Züchtung: Viel Fleisch und viele Eier

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Züchtung: Viel Fleisch und viele Eier

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Ein neu gezüchtetes Huhn kann sowohl Eier legen als auch schnell Gewicht zu legen.

In Cuxhaven wurde - nach fünf Jahren - ein Huhn gezüchtet, dass sowohl viele Eier legen kann als auch viel Fleisch gibt. Bislang konnte ein Tier nur eine der beiden Aufgaben erfüllen.

Laut eines Berichts von "Welt" online heißt das Huhn "Lohmann Dual", das beide Aufgaben erfüllt: Es kann ziemlich viele Eier legen und trotzdem genügend Fleisch ansetzen. Wenige Wochen nach dem es aus dem Ei geschlüpft ist, kann es dann trotzdem als Brathähnchen oder Brustfilet enden. Bereits Ende des Jahres soll es auf den Markt kommen. Dazu wurden immer neue Kombinationen von Hühnerlinien miteinander gekreuzt, die Tiere anderthalb Jahre aufgezogen und dann gezählt, wie viele Eier sie legen und wie Fleisch sie angesetzt haben, schreibt Welt.de.

Zwischen dem Masthähnchen und der Hochleistungslegehenne liegen zwei völlig verschiedene Produktionszweige: Das Huhn, das verzehrt werden soll, kann es innerhalb von sechs Wochen auf das Schlachtgewicht von zwei Kilogramm bringen, besonders im Brustbereich wird es dazu viel Fleisch ansetzen; während die Legehenne mager bleibt, aber 310 Eier im Jahr legen kann. Weil sie weder genügend Fleisch ansetzen, noch Eier legen können, werden im Jahr bis zu 40 Millionen männliche Küken, spätestens einen Tag nach dem sie geschlüpft sind, getötet. Deshalb wird versucht das Dilemma, in dem sich Landwirte und Züchter befinden, zu lösen. Eine Kreuzung von Hühnerarten mit beiden Merkmalen könnte die Lösung sein. Bislang war es so, wenn man versucht hat, beides miteinander zu kombinieren, dass dann die Einträge sinken und die Kosten für Landwirte und Verbraucher steigen. Es gibt doch einige Ökohöfe-und organisationen, die damit experimentieren, wie etwas "ei care" aus Brandenburg bzw. der Nutztiergentiker Steffen Weigend am Friedrich-Löffler-Institut. Obwohl die gezüchteten Hühner manche Leistungsmerkmale nun besser erfüllten, blieben aber trotzdem "weit von den Anforderungen der Marktwirtschaft entfernt", sagte Matthias Gauly, Professor für Nutztierwissenschaften an der Universität Göttingen gegenüber Welt.de.

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Auch von den Tierschützern bekommt Rudolf Preisinger, Geschäftsführer von Lohmann Tierzucht, der größten Legehennen-Züchter der Welt, Lob. Ihm ist das unangenehm. Es brauche vielmehr noch einige Jahre Zeit, um dieses Tier wettbewerbsfähig zu machen. Er habe große Angst, zu hohe Erwartungen bei seinen Kunden zu wecken. Denn die Kosten sind noch hoch: Das Zweitnutzungshuhn lege 250 Eier im Jahr und damit etwa 60 Eier weniger als eine Legehenne und die Eier sind kleiner. Gleichzeitig brauche das Tier 50 Prozent mehr Futter, damit werde auch das Ei um 30 bis 40 Prozent teurer. Nach knapp zweieinhalb Monaten bringt das "Dual"-Huhn fast ein Kilo weniger auf die Waage als ein "Masthähnchen".

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Kritik hingegen gibt des vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, vor allem weil die Zweitnutzungshühner vielen als schlechte Futterverwerter gelten. Der Ansatz des Verbandes ist deshalb auch ein anderer: Schon im Ei soll bestimmt werden, welches Geschlecht das Küken haben wird. Den männlichen Nachwuchs würde man dann überhaupt nicht schlüpfen lassen, sondern die Eier schon vorher vernichten.

Trotzdem sei das "Lohmann Dual" einen großen Schritt weiter und das Unternehmen habe gezeigt, dass die Züchtungen den Markt beeinflussen können.

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