Amazon-Smartphone: Warum das Fire Phone scheitern wird

KommentarAmazon-Smartphone: Warum das Fire Phone scheitern wird

von Kathrin Grannemann

Amazon bringt sein Fire Phone Ende September auch auf den deutschen Markt. In den USA ist das Gerät unbeliebt. Auch in Deutschland wird der Erfolg ausbleiben.

Ab dem 30. September wird Amazon sein Fire Phone auch in Deutschland verkaufen. Vor rund zweieinhalb Monaten ging das Gerät in den USA an den Start - und  konnte dort bisher nur wenige Käufer an sich binden. Wird es nun in Deutschland besser laufen? Vermutlich nicht.

Eine Hürde hat sich Amazon selbst in den Weg gestellt: Das Fire Phone wird ausschließlich über die Telekom vertrieben, und das voraussichtlich für ein ganzes Jahr. Zudem sind die Geräte dann mit einem SIM-Lock versehen und lassen sich in anderen Netzen nicht verwenden. Je nach Tarif kostet das Gerät zwischen einem bis zu 59 Euro – Vertragskosten nicht eingerechnet. Dafür gibt es ein Jahr Mitgliedschaft beim Amazon-Prime-Dienst kostenlos dazu.

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Vollmundige Versprechen

Die Leistungsversprechen von Amazon klingen vielversprechend: Ein schneller 2,2 Gigahertz-Prozessor, 13-Megapixel-Kamera mit Bildstabilisator, lange Akkulaufzeit und HD-Videoaufnahmefunktion sollten für ein System stehen, das seinen hohen Verkaufspreis von bis zu 649 Dollar rechtfertigt. Zudem wirbt Amazon mit allerlei Eigenentwicklungen.

Der "Firefly"-Knopf, mit dessen Hilfe man Filme, Musik und Produkte erkennen lassen kann. Die Displaytechnologie "Dynamic Perspective", bei der das Gerät auf Bewegungen automatisch reagiert und sogar die Kopfbewegungen mit einbezieht. Das angepasste FireOS, das die Nutzung angenehmer machen soll. Die integrierte Anbindung an alle Amazon-Dienste, unter anderem ein kostenloser Zugang zum Prime-System inklusive Gratis-Videostreaming.

Neben der Anbieterbindung gibt noch einige andere Punkte, die die Popularität des Geräts schmälern werden. Zwar setzt Amazon beim Betriebssystem auf Android, dieses lässt sich in der von Amazon genutzten und angepassten Variante Fire OS nicht mehr spüren: Apps aus dem Google Play sind beispielweise nicht nutzbar, der Nutzer ist auf die von Amazon und einigen Drittanbietern angebotenen Anwendungen angewiesen.

Unnötige Spielereien

Die beiden Schlüsselfunktionen Dynamic Perspective und Firefly werden von den meisten Testern lediglich als nette, aber letztlich unnötige Spielerei angesehen. So sorgt Dynamic Perspective mit seiner über Sensoren gesteuerten Bildanzeige bei empfindlichen Testern offenbar für eine leichte Reisekrankheit, ihnen wurde angesichts der Bildbewegung übel.

Zudem fehlen aktuell passende Anwendungsbereiche: Außer einer Handvoll Spiele und der Karten-Anwendung wird die Technologie bisher nicht genutzt. Firefly soll laut Herstellerangaben sowohl Musik und Filme als auch Produkte und QR-Codes erkennen. Die Erfolgsquote ist mit 75 Prozent aber noch ausbaufähig. Moniert wird von den meisten Testern die geringe Geschwindigkeit der Funktion und die fehlende Korrektheit der Ergebnisse.

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Zudem soll die Akkulaufzeit des Amazon-Smartphones nicht besonders gut sein. Angeblich soll es bis zu 22 Stunden im Telefoniemodus erreichen, dies geht aber laut diverser Tester nur dann, wenn ein Großteil der anderen Funktionen deaktiviert wird.

Auch in Deutschland wird es Amazon sicher nicht einfach haben, den Markt mit dem Fire Phone zu begeistern - zumindest so lange sie bewusst auf einen Provider setzen und das System so geschlossen halten, wie es derzeit der Fall ist.

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