Was die Zukunft bringt: Science Fiction wird Realität

Was die Zukunft bringt: Science Fiction wird Realität

Asteroiden fangen, Zeitreisen, 500 Jahre alt werden: Was nach Science Fiction klingt, sind Projekte ernst zu nehmender Wissenschaftler. Wir stellen die kühnsten Ideen vor.

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Ein Asteroid. Mit Netzen wollen Wissenschaftler einen mehrere Meter großen Brocken fangen und zur Raumstation ISS bringen

Louis Friedman: Asteroiden fangen

Wie angelt man sich einen galaktischen Gesteinsbrocken? Diese nicht ganz unbescheidene Frage ergründen seit September 31 renommierte Wissenschaftler aus aller Welt in einer mehrjährigen Studie. „Das Ziel ist, einen Asteroiden in eine Erdumlaufbahn zu bringen“, sagt Louis Friedman, Studienleiter und Chef der Planetary Society, die sich der Erforschung des Sonnensystems gewidmet hat. Mit Netzen sollen Raumschiffe einen mehrere Meter großen Brocken fangen und zur Raumstation ISS bringen, wo Astronauten ihn erforschen. Später ließen sich, mittels gezielter Sprengstoffzündungen, Kometen im Kilometermaßstab zur Erde umleiten. Astronauten könnten auf ihnen eine Basis errichten, um für eine bemannte Marsmission zu trainieren, oder Rohstoffe abbauen: Sauerstoff zur Versorgung von Raumfahrern, Wasserstoff für Raketenantriebe, Eisen zum Bau neuer Geräte im All. Gelänge es sogar, Gold, Platin oder Nickel preiswert zur Erde zu verfrachten, dann könnte ein einziger Asteroid die Menschheit über Jahrtausende mit Metallen versorgen. Oder, wenn das Einfangmanöver missglückt, sie vernichten.

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Ronald Mallett: Durch die Zeit reisen

Ronald Malletts Kampf gegen die Zeit begann im Alter von zehn Jahren. Sein Vater war gerade an Alkoholmissbrauch gestorben, und Mallett las einen Comic nach dem Buch „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells. Damals träumte er davon, in einer Maschine zurückzureisen, um das Leben seines Vaters zu retten. Heute ist Mallett 66 Jahre alt, Professor für Theoretische Physik an der Universität Connecticut und, nach eigener Überzeugung, fast am Ziel: Basierend auf Einsteins Relativitätstheorie, will er mit zirkulierendem Licht von Ringlasern den Raum in einem Behälter so stark krümmen, dass eine Zeitschleife entsteht. Das Ergebnis: ein Lichtstrudel, in dem Menschen in die Vergangenheit gehen können. In einem ersten Versuch will Mallett winzige subatomare Teilchen auf die Reise schicken, um seine Theorie zu beweisen. Zurzeit läuft die Finanzierung für die erste Zeitmaschine. Kostenpunkt: 250.000 Dollar.

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