Weltraum-Sonde Rosetta: Die Reise zum Kometen beginnt

ThemaRaumfahrt

Weltraum-Sonde Rosetta: Die Reise zum Kometen beginnt

, aktualisiert 20. Januar 2014, 19:43 Uhr
von Andreas Menn

Heikler Moment für die spannendste Weltraum-Mission des Jahres: Seit fast zehn Jahren fliegt die Sonde Rosetta im Ruhemodus auf einen Kometen zu. Heute soll ihr Bordcomputer aufwachen – und den Landeanflug starten.

Rosetta schlummert. Seit fast zehn Jahren fliegt die Raumsonde der Europäischen Weltraumagentur Esa durchs All – die meiste Zeit im Ruhemodus, ein Dornröschen aus Metall und Mikrochips. Der Bordcomputer: Auf Standby. Nur die Heizung läuft. Und ein Wecker. Aber der wird, wenn alles nach Plan läuft, am Montag um punkt elf Uhr anspringen. Es ist ein bisschen später geworden, aber das Kontrollzentrum der europäischen Raumfahrtagentur Esa hat am frühen Abend in Darmstadt das entscheidende Signal erhalten. Die Sonde ist wieder wach. Wie von einer unsichtbaren Hand gesteuert, hat die drei Tonnen schwere Sonde von der Größe eines Autos eine Antenne ausgefahren und sie gen Erde gerichtet, um ihren Ingenieuren ein Funksignal zu senden. Stunden später, gegen halb sieben am Abend, erreicht das Signal Empfangsstationen in den USA und Australien, die es zum Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt weiterleiten.

Sternstunde Europa will auf Kometen landen

Die Sonde mit dem klanghaften Namen „Rosetta“ nähert sich langsam ihrem Ziel. Im kommenden Jahr wird sie ihre Forschungsarbeit beginnen und sich auf die Suche nach den Anfängen unseres Sonnensystems machen.

Das Bild zeigt eine Simulation der Raumsonde Rosetta mit dem Rover, der im November auf einem Kometen landen soll. Quelle: AP

Es ist einer der heikelsten Momente für die spannendste Weltraum-Mission des Jahres. Im Jahr 2004 gestartet, hat Rosetta eine weite Reise hinter sich. Derzeit ist sie 807 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, mehr als fünf mal so weit wie die Sonne. Sie am Mars vorbeigeflogen, an den Asteroiden Šteins und Lutetia und fast auch am Jupiter. Ihr wichtigstes Rendezvous im Weltall hat Rosetta aber noch vor sich: Die Begegnung mit 67P/Churyumov-Gerasimenko – einem Kometen. Der drei mal fünf Kilometer große Brocken aus Staub und Eis steuert derzeit auf das innere Sonnensystem zu – und Rosetta soll ihn ab dem Sommer begleiten, als erster Roboter in der Geschichte der Menschheit.

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Mehr noch: Im November soll Rosetta ein kleines Landegerät namens Philae auf dem Kometen aussetzen, das ihn mit einer Reihe von Messinstrumenten examinieren wird. Es wäre die erste Landung einer menschlichen Sonde auf einem Kometen. Wissenschaftler warten mit Spannung auf diesen Augenblick. Denn alles, was wir bisher über die Vagabunden im Weltall wissen, verdanken wir unscharfen Bildern, die Teleskope aus der Ferne geschossen haben. Mit Gesteinsproben und Messungen vor Ort könnte die Mission nun viel genauer zeigen, woraus Kometen eigentlich bestehen.

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Damit gewänne die Wissenschaft auch Hinweise darauf, wie unser Universum kurz nach seiner Geburt beschaffen war. Denn anders als unsere Erde, deren Oberfläche durch Vulkane, Wind und Wellen stetig neu geformt wird, haben sich Kometen seit Milliarden Jahren nicht verändert. Es sind fliegende Kühltruhen, die in ihrem Innern die Geheimnisse des Kosmos hüten. Empfangen die Esa-Forscher heute Rosettas Morgengruß, dann werden sie zunächst ihre Instrumente testen – und sie Sonde schließlich auf Kometen-Kurs bringen. Neun Millionen Kilometer muss Rosetta noch bis zu ihrem Ziel zurücklegen. Es ist die letzte Etappe einer 7,1 Milliarden Kilometer weiten Reise – und für die Forscher die spannendste.

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