Weltraum: Forscher entdecken Diamant-Planeten

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Weltraum: Forscher entdecken Diamant-Planeten

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Eine Illustration der Nasa zeigt das wertvolle Innere des Planeten 55 Cancri e.

Er ist felsig und furchtbar heiß - doch in seinem Innern trägt er unermessliche Schätze: Der erdnahe Planet "55 Cancri e" besteht zu einem Drittel aus Diamanten, schätzen Forscher.

Um einen Nachbarstern unserer Sonne kreist ein Diamant-Planet. Das schließen US-Forscher aus der Analyse der chemischen Zusammensetzung des Himmelskörpers. Der Exoplanet mit der Katalognummer „55 Cancri e“ sei reich an Kohlenstoff, teilte die Yale-Universität am Donnerstag (Ortszeit) in New Haven (US-Staat Connecticut) mit. Diamant ist eine Form des Kohlenstoffs. Die Forscher schätzen, dass der Planet mindestens zu einem Drittel aus Diamant besteht.

„Dies ist ein erster Blick auf einen felsigen Planeten, dessen chemische Zusammensetzung sich dennoch fundamental von der Erde unterscheidet“, erläuterte Yale-Astrophysiker Nikku Madhusudhan in der Mitteilung. „Die Oberfläche dieses Planeten ist wahrscheinlich mit Graphit und Diamant bedeckt und nicht mit Wasser und Granit.“ Den Beobachtungen zufolge ist der Planet etwa doppelt so groß wie die Erde und besitzt rund die achtfache Masse.

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Goldrausch am Himmel

  • 585.100 Asteroiden

    haben Astronomen bisher entdeckt. Es sind Reste aus der Urzeit des Planetensystems. Die meisten kreisen im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne.

  • 8900 erdnahe Asteroiden

    sind identifiziert, darunter 2008 HU4. Maximal 45 Millionen Kilometer von der Erdbahn entfernt, sind sie recht leicht per Rakete erreichbar.

  • 40.000 Billionen Dollar

    sind Rohstoffe wie Gold in diesem erdnahen Schwarm wert, schätzt der US-Planetologe John Lewis.

  • 2,6 Milliarden Dollar

    soll es kosten, den acht Meter großen Asteroiden 2008 HU4 zu fangen und in den Mondorbit zu bringen.


„55 Cancri e“ ist einer von insgesamt fünf Planeten eines sonnenähnlichen Sterns im Sternbild Krebs. Dieses Sonnensystem ist rund 40 Lichtjahre von unserem entfernt und gehört damit zur kosmischen Nachbarschaft. Dennoch liegt diese reichhaltige Diamantmine weit außerhalb unserer Reichweite: Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern (10 000 000 000 000 km). Die Reise dorthin würde Jahrhunderte dauern, selbst wenn sie technisch machbar wäre.

Raumfahrt Goldgräber im Weltall

Bislang war es nur eine kühne Vision, die unermesslichen Rohstoffvorräte im Weltall zu erschließen. Neue Technik macht nun aber den Bergbau auf Asteroiden möglich. In zwei Jahren starten erste Erkundungsmissionen.

Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche

Der Exoplanet zählt zu den Supererden. So werden Planeten anderer Sterne bezeichnet, die nicht sehr viel größer sind als die Erde und aus Gestein bestehen. Leben ist auf dem Diamant-Planeten allerdings undenkbar: Er umkreist seinen Heimatstern alle 18 Stunden in so geringer Distanz, dass es auf ihm rund 2150 Grad Celsius heiß ist.

Die Entdeckung zeige, dass Supererden nicht automatisch dieselbe chemische Zusammensetzung haben müssten wie die Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem, betonen die Forscher. Sie stellen ihre Analysen in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts „Astrophysical Journal Letters“ vor.

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