
Zu unwahrscheinlich schien es, dass das Unternehmen sein neues Flaggschiff früher als im gewohnten Jahrestonus erneuern würde. Doch genau das ist am Dienstag in Cupertino bei San Jose geschehen, sehr zum Ärger vieler Käufer des iPad3 (“das neue iPad”).
Die Jünger standen erst im März in langen Schlangen vor den Apple-Shops der Republik, um das neue Tablet zu ergattern. Geliebte iPad 2 wurden im Netz für immernoch recht gutes Geld verscherbelt, um das neuste Gerät mit besserem Bildschirm und in den USA auch mit LTE-Datenturbo kaufen zu können. Etwa 30 Millionen iPads der dritten Generation sollen in den letzten sieben Monaten über die Ladentheke gegangen sein. Genaue Zahlen gibt es nicht, da Apple beim Verkauf der einzelnen iPads bei den offiziellen Zahlen nicht unterscheidet.
Bild: dapdStrahlend trat Tim Cook am Dienstagabend vor das Publikum in San Jose. Er stellte eine ganze Parade von Neuheiten vor - darunter auch das iPad mini, um das sich zuvor schon wilde Spekulationen rankten.
Bild: REUTERSDas neue iPad mini ist wie ein iPad 2. Nur geschrumpft. Es ist 7,2 Millimeter dünn und hat eine Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll (rund 20 Zentimeter). Es ist zwar größer als die Tablets der Wettbewerber im Taschenformat, wiegt aber gerade einmal 300 Gramm. Die Auflösung liegt bei 1024 mal 768 Pixeln, wie beim iPad 2. Das iPad mini beherrscht auf breiter Front LTE-Netze. Alle Apps funktionieren auch auf dem iPad mini.
Bild: dapdDass nicht Tim Cook, sondern Marketingchef Phil Schiller das iPad vorstellte, war nicht die einzige Überraschung des Abends. Denn neben dem bereits erwarteten iPad mini kommt auch schon eine überarbeitete Version des großen iPad - und das gerade einmal ein halbes Jahr, nachdem das iPad 3 vorgestellt worden war.
Bild: dapdDas iPad 4 ist ausgestattet mit einem neuen Chip vom Typ A6X und hat dadurch zwei Mal so viel Leistung wie das iPad 3. Es verfügt zudem unter anderem über eine schnellere WLAN-Verbindung und zehn Stunden Akku-Laufzeit.
Bild: dapdErste Bestellungen können laut Schiller ab kommenden Freitag aufgegeben werden, im Handel soll das neue Aushängeschild der Apple-Tablet-Sparte ab 2. November erhältlich sein; es soll ab 329 Dollar (circa 250 Euro) zu haben sein. Zum Vergleich: Das iPad 2 von 2011 kostet derzeit in den USA 399 Dollar (rund 300 Euro).
Bild: dapdDie Preise der neuen iPads im Überblick:
329 Dollar für 16 GB mit Wifi
429 Dollar für 32 GB mit Wifi
529 Dollar für 64 GB mit Wifi
459 Dollar für 16 GB mit Wifi und 3G/LTE
559 Dollar für 32 GB mit Wifi und 3G/LTE
659 Dollar für 64 GB mit Wifi und 3G/LTE
Bild: REUTERSDer Einführung eines kleinen Tablets war offenbar ein längerer firmeninterner Konflikt vorausgegangen. Vor allem der verstorbene Unternehmensgründer Steve Jobs soll der Idee lange ablehnend gegenüber gestanden haben.
Bild: dapdSchlanker und leistungsfähiger fällt auch die neue Version des iMacs aus. "Das ist der schönste Mac, den wir jemals gemacht haben", sagte Schiller bei der Präsentation. Der iMac sehe aus wie ein extrem dünner Monitor, "doch darin ist ein ganzer Computer".
Bild: REUTERSDas Gerät soll im November auf den Markt kommen und kostet je nach Größe zwischen 1.299 Dollar (rund 1.000 Euro) und 1.799 Dollar (knapp 1.400 Euro).
Bild: dapdEine neue Version des MacBook Pro kommt mit einer Bildschirmdiagonale von 33 Zentimetern und einem sogenannten Retina-Display.
Strahlend trat Tim Cook am Dienstagabend vor das Publikum in San Jose. Er stellte eine ganze Parade von Neuheiten vor - darunter auch das iPad mini, um das sich zuvor schon wilde Spekulationen rankten.
Damals glaubte wohl kaum jemand daran, dass das „neue iPad“ nur für sieben Monate später nicht mehr das neuste vom neusten sein würde. Von Unternehmen mit dem Betriebssystem Android wie Asus, HTC und Motorola sind schnellere Markteinführungen bekannt – jedoch nicht von Apple. Normalerweise aktualisiert der Konzern seine Produkte alle zwölf Monate: Im Sommer das Betriebssystem, im Herbst das iPhone und im Frühling das iPad. Neue Computer hat Apple im Rückblick seiner Firmengeschichte im Durchschnitt sogar nur alle zwei Jahre präsentiert.
Dass Apple nun so schnell nachgelegt hat, ist einfach zu erklären: Das Unternehmen kann technisch nachlegen, also macht man es. Wie im Mobilfunkmarkt werden auch bei den Tablets die Komponentenentwicklungen immer schneller. Und die Konkurrenz schläft nicht. Microsoft legt mit dem Surface nach, Amazons Kindle Fire macht mit günstigen Preisen Druck. Stillstand könnte sogar Apple gefährlich werden.
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