Zika in Brasilien: Mit Drohnen gegen das Zika-Virus

Zika in Brasilien: Mit Drohnen gegen das Zika-Virus

von Susanne Kutter

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Die Bekämpfung ist schwierig. Ein deutscher Drohnen-Hersteller sagt den Mücken nun den Kampf an.

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Drohnen von Height Tech sollen bei der Bekämpfung des Zika-Virus helfen.

Mediziner und Forscher weltweit verfolgen die rasante Ausbreitung des Zika-Fiebers. Seit vorigem Mai greift die Seuche nach und nach von Mittelamerika auf Brasilien und andere Staaten Süd- und Nordamerikas über. Um das Virus zu stoppen, das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Schwangeren zu schweren Hirnschäden ihrer ungeborenen Kinder führt, hat Brasilien angekündigt, 220.000 Soldaten über Land zu schicken, die mit Insektengiften dem Überträger der Krankheit – der Tigermücke – den Garaus machen sollen.

Eine viel elegantere Lösung verfolgt das Unternehmen Height Tech: sterile Mückenmännchen, die von Drohnen in den betroffenen Gebieten ausgesetzt werden. Paaren sich Mückenweibchen mit unfruchtbaren Männchen, gibt es keinen Nachwuchs.

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Das Zika-Virus wird mit Schädelfehlbildungen bei Babys in Zusammenhang gebracht. Quelle: REUTERS

„Das ist ebenso effektiv, aber viel schonender für Mensch und Umwelt“, sagt Height-Tech-Geschäftsführer Dirk Liebegall. Schon jetzt belädt der Drohnenhersteller aus Meerbusch in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation seine unbemannten Flugobjekte testweise mit Tausenden von sterilisierten Moskito-Männchen, um bald Malariamücken zu dezimieren.

„Genauso gut können wir auch sterile Tigermücken aufladen“, sagt Liebegall. Tatsächlich gibt es in Brasilien schon professionelle Anbieter von solchen meist mit radioaktiven Gammastrahlen sterilisierten Mücken. Doch bisher müssen sie aufwendig von Menschen ausgeliefert werden.

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Denn den Tigermücken genügt oft eine winzige Pfütze, um ihre Brut großzuziehen. Ein Moskito-Copter wäre praktischer, meint der Height-Tech-Chef: „Wir würden die Drohnen mit bis zu 400 Minicontainern beladen und dann zahlreiche Haltepunkte anfliegen.“ Dort würden die etwa 30.000 bis 50.000 Euro teuren Drohnen kurz in der Luft verharren und je einen Behälter mit einigen Tausend Mückenmännern in die Luft kippen. Sechs bis acht Monate Vorbereitungszeit bräuchte der Einsatz.

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