3D-Drucker: Wie 3D-Drucker unsere Wirtschaft verändern

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3D-Drucker: Wie 3D-Drucker unsere Wirtschaft verändern

von Dieter Dürand, Peter Steinkirchner und Susanne Kutter

Schuhe, T-Shirts und Handys aus dem 3D-Drucker: Verbraucher stellen ihre Wunsch-Produkte künftig einfach vor Ort selbst her. Welche Wirtschaftsprozesse das infrage stellt, wo es Geschäftschancen gibt.

Schuhe zu kaufen kann ziemlich nerven. Man rennt von Geschäft zu Geschäft und findet am Ende doch nur ein Paar, das drückt, schlappt – und nicht so cool aussieht wie gedacht. So gesehen haben es Kunden der US-Start-ups Feetz und 3D Shoes besser. Sie vermessen ihre Füße daheim mit ihrer Smartphone-Kamera-App und schicken die Daten an die Hersteller. Zudem wählen sie Design, Farbe, Material und Sohle aus. Wenige Tage später erreicht sie ein Päckchen, darin die Schuhe, maßangefertigt in einem 3D-Drucker. Und mit Preisen von umgerechnet 50 bis 180 Euro je nach Modell nicht mal teuer.

Die neue Technologie hinter dem Service kann noch viel mehr: Mittlerweile lässt sich mit ihr fast jeder denkbare Gegenstand Schicht für Schicht aus Pulvern, Fasern oder geschmolzenen Kunststoffen herstellen: Fahrradrahmen, Nudeln, Gitarren, Turbinenschaufeln, Häuser, ja sogar Blutgefäße. Fachleute sprechen von additiver Fertigung. Der 3D-Druck erreicht damit ein neues Stadium. Jeder kann die Technik nun nutzen.

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Umsätze vom 3-D-Druck boomen

Die Umsätze mit 3-D-Druck-Technologien boomen (zum Vergrößern bitte anklicken)

Dahinter steckt ein zweifacher Zeitensprung. Das Verfahren führt zurück in die vorindustrielle Epoche, als Handwerker jedes Produkt individuell herstellten. Und es katapultiert den Replikator aus der Zukunft ins Jetzt. Das Gerät produziert in der Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ fast alles aus dem Nichts – von der Tasse Tee bis zum Ersatzteil.

Maßgeschneiderte Schuhe aus dem Drucker

Nicht nur Start-ups, auch etablierte Konzerne stellen sich auf die disruptive neue Produktionstechnik ein. Denn das Zusammenwachsen von Herstellung und Verkauf bricht Branchenstrukturen auf und erzwingt neue Geschäftsmodelle. Zum Beispiel werden die Sportartikelhersteller Adidas und Nike, so die Pläne, 3D-Drucker in ihren eigenen Läden installieren. An einem Touchscreen bauen sich dort die Kunden einen Laufschuh zusammen, wählen ihre Lieblingsfarbe für das Obermaterial, entscheiden sich für eine Sohle und Schnürsenkel in schrägem Grün. Zwei Stunden später können sie das gute Stück abholen.

Was sich da bei Schuhen quasi auf leisen Sohlen anschleicht, hat das Potenzial zum Big Bang. Wenn Unternehmen und Konsumenten sich künftig ihre Produkte vor Ort ausdrucken können, dreht das die Globalisierung zurück.

Auswahl von 3D-Druck-Verfahren

  • Thermischer 3D-Druck

    Ähnlich der "Heißklebepistole" wird Material aufgetragen, das anschließend aushärtet.

  • Polyjet

    Ähnlich wie beim Tintendrucker wird Material tröpfchenweise aufgebracht und ausgehärtet - zum Beispiel wird Kunststoff durch UV-Strahlung polymerisiert.

  • 3D-Druck

    Ein Bindematerial wird auf eine Materialschicht (zum Beispiel Sand) aufgebracht - später wird das ungebundene Material abgenommen und die gewünschte Kontur bleibt stehen.

  • Selektives Laser-Sintern

    Eine Pulverschicht wird durch Wärme (Laser) verschweißt. Nach dem schichtweisen Aufbau kann das lose Material abgenommen werden und es bleibt die gewünschte Kontur stehen.

  • Laser-Sintern

    Direktes Materialschmelzen - ähnlich dem Pulverbett-Schmelzen, allerdings wird das Material bereits gezielt am gewünschten Ort aufgetragen und verschmolzen.

Noch wird es etliche Jahre ein Nebeneinander traditioneller Massenproduktion und additiver Einzelfertigung geben, bevor sich die neue Technik komplett durchsetzt. Doch der Trend wird schon bald etwa Chinas heutige Rolle als billige Werkbank der Welt infrage stellen. Da ist sich Richard D’Aveni sicher, renommierter Wirtschaftsprofessor an der Business School des Dartmouth College in den USA. „Viele Produktionen wandern dann wieder zurück vor Ort, ob Schuhe, Spielzeug oder Elektronik.“

Selbst der Kauf des Smartphones könnte ganz anders ablaufen. Die Kunden erwerben bei Apple, Samsung und Co. nur noch Rechenchips und Software – das Gehäuse samt Display gestalten sie selbst und drucken es im 3D-Laden um die Ecke aus. Die riesigen Fabriken des umstrittenen Apple-Zulieferers Foxconn wären dann größtenteils überflüssig.

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