Wegen Ebola: Sierra Leone droht Absturz auf Nothilfeniveau

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Das Ebola-Virus droht den hart erkämpften Aufschwung der Republik Sierra Leone zu zerstören.

von Christian Schlesiger und Florian Willershausen

Der Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone befürchtet den wirtschaftlichen Ruin des Landes, das vor Ebola im Aufschwung war.

Der westafrikanischen Republik Sierra Leone droht durch Ebola der wirtschaftliche Ruin. "Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau", sagte Jochen Moninger, Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone im Interview mit der WirtschaftsWoche. "Die Lage ist dramatisch", so Moninger. "Es gibt jeden Tag 40 bis 50 neue Ebola-Fälle. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Zahl der Neuinfizierten bis Ende des Jahres auf 200 bis 300 pro Tag ansteigt."

Das ist das Ebola-Virus

  • Das Virus

    Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes, Fieber aus.

  • Sterblichkeit

    Je nach Erregerstamm sterben laut Angaben der WHO 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist noch kein Heilmittel auf dem Markt, Impfstoffe sind in der Testphase.

  • Der Übertragungsweg

    Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen oder Flughunde. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

  • Die Krankheit

    Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

  • Die Gefahrenzone

    Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen.

    Laut aktuellen Zahlen der WHO (Stand: 14. November 2014) sind seit dem aktuellen Ausbruch mehr als 14.400 Ebola-Fälle bekanntgeworden, die meisten in Liberia und Sierra Leone. Fast 5200 Menschen haben das Virus nicht überlebt.

Darüber hinaus warnt Moninger vor "sozialen Spannungen enormen Ausmaßes". Wegen Ebola seien die Schulen geschlossen. "1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr." Fünf von 13 Distrikten befinden sich laut Moninger in Quarantäne. Außerdem habe die Regierung an jeder Distriktgrenze einen Checkpoint eingerichtet, der nur zwischen 9 Uhr morgens und 17 Uhr abends passiert werden darf. "Normalerweise fahren Bauern aus dem Nordosten des Landes ihre Ernte nachts in die 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Freetown. Diese Transportwege sind nun abgeschnitten. Sie müssen ihre Ware tagsüber transportieren. Aber in Sierra Leone gibt es keine Kühlketten. Die Ernte vergammelt, noch bevor sie in Freetown ankommt. Der Handel bricht ein", so Moninger.

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Sierra Leone habe sich vor Ebola im Aufschwung befunden: "Die Wirtschaft in Sierra Leone wuchs im vergangenen Jahr zweistellig, beispielsweise durch den Abbau von Eisenerz. Internationale Konzerne investierten in Zuckerplantagen und Palmölproduktion. Auch Hotels und der Bausektor konnten sich entwickeln", sagte Moninger der WirtschaftsWoche.

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