Bild: dpaDieses Gerät passte noch in keine Hosentasche: Durch Motorola erblickte das Handy im Jahr 1983 das Licht der Welt. Das Modell Motorola DynaTac 8000X wog noch stolze 800 Gramm und kostete 3500 Dollar.
Bild: rtrSehr schnell war den Handy-Herstellern klar, in welche Richtung die Entwicklung der Mobiltelefone gehen sollte: Es sollte auch das Notizbuch ablösen und ein ständiger technischer Begleiter werden.
Bild: APSeitdem hat sich viel getan. Der große Durchbruch für Mobiltelefone kam Mitte der 1990er Jahre. Konnte man mit dem ersten Handy nur telefonieren, waren die Modelle von 1996 schon wesentlich weiter: Telefonieren, Faxen, Notizbuch, Organizer und Internetzugang wurden bereits vorgesehen.
Bild: APEgal ob einfache Modelle, die gewöhnlichen Telefon-Hörern ähnlich sehen, oder...
Bild: AP... Design-Spielereien wie hier von Siemens: Der Mobilfunkmarkt hat in den letzten knapp 30 Jahren viel innovatives Design mit integriertem High-Tech hervorgebracht.
Bild: ReutersDer frühere finnische Marktführer Nokia zum Beispiel punktete mit der "Communicator-Serie", die in...
Bild: Reuters... verschiedenen Varianten fortgeführt wurde.
Bild: ReutersDie Tüftler von Nokia waren es auch, die das Design der Mobiltelefone in immer neue Richtungen trieben, so dass die Finnen ihre Marktführerposition jahrelang bei vielen Zielgruppen ausbauen konnten.
Bild: APEin Design, das sich nicht durchsetzte: Das Nokia 7600 aus dem Jahr 2004.
Bild: dpaDas Nokia-Hybrid N-Gage war Telefon und Spielekonsole in einem. Es konnte sich allerdings nie gegen die etablierte Spielekonsolenkonkurrenz von Sony und Nintendo durchsetzen.
Dieses Gerät passte noch in keine Hosentasche: Durch Motorola erblickte das Handy im Jahr 1983 das Licht der Welt. Das Modell Motorola DynaTac 8000X wog noch stolze 800 Gramm und kostete 3500 Dollar.
Die Blamage beginnt mitten im Vortrag von Professor Mackscheidt. Plötzlich unterbricht etwas bis dato Unerhörtes die finanzwissenschaftliche Vorlesung des Kölner Universitätsprofessors. Es ist spät im Sommersemester 1992 und zum ersten Mal überhaupt erfüllt penetrantes Gedudel den Saal: Das Läuten eines Mobiltelefons. Meines Mobiltelefons. Mit ziemlicher Sicherheit bin ich der erste Handy-Störer, der je eine Vorlesung der altehrwürdigen Universität zu Köln entweiht hat. Vielleicht bin ich sogar der erste Handy-Störer in Köln überhaupt.
Es ist gerade mal ein paar Tage her, seit D1 und D2, die neuen Digitalfunknetze von Telekom und Mannesmann Mobilfunk, in Betrieb gegangen sind. Und ich – damals noch VWL-Student in Köln und angehender Journalist – teste die neue Technik für ein Kölner Wirtschaftsmagazin. Im Vertrauen darauf, dass einerseits zu diesem frühen Zeitpunkt bestenfalls ein paar Hundert D-Netz-Telefone in Betrieb sind und andererseits ohnehin niemand meine Rufnummer kennt, habe ich mein Testgerät in die morgendliche Vorlesung mitgenommen.
Tragbare Telefonzellen
An Handys oder gar Smartphones wagt damals noch niemand zu denken. Mein tragbares Telefon, ein Panasonic EB 2803, hat noch das Format einer veritablen Damenhandtasche und mit knapp zwei Kilogramm auch ein vergleichbares Gewicht. Tatsächlich füllt es meine lederne Überwurftasche, mit der ich an der Uni unterwegs bin, nahezu komplett aus. Nur ein Notizblock und eine alte Mitschrift passen noch daneben. Beides dämmt das Plärren aus dem Telefon-Lautsprecher kaum.
Aussitzen, denke ich mir. Einfach ignorieren. Schließlich kennt ja – außer mir – noch kaum niemand das Geräusch. Das inzwischen fast omnipräsente Telefon-Getöse von Hardrock bis Hundegebell kann sich Anfang der Neunzigerjahre niemand vorstellen. Und auch der Siegeszug von Nokias Standard-Klingelton, dem „Gran Vals“ des spanischen Musikers Francisco Tarrega aus dem 19. Jahrhundert, beginnt erst Jahre später. Und tatsächlich, in der Weite des Hörsaals ist die genaue Lage der Schallquelle nicht recht zu identifizieren. Alle, ich eingeschlossen, blicken (tatsächlich oder vorgeblich) suchend im Raum herum, bis – endlich – das Klingeln erstirbt. Der Anrufer hat aufgelegt.
- Seite 1: Als die Handys nerven lernten
- Seite 2: Die Pest der ständigen Verfügbarkeit

















