Fußball: Stammspieler stecken zurück

Fußball: Stammspieler stecken zurück

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Miroslav Klose (r) und Lukas Podolski feiern einen Treffer gegen Zypern.

von Bert Losse

Wer fährt mit zur WM? Der Nominierungswettbewerb vor Fußball-Großereignissen verbessert die Leistung der Spieler. Manche Kicker strengen sich aber auch bewusst weniger an, zeigt eine Studie.

Die Uhr tickt: Am 6. Mai will Joachim Löw, der Chef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, den vorläufigen Kader für die WM bekannt geben. Bis zum 1. Juni muss der Bundestrainer dann endgültig entscheiden, welche 23 Spieler er mit nach Südafrika nimmt. Den Kickern bleiben somit noch ein paar Wochen Zeit, sich mit guten Leistungen zu empfehlen.

Wie sich der Nominierungspoker auf die Performance auf dem Platz auswirkt, interessiert dabei nicht nur Bundesligavereine und Fans, sondern auch Wissenschaftler. Jeanine Miklós-Thal und Hannes Ullrich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim haben in einer für Ökonomen ungewöhnlichen Studie* die „Leistungsanreize von Nominierungswettbewerben“ untersucht. Die Wissenschaftler werteten die fußballerische Leistung von 165 Spielern aus zwölf Ländern aus, die als Kandidaten für die Europameisterschaft 2008 infrage kamen, und verglichen diese mit den Auftritten von 81 Kickern, die damals keine Chance auf eine EM-Teilnahme in Österreich und der Schweiz hatten. Bewertungsgrundlage waren die Bundesliga-Spielzeiten 2006/07 und 2007/08. Die Ökonomen verglichen die erzielten Tore, gewonnenen Zweikämpfe und die Zahl der Ballkontakte.

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Jüngere mit mehr Ballkontakten

Dabei habe sich gezeigt, dass „die Leistungsanreize im Nominierungswettbewerb asymmetrisch verteilt sind“, heißt es in der Studie. Vor allem bei Spielern mit „mittlerer Wahrscheinlichkeit, in den Nationalkader aufgenommen zu werden“ kam es zu einer plötzlichen Leistungsexplosion. Bei den Platzhirschen im Team war es hingegen umgekehrt: „Sicher nominierte Spieler halten sich eher zurück, um Verletzungen zu vermeiden und damit ihre Teilnahme am Wettbewerb nicht zu gefährden“, schreiben Miklós-Thal und Ullrich. Die Top-Spieler gewannen im Untersuchungszeitraum sogar im Schnitt 1,5 Zweikämpfe pro Spiel weniger als die eigentlich schwächeren Kicker ohne Nominierungs-chance.

Deutliche Unterschiede zeigten sich auch zwischen jungen und älteren Spielern. Alte Hasen mit Nominierungsaussichten ließen es eher ruhig angehen und unterschieden sich leistungsmäßig kaum von ihren chancenlosen Arbeitskollegen. Anders die Jungkicker: 20-Jährige mit Nominierungschancen hatten im Schnitt 4,5 Ballkontakte mehr als gleichaltrige Kicker ohne Berufungs-chance. Im Durchschnitt war jeder Bundesligaspieler pro Spiel 57 Mal am Ball.

* Jeanine Miklós-Thal/Hannes Ullrich: -Nomination Contests: Theory and -Empirical Evidence from Professional Soccer, ZEW-Discussion Paper 09–027

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