Wie wir künftig fliegen: Tagestrip über den Großen Teich

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Wie wir künftig fliegen: In drei Stunden nach New York

Tagestrip über den Großen Teich

Bis dahin steht aber noch eine Menge Entwicklungsarbeit an. „Elektroflugzeuge haben in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen“, sagt Arne Seitz, Experte für Antriebssysteme beim Forschungsinstitut Bauhaus Luftfahrt in Taufkirchen bei München. „Aber technologisch müssen noch einige Herausforderungen gemeistert werden.“ Ingenieure müssten das Flugzeug, seine Aerodynamik und Bauform, neu erfinden, um den kommerziellen Einsatz tatsächlich zu ermöglichen.

Mit dem Konzept des US-Start-ups Zunum Aero sollen Flüge billiger werden als Zugtickets. Möglich machen soll all das ein radikaler Wechsel des Antriebs: Statt Kerosin treibt Strom den Zunum an. Quelle: Mcibillo

Mit dem Konzept des US-Start-ups Zunum Aero sollen Flüge billiger werden als Zugtickets. Möglich machen soll all das ein radikaler Wechsel des Antriebs: Statt Kerosin treibt Strom den Zunum an.

Bild: Mcibillo

Solch ein völlig neues Flugzeug entwickeln die Ingenieure von Boom Technology in Denver, Colorado. Der Passagierjet, spitz wie ein Speer, soll auf bis zu 2335 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Bei dem Tempo ist die Strecke London–New York, heute ein knapp achtstündiger Flug, in drei Stunden und 15 Minuten zu schaffen. Schnell genug für einen Tagestrip über den Großen Teich. Für die 55 Passagiere wird es ein spektakuläres Erlebnis: Auf mehr als 18.000 Meter Höhe soll der Jet steigen, wo der Himmel fast schwarz ist und der Blick über ganze Länder hinweg reicht.

Das hat es schon einmal gegeben – mit dem Überschalljet Concorde. Doch die Technik hat sich für die Fluggesellschaften nicht gerechnet, ein fataler Absturz im Jahr 2000 in Paris beendete das Programm. Diesmal glauben die Gründer, Technologien gefunden zu haben, die Fertigungskosten senken, den Lärm dämpfen und den Spritverbrauch drosseln. Sicherer sollen die schnellen Flieger auch sein. Die Ticketpreise sollen auf das heutige Businessclass-Niveau sinken – für den Transatlantikflug hin und zurück also auf etwa 5000 Dollar.

Virgin Galactic, das Raumfahrt-Start-up des Milliardärs Richard Branson, hat schon zehn Flieger für je 200 Millionen Dollar reserviert. Analysten von Boyd Group International sehen einen Markt für 1300 Überschalljets binnen zehn Jahren.

Die Ingenieure von Boom Technology entwickeln einen Passagierjet, der auf bis zu 2335 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Bei dem Tempo ist die Strecke London–New York in drei Stunden und 15 Minuten zu schaffen. Quelle: Mcibillo

Die Ingenieure von Boom Technology entwickeln einen Passagierjet, der auf bis zu 2335 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Bei dem Tempo ist die Strecke London–New York in drei Stunden und 15 Minuten zu schaffen.

Bild: Mcibillo

In Richmond, Kalifornien, arbeitet das Start-up Natilus daran, auch die Frachtketten enger miteinander zu verzahnen. Die Gründer entwickeln eine Drohne, groß wie eine Boeing 777, die 90 Tonnen Fracht transportieren soll. „Autonome Drohnen können einen substanziellen Teil der Luftfracht übernehmen“, sagt Aleksey Matyushev, CEO von Natilus. Statt elf Stunden sollen diese Drohnen von Los Angeles nach Shanghai zwar 30 Stunden brauchen. Dafür aber wird der Flug nur halb so viel kosten, weil das Schleichtempo weniger Sprit erfordert und kein Pilot bezahlt werden muss. Der autonome Billigflieger soll nur über dem Meer fliegen, sechs Kilometer hoch, weit unterhalb der Passagierjets, und auf dem Wasser vor großen Häfen landen. Und weil der Roboterjet über dem Meer fliegt, hoffen die Gründer, weniger Sicherheitsregeln befolgen zu müssen. Der Flieger soll nicht 250 Millionen Dollar kosten, wie eine Boeing, sondern 20 Millionen.

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Diesen Sommer will das Team einen neun Meter großen Prototyp starten. Ab 2019 soll eine Drohne, die 18 Tonnen wuchtet, von Los Angeles nach Hawaii pendeln. Verderbliche Güter und Luftpost hätten einen neuen Billigflieger. Selbst Regisseure im nahe gelegenen Hollywood hätten sich keine bessere Szenerie für einen Science-Fiction-Film ausdenken können.

Das Start-up Natilus entwickelt eine autonome Drohne, groß wie eine Boeing 777, die 90 Tonnen Fracht transportieren soll. Quelle: Mcibillo

Das Start-up Natilus entwickelt eine autonome Drohne, groß wie eine Boeing 777, die 90 Tonnen Fracht transportieren soll.

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