Virus breitet sich aus: Die wichtigsten Antworten zur Ebola-Epidemie

Virus breitet sich aus: Die wichtigsten Antworten zur Ebola-Epidemie

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Aufnahme eines Ebola-Virus.

von Jana Reiblein

Die Ebola-Epidemie gerät außer Kontrolle. Welche Gefahr geht von der Seuche aus?

An Bord eines Flugzeugs wird ein Passagier plötzlich schwer krank. Er bekommt Durchfall, hohes Fieber und erbricht sich, sein Zustand verschlechtert sich dramatisch. Es ist der Stoff, aus dem Katastrophenfilme und Horrorvisionen für Flugreisende und Crew gemacht werden. Vor einigen Wochen wurde er Realität.

Ein 40-jähriger Berater der liberianischen Regierung zeigt an Bord eines Flugs von Liberia nach Nigeria plötzlich Symptome der tödlichen Ebola-Seuche. Nach der Landung wird er sofort in ein Krankenhaus gebracht und unter Quarantäne gestellt. Wenige Tage später stirbt er. Ein Test zeigte: Er hatte sich mit Ebola angesteckt. An allen Flug- und Seehäfen und Grenzübergängen herrscht seitdem Alarmstufe Rot.

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Seit Beginn des Ausbruchs im Frühjahr sind laut offiziellen Angaben mindestens 2000 Menschen gestorben. Einige Antworten auf die drängendsten Fragen zu Ebola.

Die Situation um den jüngsten Ausbruch des Ebolafiebers in Westafrika spitzt sich weiter zu. Vor allem Liberia sowie die angrenzenden Staaten Guinea und Sierra Leone sind von der Seuche betroffen.

Was ist Ebola?
Das Ebola-Virus löst ein hämorrhagisches Fieber aus, das von Blutungen (Hämorrhagien) begleitet wird. Die Symptome sind zunächst unspezifisch und grippeähnlich: Husten, Bauch-, Muskel-, oder Kopfschmerzen. Später kommt es zu Blutungen, Erbrechen, Fieber und Durchfall. Im Endstadium kommt es zu multiplem Organversagen. 60 bis 90 Prozent der Infizierten sterben.

Wie wird Ebola übertragen?
Ansteckend sind alle Körperflüssigkeiten und weiteren Ausscheidungen der Infizierten. Also nicht nur Blut, Urin und Stuhl - sondern auch Speichel, Tränen- und Samenflüssigkeit. "Ebola-Patienten scheiden Millionen bis Milliarden Partikel des Virus in einem Milliliter der jeweiligen Körperflüssigkeit aus", erläutert der Virologe Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Schon ein bis zehn Viren reichen für eine Ansteckung aus. Besonders ansteckend sind Patienten im fortgeschrittenen Stadium, wenn sie Fieber, Erbrechen, Durchfall und Blutungen haben.

Warum gibt es keinen Impfstoff?
Obwohl die Krankheit seit rund 40 Jahren bekannt ist, gibt es bislang keine Impfung. Universitäten und Biotechfirmen in den USA forschen seit längerem an einem Impfstoff gegen den tödlichen Erreger. Bislang kamen sie aber nicht über das Stadium des Tierversuchs hinaus.

Dass es in Deutschland keine Forschung gibt, liegt auch an einem mangelnden Interesse der Pharmaindustrie: Ebola ist selten und vorrangig in sehr armen Ländern anzutreffen. Dicke Gewinne, die die teuren Forschungskosten wettmachen, sind so nicht zu erwarten.

In den USA sieht das etwas anders aus: Hier begann die Forschung nach einem Impfstoff nach den Anschlägen vom 11. September aus Angst vor einer terroristischen Nutzung der Ebola-Viren. Meldungen von US-amerikanischen Medien am Freitag wecken nun Hoffnungen: Laut dem Sender CNN und der Zeitung "USA Today" will die US-Regierung im September erstmals einen Ebola-Impfstoff an Menschen testen. An Primaten soll es erste positive Ergebnisse gegeben haben. Das nationale Institut zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die amerikanische Arznei-Zulassungsbehörde arbeiten demnach gemeinsam daran, dass die Tests so schnell wie möglich beginnen könnten.
Doch selbst, wenn nun schnell eine Impfung auf den Markt gebracht würde, sieht Matthias Borchert, Epidemiologe am Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Berliner Charité, erhebliche Herausforderungen für den Einsatz in der afrikanischen Bevölkerung. Schon das Versprühen von harmloser Chlorlösung zur Desinfektion habe "Panik und Anschuldigungen" ausgelöst. "Ich möchte nicht wissen, die dann die Bevölkerung reagiert, wenn plötzlich Injektionen verabreicht werden."

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