert nur, wenn die erneuerbaren Energien deutlich billiger werden. Genau das ist das Ziel des australischen Unternehmens Dyesol. Es entwickelt neuartige Solarzellen aus einem spottbilligen Material – den Perowskiten. 2009 haben Forscher diese Mineralien erstmals in Fotovoltaikzellen eingesetzt.

Seitdem ist ihr Wirkungsgrad auf 21 Prozent gestiegen, viel schneller als bei jeder anderen Solarzelle zuvor. Die Kosten für Solarmodule können mit der Technik laut Dyesol um zwei Drittel gegenüber klassischen Zellen aus Silizium sinken – bei vergleichbarer Leistung.

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Quelle: dpa

Das Unternehmen wurde bereits 2004 gegründet, setzt aber erst seit einigen Jahren auf Perowskite. 120 Millionen Dollar Wagniskapital haben die Australier bisher eingesammelt und wollen nun 2016 erstmals ein großflächiges Solarmodul präsentieren. 2017 soll die Pilotfertigung starten, Verhandlungen mit einem Partner in der Türkei laufen. Gelingt der Sprung in den Massenmarkt, dann könnten die Module laut Dyesol Solarstrom für sechs Cent pro Kilowattstunde liefern – preiswerter als die Kilowatts aus neuen Kohlemeilern.

Medizin: Crispr Therapeutics

Gerade hat das Wissenschaftsmagazin „Science“ das Verfahren mit dem sperrigen Namen zum „Durchbruch des Jahres 2015“ gekürt: Crispr-Cas9. „Die Technik wird Forschung und Entwicklung enorm voranbringen“ sagt Emmanuelle Charpentier. Sie ist eine der Entdeckerinnen des extrem praktischen Biotechwerkzeugs, mit dem sich das Erbgut von Pflanzen, Tieren und auch Menschen so einfach wie nie zuvor umschreiben lässt.

Diese Start-ups arbeiten an Crispr-Cas9

  • Start-Ups

    Vier junge Unternehmen arbeiten bereits daran, Anwendungen der neuen Technologie zu vermarkten. Emmanuelle Charpentier veröffentlichte die erste Arbeit über das Genwerkzeug Crispr-Cas9 im März 2011. Der französischen Mikrobiologin war klar: „Das hat Folgen für fast jedes Feld der biologischen Forschung, auch auf die Entwicklung neuer Therapien.“

    Welche vielversprechenden Start-ups Patente besitzen oder angemeldet haben.

  • Caribou Biosciences

    Start: 2011 in Berkeley, USA
    Strategie: Technikentwickler, setzt auf Tiermedizin sowie auf industrielle und grüne Gentechnik
    Gründerin: Jennifer Doudna, Biologin, hat mit Charpentier wichtige Arbeiten zu Crispr-Cas9 veröffentlicht
    Finanzierung: elf Millionen Dollar

  • Editas Medicine

    Start: Ende 2013 in Cambridge, USA
    Strategie: Therapien für genetisch bedingte Erkrankungen
    Gründer: Harvard-Genforscher George Church, Jennifer Doudna, Crispr-Forscher Feng Zhang vom Broad Institute in Cambridge
    Finanzierung: 43 Millionen Dollar

  • Crispr Therapeutics

    Start: April 2014 in Basel, Schweiz
    Strategie: Therapien für genetisch bedingte Erkrankungen
    Gründer: Emmanuelle Charpentier; Craig Mello, Nobelpreisträger aus den USA; Rodger Novak, Ex-Manager des Pharmakonzerns Sanofi
    Finanzierung: 25 Millionen Dollar

  • Intellia Therapeutics

    Start: Ende 2014, Cambridge, USA (Ausgründung aus Caribou)
    Strategie: Genetische Erkrankungen, Krebs-Gentherapie zusammen mit Pharmakonzern Novartis
    Gründer: Caribou-Chefin Rachel Haurwitz, Crispr-Forscher Rodolphe Barrangou
    Finanzierung: 15 Millionen Dollar

Die aus Paris stammende Charpentier ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und hat das Baseler Start-up Crispr Therapeutics 2014 mitgegründet. Das konnte gleich mit 25 Millionen Dollar Startkapital loslegen und zählt bereits nach gut einem Jahr 40 Mitarbeiter. „Wir werden versuchen, genetisch bedingte Krankheiten zu heilen“, erzählt sie. Gut 5000 solcher Leiden sind bekannt.

Crispr Gentechnik

Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Crispr-Methode (zum Vergrößern bitte anklicken)

Vor wenigen Wochen hat die Firma einen 105 Millionen Dollar schweren Deal mit dem US-Biotechunternehmen Vertex unterzeichnet, um Therapien gegen die schwere Erbkrankheit Mukoviszidose, die unter anderem die Lunge zerstört, und gegen fünf weitere Erkrankungen zu entwickeln. Ganz aktuell investiert der Pharmakonzern Bayer aus Leverkusen kräftig in Crispr Therapeutics: Für 35 Millionen erwirbt Bayer Anteile an dem Start-up, 300 weitere Millionen fließen in ein Joint-Venture-Unternehmen, das Therapien gegen Bluterkrankungen, Erblindung und erblich bedingte Herzerkrankungen erforschen soll.

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Auch wenn Crispr Therapeutics selbst daran nicht arbeitet, so erlaubt die präzise Genschere auch, Designerbabys mit einem definierten Erbgut zu schaffen. Die Debatte über diese Anwendung wird sicherlich auch 2016 für Schlagzeilen sorgen.

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