Westerwelle ruft zur Stammzellenspende auf : Wie Registrierung und Spende funktionieren

Westerwelle ruft zur Stammzellenspende auf : Wie Registrierung und Spende funktionieren

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Nach seiner Leukämieerkrankung wirbt Guido Westerwelle dafür, dass sich mehr Menschen bei der DKMS registrieren.

Nach seiner Krebserkrankung hat der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle dazu aufgerufen, dass mehr Menschen Stammzellenspender werden. Wie Registrierung und Spende funktionieren.

Mehr als 11.400 Menschen erkranken laut der deutschen Krebsgesellschaft jährlich in Deutschland an Leukämie. Sie brauchen dann unbedingt einen Stammzellenspender, um wieder gesund zu werden. Wie schwer es ist, den passenden Spender zu finden, musste auch FDP-Politiker Guido Westerwelle erleben. Im Juni 2014 hatten Ärzte bei ihm Blutkrebs diagnostiziert. Ein Spender, der für eine Transplantation infrage kam, sprang kurzfristig ab. Er hatte das Glück, dass sich doch noch ein passender Spender fand.

Während der Vorstellung seines Buches "Zwischen zwei Leben" rief er deshalb dazu auf, dass sich mehr Menschen bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. In Deutschland sind es bereits 5,7 Millionen Stammzellenspender.

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Diese Voraussetzungen müssen potenzielle Spender erfüllen und so laufen Registrierung und Spende ab:

Wie funktioniert die Registrierung?

Die Registrierung ist kostenlos – obwohl sie die DKMS pro Spender 40 Euro kostet. Als gemeinnützige Organisation erhält die DKMS Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Um sich bei der DKMS zu registrieren, müssen die Spender Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen in Deutschland leben, zwischen 17 und 55 Jahren alt und gesund sein.

Formen der Krebs-Therapie

  • Operation

    Bei einer Operation wird der Tumor entfernt, häufig auch die umliegenden Lymphknoten um eine Streuung zu vermeiden. Eine Operation allein reicht meist nicht aus.

    Quelle: Bayerische Krebsgesellschaft

  • Chemotherapie

    Dabei kommen bestimmte Medikamente, sogenannte Zytostatika, zum Einsatz. Sie können bösartige Tumoren zerstören oder zumindest ein weiteres Wachstum verhindern. Die Medikamente greifen in den Zell-Stoffwechsel ein. Weil sie aber nicht zwischen gesunden Zellen und Tumorgewebe unterscheiden können, kommt es zu Nebenwirkungen, etwa Haarausfall, Erbrechen, Immunschwäche. Weil sich das Normalgewebe aber schneller regeneriert, wirkt die Chemotherapie auf Krebszellen stärker.

  • Strahlentherapie

    Der Tumor wird vor, nach oder anstelle einer Entfernung mit energiereicher Strahlung beschossen. Die Bestrahlung kommt nur lokal zum Einsatz und kann das Wachstum des Tumors bremsen, indem die Tumorzellen zerstört werden.

  • Molekularbiologische Therapie

    Es handelt sich um einen jungen Therapieansatz, auch "targeted therapy" (zielgerichtete Therapie) genannt. Hierunter fällt die in der US-Studie erforschte Blockierung des Ral-Proteins. Spezifische Wirkstoffe sollen zielgenau die Krebszellen angreifen.

  • Hormontherapie

    Hierbei werden Antihormone gegeben. Sie können vor allem Tumoren der Geschlechtsorgane und Brustkrebs im Wachstum stoppen oder verlangsamen.

  • Hyperthermie

    Hierunter versteht man die Überwärmung des Körpers oder einzelner Körperteile. Dies kommt beispielsweise ergänzend zu einer Strahlentherapie zum Einsatz, und kann ihre Wirkung verstärken.

Nachdem die potentiellen Spender der DKMS ihre persönlichen Daten übermittelt haben, schickt sie ihnen innerhalb von zwei Wochen ein Set mit zwei Wattestäbchen zu, mit denen die Spender einen Wangenabstrich machen und diesen an die gemeinnützige Organisation zurückschicken. Bis zum 61. Lebensjahr bleiben Spender in der Datei. Die Ergebnisse werden anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung gestellt.

Was passiert, wenn die DKMS den passenden Spender findet?

Wenn die Werte mit denen eines Patienten übereinstimmen, nimmt die DKMS mit dem Registrierten Kontakt auf und fordert eine Blutprobe an. Wenn die Blutwerte mit denen des Erkrankten übereinstimmen, folgt der Gesundheitscheck. Die Erfahrungen der DKMS zeigen, dass es höchstens bei fünf von 100 Spendern innerhalb von zehn Jahren zu einer Stammzellenspende kommt. Der Stammzellenspender unterschreibt danach die Erklärung, dass er seine Stammzellen zur Verfügung stellen will.

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Vor Krankheiten wie Krebs und Alzheimer haben viele Menschen Angst. Aus einer Umfrage gehen neue Zahlen hervor. Quelle: dpa

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie dem Spender seine Stammzellen entnommen werden können: entweder durch eine periphere Stammzellenentnahme oder durch eine Knochenmarkspende. Welches Verfahren angewandt wird, hängt vom gesundheitlichen Zustand des Patienten ab. Bei beiden bildet der Körper innerhalb von zwei Wochen neue Stammzellen. Sobald es zu einer Spende kommt, übernimmt die Krankenkasse des Erkrankten die Kosten – für die Entnahme, aber auch für einen Dienstausfall.

Wie geht es dann weiter?

Acht von zehn Spendern entscheiden sich für die erste Alternative, die einer Blutplasmaspende gleicht. Ärzte spritzen dem Spender dann fünf Tage das Hormon G-CSF, wodurch sich Stammzellen vermehren und aus dem Knochenmark ins Blut übergehen. In zwei Sitzungen, die zwischen 4 und 8 Stunden dauern, werden die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert.

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Bei 20 Prozent aller Spender wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Zwei bis drei Tage bleibt der Spender dann im Krankenhaus.

Was passiert nach der Spende?

Eine Woche vor der Transplantation wird durch eine Chemo- oder Strahlentherapie das Knochenmark des erkrankten Patienten zerstört. Ab diesem Zeitpunkt kann er ohne die Stammzellen des Spenders nicht überleben. Bei einer Bluttransfusion werden die Stammzellen transplantiert. Sie nisten sich innerhalb von zwei bis vier Wochen in den Knochenholräumen ein und bilden dort neue, gesunde Blutzellen. Dann können die Ärzte feststellen, ob die Transplantation erfolgreich war.

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