Fußball-EM: Neuer Ball für schnelleres Spiel

Fußball-EM: Neuer Ball für schnelleres Spiel

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Der Ball ist rund - und eine High-Tech-Entwicklung

Der Spielball der EM ist ein High-Tech-Geschoss.

Der Fußball lebt von Ritualen, und eines davon lässt sich gerade wieder beobachten: Stets im Vorfeld von großen Turnieren beschweren sich Torhüter über angeblich flatterhaftes Spielgerät. Wie vor zwei Jahren meckerte Nationaltorwart Jens Lehmann, auf dem Weg ins Eckige flattere das Runde arg. Lehmann, muss man wissen, steht bei Nike, dem größten Sportartikelkonzern der Welt, unter Vertrag. Und der Ball, man ahnt es schon, kommt vom Nike-Konkurrenten Adidas, seit fast 40 Jahren Ball-Lieferant für Welt- und Europameisterschaften.

Lob für die 435 Gramm leichte Kugel, die im Handel 119,95 Euro kostet, kommt dagegen von René Adler, dem dritten Torwart der deutschen Auswahl. Dem gefällt, was den Ball von dem bei der WM 2006 eingesetzten „Teamgeist“ unterscheidet – der „Europass“ hat eine neuartige Oberfläche: winzige Noppen, die an eine Gänsehaut erinnern. „Das Fangen wird erleichtert“, freut sich der Tormann, der in der Bundesliga für Bayer Leverkusen zwischen den Pfosten steht. Und wer hat diese Haut entwickelt? Die stammt vom Chemieriesen Bayer, der seit 1986 mit Adidas an Bällen tüftelt. Die sind seitdem zu wahren High-Tech-Geschossen mutiert.

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Bis auf die Form haben sie nichts mehr gemein mit den Lederkugeln früherer Zeiten, die sich bei Regen vollsogen und aus zwölf fünfeckigen und 20 sechseckigen Teilen zusammengenäht wurden. Heute besteht der Ball aus 14 Kunststoff-Panels, die bei 100 Grad auf eine Karkasse geklebt werden. Im Inneren steckt nach wie vor eine Blase aus Naturlatex.

Ähnelte der alte Ball einem facettgeschliffenen Diamanten – schön, aber eher eckig – ist der Europass eine richtig runde Murmel. Entsprechend direkter reagiert er auf die Schusstechnik der Kicker: Soll er geradeaus fliegen, tut er das. Adidas-Entwickler haben das mithilfe eines Roboters nachgewiesen, der den Ball Hunderte Male mit konstanter Geschwindigkeit auf ein Tor abfeuerte. Damit wird es nicht leichter für den Torhüter: Ein aus 25 Metern mit 90 Sachen geschossener Ball trifft nach nur einer Sekunde aufs Tor. Anders als Lehmann bereitet das Italiens National-Keeper Gianluigi Buffon jedoch wenig Kopfschmerzen: „Ich halte ihn trotzdem.“

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