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Waverider: Super-Überschalljet ins Meer gestürzt

Enttäuschung beim US-Militär: Nur etwa 30 Sekunden dauerte der Testflug eines Jets, der sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen sollte. Der „Wellenreiter“ geht über dem Pazifik verloren.

Rückschlag für den geplanten Super-Überschalljet der US-Luftwaffe: Das unbemannte Flugzeug vom Typ X-51A WaveRide stürzte wegen eines fehlerhaften Seitenruders vor Südkalifornien ins Meer. Quelle: dapd
Rückschlag für den geplanten Super-Überschalljet der US-Luftwaffe: Das unbemannte Flugzeug vom Typ X-51A WaveRide stürzte wegen eines fehlerhaften Seitenruders vor Südkalifornien ins Meer. Ein B-52-Bomber hatte das Testflugzeug zuvor an die vorgesehene Position gebracht, es ausgeklinkt und eine Trägerrakete wie geplant gezündet. Quelle: dapd

Der Testflug eines superschnellen Jets, der sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen sollte, ist nach nur 30 Sekunden gescheitert. Der unbemannte Hyperschalljet X-51A Waverider (Wellenreiter) geriet wegen eines technischen Defekts außer Kontrolle, teilte die US-Luftwaffe am Mittwoch mit. Nach Medienberichten wurde die Maschine dann vor dem Absturz in den Pazifik gezielt zerstört.

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Der Jet hatte sich nach den offiziellen Angaben am Dienstag zwar planmäßig von dem B-52-Bomber gelöst, der ihn über den Pazifik getragen hatte. 15 Sekunden nachdem X-51A sich von der Trägerrakete trennte, scheiterte der Versuch „wegen eines Fehlers im Subystem“, für fünf Minuten sechsfache Schallgeschwindigkeit zu erreichen, wie Luftwaffensprecher Charlie Brink mitteilte.

Das Überschallverbrennungs-Staustrahltriebwerk - kurz Scramjet - habe nicht mehr gezündet werden können. Der WaveRider geriet außer Kontrolle und stürzte ab. „Alle unsere Daten zeigten, dass wir die richtigen Bedingungen für die Zündung des Triebewerks geschaffen hatten“, bedauerte Brink. „Wir waren guter Hoffnung, unsere Testziele zu erreichen.“

Die „Scramjet“-Technik, die dem raketenähnlichen Fluggerät die enorme Fähigkeit zur Beschleunigung gibt, kam demnach erst gar nicht zum Tragen. Die Technik könnte eines Tages blitzschnelle Militärschläge oder auch Aufklärungseinsätze in Krisenfällen über große Entfernungen hinweg ermöglichen.

Der X-51A Waverider donnert durch den Abendhimmel - zumindest auf dieser Grafik. Der neue Flugkörper soll jetzt getestet worden sein - über den Ausgang des Tests ist noch nichts bekannt. Im vergangenen Jahr stürzte eine X-51 ins Meer. Der Waverider bringt es, zumindest kurzzeitig, auf sechsfache Schallgeschwindigkeit.

Bild: dpa

Das US-Militär geht jetzt den Gründen für den Fehlschlag nach, wie es in der Mitteilung hieß. Offen blieb zunächst, wie es mit dem Programm nun weitergeht. Es war bereits der dritte Test eines Experimentalfliegers vom Typ X-51 A, der zweite war völlig gescheitert, den ersten wertete die Luftwaffe trotz einiger Probleme als Erfolg. Jetzt hat das Militär nur noch einen einzigen „Wellenreiter“ übrig - und muss entscheiden, ob und wann seine finanziellen Mittel einen weiteren Test erlauben.

London - New York in einer Stunde

Der Bomber mit dem „Wellenreiter“ war vom Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aufgestiegen. Der Experimentalflieger, der gemeinsam mit der Flugzeughersteller Boeing entwickelt wurde, sollte nach dem Abkoppeln auf eine Geschwindigkeit von 7000 Kilometern pro Stunde kommen und diese 300 Sekunden lang beibehalten. Mit einem solchen Tempo wäre London von New York aus in rund einer Stunde zu erreichen.

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Der Minijet wurde Wellenreiter getauft, da er auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen reitet und dadurch noch mehr beschleunigt. Die Maschine sollte derart schnell fliegen, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes ganz von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter.

Diese „Scramjet“-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahl-Triebwerkes. Dieses kommt mit viel weniger Teilen aus als herkömmliche Turbinen.

Im Grunde handelt es sich um eine sich selbst beschleunigende Düse. Die X-51 wird von Boeing und der Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) vorangetrieben, der Forschungsabteilung des US-Militärs.

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