Zika-Virus: WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand

Zika-Virus: WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand

, aktualisiert 02. Februar 2016, 07:17 Uhr
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Das Zika-Virus wird mit Schädelfehlbildungen bei Babys in Zusammenhang gebracht.

Erstmals seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika verursacht wieder ein Virus einen globalen Gesundheitsnotstand. IOC-Chef Bach sieht die Olympischen Spiele im von Zika besonders betroffenen Brasilien nicht in Gefahr.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die explosive Ausbreitung des Zika-Virus in Nord- und Südamerika zum globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Es handele sich um ein außergewöhnliches Ereignis, das als internationaler Notfall gewertet werden müsse, gab die WHO nach einem Krisentreffen am Montag bekannt. Zuletzt hatte die UN-Organisation 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das Internationale Olympische Komitee brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro trotz Zika im August stattfinden werden.

Er sei zuversichtlich, dass die Bedingungen für Athleten und Zuschauer bei den Spielen in Rio gut sein werden, sagte IOC-Chef Thomas Bach am Montag in Los Angeles. Er lobte die Schritte, die bislang gegen die Verbreitung des Zika-Virus unternommen worden seien. Auch die Erklärung der WHO hieß er willkommen. Er machte darauf aufmerksam, dass die Weltgesundheitsorganisation kein Reiseverbot ausgesprochen habe und Olympia im August im brasilianischen Winter stattfinde. Kühlere Temperaturen könnten die Population der übertragenen Mücke verringern.

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Hier hat die Mücke zuletzt zu gestochen



In diesen Ländern wurden in den vergangenen neun Monaten Zika-Virus-Infektionen gemeldet.


Daten: European Centre for Disease Prevention and Control // Stand: 19.01.2016




Das Zika-Virus verläuft nicht tödlich, sondern sorgt in den meisten Fällen nur für Fieber und Ausschlag. Gefährlich werden kann es aber für Schwangere, denn es wird mit Schädelfehlbildungen bei Babys in Zusammenhang gebracht. Einen Beweis für eine Verbindung zwischen Zika und der sogenannten Mikrozephalie gibt es bislang aber noch nicht, wie WHO-Generaldirektorin Margaret Chan vergangene Woche einräumte. Die Sorge in diese Richtung sei jedoch groß, sagte sie.

Dieser Meinung schlossen sich auch internationale Gesundheitsexperten an, die am Montag via Telefonkonferenz über das Zika-Virus berieten und den Gesundheitsnotstand erklärten. Eine solche Erklärung hat üblicherweise die Folge, dass mehr Geld und internationale Hilfe aufgewendet werden, um den Ausbruch zu stoppen. Außerdem wird dann intensiver nach möglichen Behandlungen und Impfungen geforscht.

Für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Zika-Virus dürften Wissenschaftler nach brasilianischen Regierungsangaben noch drei bis fünf Jahre benötigen. „Wenn wir sehr glücklich sind, dauert das drei Jahre. Es könnten aber zwischen drei und fünf Jahre sein“, sagte der Stabschef von Staatspräsidentin Dilma Rousseff, Jacques Wagner, am späten Montagabend (Ortszeit). Brasilianische Forscher arbeiteten dabei mit Kollegen aus den USA zusammen.

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Das brasilianische Gesundheitsministerium begrüßte die Ankündigung der WHO. Dies werde Ländern weltweit helfen, gemeinsam gegen das Virus zu kämpfen, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Es kündigte zudem an, dass lokale Regierungen künftig dazu verpflichtet seien, Zika-Fälle in ihrer Region zu melden.

Die WHO rechnet damit, dass es bis zum kommenden Jahr vier Millionen Zika-Fälle in Nord- und Südamerika geben könnte. In besonders stark betroffenen Staaten wird mit allen Mitteln versucht, die Brutstätten der Mücke zu beseitigen, die neben Zika auch Dengue, Chikungunya und Gelbfieber verbreitet. Dafür erlaubte Rousseff den brasilianischen Gesundheitsbehörden am Montag sogar, jedes Haus im Land zu betreten, selbst wenn der Eigentümer nicht da sei. Auch Polizeirazzien sind möglich, wenn in einem Haus oder Wohngelände stehendes Wasser vermutet wird. Der Aedes-aegypti-Mücke reicht schon die kleinste Menge Wasser, um zu gedeihen.

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