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WHO-Untersuchung: Handy-Strahlen möglicherweise krebserregend

von Benjamin Reuter

Seit Jahren wird über Krebsgefahren durch Handystrahlung diskutiert. Nun hat die WHO hunderte Studien dazu ausgewertet und warnt davor, dass häufiges Telefonieren das Krebsrisiko erhöhen könnte. Konkreter Anlass zur Sorge besteht trotzdem nicht - ein beliebtes Getränk ist zumindest genauso gefährlich.

Neue Studie zu Handy-Strahlung Quelle: dpa
Neue Studie zu Handy-Strahlung Quelle: dpa

Acht Tage lang hat eine Expertengruppe der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) hunderte Studien zum Zusammenhang von Handystrahlung und Krebsrisiko ausgewertet. Heute präsentierte das Beratergremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erste Ergebnisse: hochfrequente elektromagnetische Handystrahlen seien „möglicherweise Krebserregend" urteilt die IARC. Sie ordnet die Strahlung aus Mobiltelefonen deshalb in die mittlere Gefahrenklasse „2B" ein - in diese Kategorie fallen beispielsweise Hochspannungsleitungen, Benzin aber auch Kaffee. 

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Besonderes Augenmerk richteten die 31 Wissenschaftler aus 14 Ländern auf Hirntumore, so genannte Gliome, die durch Handystrahlen ausgelöst werden könnten. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dieser Erkrankung und einem Mobiltelefongebrauch von mehr als 30 Minuten täglich über 10 Jahre lieferte die Interphone-Studie 2010 (bei Menschen die weniger telefonierten, wurden keine Auffälligkeiten bemerkt). Untersucht wurden weltweit über 5000 Patienten, die an Hirntumoren erkrankt waren. Die WHO-Experten zogen außerdem eine Studie des schwedischen Wissenschaftlers Lennart Hardell in ihre Bewertung mit ein, die schon 2005 zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Interphone-Untersuchung gekommen war.

Ergebnisse der Handy-Studien umstritten

Die Ergebnisse waren aber selbst bei den Wissenschaftlern, die an der internationalen Studie im vergangenen Jahr mitbeiteten, umstritten. „Ob für diese Personen das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, tatsächlich erhöht ist, lässt sich nicht sagen, denn die Ergebnisse könnten auch durch methodische Probleme entstanden sein", erklärte Maria Blettner, Forscherin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), damals. Denn die Patienten hatten, so vermuteten die Forscher, teilweise falsche Angaben zur Dauer und Nutzung von Handys gemacht.

Auch heute, sagt Blettner, die mittlerweile an der Universität Mainz arbeitet, lasse die Datenlage nicht zu, ein „ein erhöhtes Krebsrisiko nachzuweisen". Blettner ist auch Mitglied im Expertenrat der IARC und hatte sich gegen die Einstufung in die Kategorie „2B" ausgesprochen, wurde aber von den anderen Wissenschaftlern überstimmt.

Risiko wissenschaftlich nicht nachweisbar

Besonders die mangelnde Datenlage nahm die IARC zum Anlass, Handystrahlen in die mittlere Gefahrenklasse einzuordnen. Jonathan Samet, der Vorsitzende der Expertengruppe, begründete die Entscheidung seines Teams so: „Unsere Entscheidung weist darauf hin, dass es ein Risiko geben könnte. Deshalb müssen wir jetzt genau schauen, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Krebsrisiko und der Nutzung von Handys besteht." IARC-Direktor Christopher Wild forderte, möglichst schnell „weitere Forschungen zur Langzeitnutzung von Handys anzustellen." Kurz: Die IARC hält die verfügbaren Studien nicht für ausreichend, um ein Krebsrisiko auszuschließen. Wissenschaftlich nachweisen lässt sich ein Risiko bisher aber auch nicht.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) erklärte als Reaktion auf die Ergebnisse der IARC, dass es bisher keine wissenschaftlichen Hinweise auf strahlungsbedingte Erkrankungen gebe. „Allerdings können mögliche Langzeitwirkungen und Wirkungen auf Kinder auch nicht ausgeschlossen werden", so das BFS.

Die vollständige Auswertung zum Thema Handystrahlung und Krebsrisiko des IARC soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.09.2011, 03:19 Uhrhandystrahlung

    "Mit der Diagnose-Funk Studienliste wird übersichtlich dargestellt, wie umfangreich die Studienlage in bezug auf gesundheitsschädliche Effekte hochfrequenter Strahlung unterhalb der angeblich schützenden Grenzwerte ist.

    Die offizielle behauptung, es gäbe keine relevanten biologischen Effekte unterhalb der Grenzwerte, kann somit als wissenschaftliche Falschinformation angesehen werden. "

    http://www.mobilfunkstudien.de/

    http://www.diagnose-funk.de/

  • 26.09.2011, 13:35 UhrIZgMF

    Wer sich die andere Seite der Medaille zu dieser Mobilfunk-Krebsstudie aus belo Horizonte sehen und sein blaues Wunder erleben möchte, bitte hier entlang:
    http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=47961

    Die Seite mobilfunkstudien.de bietet leider nur ein gefiltertes bild der Realität. Dort werden lediglich Studien gesammelt, die etwas gefunden haben. Damit wird der tatsächliche Stand der Forschung verzerrt abgebildet, denn alle entlastenden Studien fehlen.

    Wer sich einen seriösen Überblick über den Stand der Forschung in Sachen Mobilfunk machen möchte informiert sich daher anderswo, am besten beim EMF-Portal der RWTH Aachen, zu finden unter:

    http://www.emf-portal.de/_index.php?l=g

    Auch die Schweizerische Dokumentationsstelle "Elmar" ist seriös und empfehlenswert:

    http://www.elmar.unibas.ch/elmar_neue_studien.html

    Aus Sicht des iZgMF ist die Mobilfunkdebatte eine inszenierung. Es gibt viele Leute, die aus dieser Debatte gesellschaftlichen und/oder finanziellen Nutzen ziehen. Zu abstrakt? Die beiden folgenden Links machen das Abstrakte exemplarisch ganz konkret:

    http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=44793
    http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=47632

  • 08.09.2011, 14:35 UhrMobilfunk.und.Gesundheit

    Studie zu Mobilfunksendern und Krebs:

    Dode AC, et al, Mortality by neoplasia and cellular telephone base
    stations in the belo Horizonte municipality,
    Minas Gerais state, brazil, Sci Total Environ (2011),
    doi:10.1016/j.scitotenv.2011.05.051

    Volltext: http://www.emrsa.co.za/documents/brazilresearch.pdf

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21741680


    Unabhängige Übersicht zu Studien über Mobilfunk, Handystrahlung und Gessundheitsrisiken

    http://www.mobilfunkstudien.de


    "Elektromagnetische, gepulste Wellen von Sendemasten und Handys beeinflussen und deformieren den Zellkern."

    Prof. Dr. Heyo Eckel
    Facharzt für Radiologie, ehem. Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheit und Umwelt" der bundesärztekammer, Ehrenpräsident der Ärztekammer Niedersachsen

    Quelle: "Der Zellkern verändert sich", Schwäbische Post, 07.12.2006

    Mehr zum Thema Mobilfunk und Gesundheit - Handy, Mobilfunksender, GSM, UMTS, LTE, TETRA, DECT, WLAN

    http://www.facebook.com/Mobilfunk.und.Gesundheit

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