Apple Watch gegen Pebble : So schlägt sich der Smartwatch-Underdog

Apple Watch gegen Pebble : So schlägt sich der Smartwatch-Underdog

von Thomas Kuhn

Smartwatch im WiWo-Test: Die vernetzten Pebble-Uhren pflegen ein Underdog-Image. Doch der Vergleich mit der Apple Watch zeigt: Weniger ist mitunter mehr.

Von solch einem Marktstart träumt jeder Gründer: Die Computeruhren des kalifornischen Startups Pebble hatten schon Kult-Status, da kursierten von Apples Smartwatch nicht mal Gerüchte.

100.000 Dollar wollte Pebble-Günder Eric Migicovsky vor gut drei Jahren auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter für den Produktionsanlauf seiner vernetzten Uhren einwerben – und fand binnen Tagen Investoren für die bis dato unerreichte Rekordsumme von 10,3 Millionen Dollar. Und auch die zweite Auflage des smarten Zeiteisens, das im Februar dieses Jahres präsentierte Modell Pebble Time, markierte mit 20,3 Millionen Dollar erneut Kickstarter-Rekord.

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Fitnesstracker und Handyersatz: Was Smartwatches können

  • Wenn die Uhr schlau wird

    Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches überhaupt erst technisch möglich und erschwinglich.

  • Trend zum "Wearable Computing"

    Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit komfortabler im Transport. Neben intelligenten Uhren gibt es etwa auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom "Wearable Computing" – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

  • Ergänzung zum Smartphone...

    Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwierig zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern als Erweiterung zum Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

  • ... und Ersatz fürs Handy

    Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

  • Assistent und Freisprecher

    Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eingehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

  • Der Akku als Schwachpunkt

    Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

  • Start-ups und Konzerne

    Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Der IT-Riese Sony brachte bereits die dritte Generation seiner Computer-Uhr heraus, Samsung hat die Galaxy Gear entwickelt, der Chiphersteller Qualcomm stellt die Toq her. Im April 2015 kommt auch die Apple Watch heraus.

  • Schwierige Prognose

    Wie sich junge Märkte entwickeln, ist schwierig zu prognostizieren – die Vorhersagen für Smartwatches gehen weit auseinander. Während etwa die Marktforschungsfirma IDC ein rapides Wachstum voraussagt, erwarten Forrester und NPD Displaysearch eine baldige Abkühlung des Marktes.

Dabei ist die Pebble ihr Alleinstellungsmerkmal mittlerweile los: Seit diesem Frühjahr flutet der Elektronik-Gigant Apple den Markt mit seiner eigenen Computeruhr, und mit der Vertriebspower eines Milliardenkonzerns. Bis Jahresende dürften sich „gut 15 Millionen Stück der Apple Watch verkaufen“, kalkuliert Annette Zimmermann, Expertin für Mobilgeräte beim Marktforscher Gartner.

Und betrachtet man nur die Verkaufszahlen so ist das Ergebnis mehr als eindeutig: 10 zu 1 – für Apple. Migicovsky, so die Schätzungen, wird es mit seinen Pebbles bis dahin auf vielleicht ein Zehntel der Stückzahlen bringen. Was trotzdem ein respektables Resultat ist. Schließlich hat Migicovsky seine  Pebble, zu deusch „Kieselstein“, ohne Konzern im Rücken auf den Markt gebracht.

Apple Watch Wie gut - oder wie schlecht - verkauft sich Apples Smartwatch wirklich?

Eine ungewöhnliche Rabatt-Aktion für die Apple Watch in den USA wirft Fragen auf: Läuft der Absatz der smarten Uhr etwa schlechter als erwartet?

Bisher gibt es keine verlässlichen Verkaufszahlen zur Apple Watch. Manche Apple Stores in den USA locken jetzt mit speziellen Rabatten. Quelle: REUTERS

Und was überhaupt, sagt Apples Dominanz aus? Ist der Durchmarsch tatsächlich Ausdruck technischer Überlegenheit oder doch nur der Stärke von Marke und Vertrieb? Ist die aktuelle Pebble-Generation (noch) konkurrenzfähig? Oder ist sie womöglich gar die bessere Wahl?

Der Vergleich

Ich habe beide Uhren in mehrwöchigen Trageversuchen auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Zum einen das aktuelle Topmodell von Pebble, die in ein Edelstahlgehäuse gepackte Time Steel für knapp 300 Euro. Zum anderen die (jedenfalls in Grundzügen) vergleichbare Apple Watch, das Modell Sport aus Aluminium in der Version mit 42-Millimeter-Gehäuse für 450 Euro. Daneben gibt es die Pebble Time auch noch in einer Version mit Kunststoffgehäuse für 250 Euro.

Apples Uhren beginnen in der Edelstahl-Version bei 650 Euro und steigern sich preislich in den Edition-Versionen auf bis zu 13.000 Euro – im einen wie im anderen Falle unterscheiden sich die Einsteiger- funktional allerdings nicht von den Luxus-Varianten.

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