Werner knallhart: Studie: Popcorn im Kino droht das Aus

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kolumneWerner knallhart: Studie: Popcorn im Kino droht das Aus

Kolumne von Marcus Werner

Mit maßgeschneiderten Studien bekommt man jeden Stuss durch. Vielleicht wird wegen einer Studie bald das Popcorn im Kino abgeschafft. Unser Kolumnist hofft auf eine Gegenstudie.

Eine von Kölner Psychologen in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Consumer Psychology veröffentlichte Studie besagt: Popcorn neutralisiert Kino-Werbung.

Kino-Besuchern, die während der Werbung Popcorn knabbern, lassen sich neu beworbene Markennamen nicht so effektiv einimpfen, wie es die Industrie will. Die Studie ging so: Die eine Testgruppe stopfte sich vor dem Hauptfilm mit Popcorn voll, die andere Testgruppe bekam einen Zuckerwürfel zu lutschen. Wirklich wahr!

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Das Ergebnis: Die Zuckerlutscher kauften, glaube ich, direkt nach dem Film sämtliche neu beworbenen Produkte vom Kasten Bier bis zum Opel. Die Popcornknabberer kauften nichts. Grob gesagt. Zumindest konnten sich die Lutscher besser an die neuen Marken erinnern. Ginge es nach der Werbeindustrie, müssten jetzt konsequenterweise eigentlich die Popcornvitrinen mit knackigen Zuckerwürfeln zugeschüttet werden. Es sei denn, die Mais-Industrie kommt mit einer Gegenstudie: "Kinowerbung ohne Popcorn verpufft. Weil keiner mehr kommt".

Aber schön, dass jetzt belegt ist: Wer gemütlich Zucker lutschend Werbung guckt, der merkt sie sich besser, als jemand, der sich parallel aus einem Eimer mit Knabberzeug bedient, ihn herumreicht, Krümel vom Pulli zupft und sich Maissamenschalen aus den Zahnzwischenräumen pult. Die Studie hätte ich gerne mal als AG in der neunten Klasse gemacht. Da wären wir schön früh fertig gewesen. Und wie man es gerade braucht.

Werbung Weischer.Mediengruppe holt Luxusmarken in die Kinos

Deutschlands größter Vermarkter von Kinowerbung, die Weischer.Mediengruppe, will das Geschäft mit Premium-Kinos ankurbeln und künftig mehr Spots für Luxusmarken auf die Leinwände der First-Class-Lichtspielhäuser bringen.

Kino Quelle: Max Blain - Fotolia.com

PISA: vor Jahren der Schock. Jetzt hat man die deutschen Schüler darauf gedrillt, wie man Multiple-Choice-Aufgaben korrekt ankreuzt und siehe da: Die Studienmacher geben es uns schwarz auf weiß: Deutschlands Zukunft ist gerettet.

Wie geht es eigentlich unseren Kindern gesundheitlich? Schlecht? Weil sie sich zu wenig bewegen? Besagt eine Studie der Uni Bielefeld. Oder gut, weil sie sich so viel bewegen? Sagt eine Studie des Robert-Koch-Instituts. Ich glaube der zweiten Studie. Dann haben wir ein gesellschaftliches Problem weniger.

Aus demselben Grund finde ich es auch gut, dass Arbeitslose, die in einer Fortbildungs-Maßnahme der Arbeitsagentur stecken, nicht mehr als arbeitslos gelten. Mit solchen Kniffen schaffen wir bald Vollbeschäftigung.

Jetzt kommt's: Deutsche Urlauber gelten laut Studie als gut gekleidet. Trotz weißer Tennissocken in beigefarbenen Sandalen. Wie das? Der Trick: Man stellt nicht auf die modische Stilsicherheit ab, sondern darauf, ob wir uns den nationalen Gepflogenheiten im Ausland anpassen. Und Deutsche rennen offenbar seltener als andere mit knappen Shorts und Tanktop in den buddhistischen Tempel. Und schon stimmt die Schlagzeile.

Aber Studien stoßen natürlich auch an Grenzen. Im Iran etwa lässt sich durch Umfragen in der Fußgängerzone nicht zuverlässig ermitteln, ob es dort womöglich homosexuelle Menschen gibt. Die Versuchung, der öffentlichen Hinrichtung zu entgehen, ist für die Studienteilnehmer mitunter einfach zu groß.

Und auch in Deutschland stoßen Forscher auf methodische Probleme: Je fremdenfeindlicher die Bevölkerung denkt, desto unzuverlässiger sind Wahlumfragen. Wer sehr rechts wählt, lügt auch sehr gerne Wahlforscher an.

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