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kolumneBrandIndex: Spielekonsolen haben zu kämpfen

05. November 2012
Nintendos neues Flagschiff "Wii U" steht in den Startlöchern. Doch Spielekonsolen bekommen zunehmend Konkurrenz von Smartphones und Tablets. Quelle: dapdBild vergrößern
Nintendos neues Flagschiff "Wii U" steht in den Startlöchern. Doch Spielekonsolen bekommen zunehmend Konkurrenz von Smartphones und Tablets. Quelle: dapd
Kolumne von Holger Geißler

Spielekonsolen sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Pünktlich zum Fest bringt Nintendo die neue Konsole Wii U auf den Markt. Doch gezockt wird heute auch auf Smartphones und Tablets. Die Konsolenhersteller müssen um ihr Publikum bangen.

Am 30. November ist es soweit, dann startet der Verkauf der Wii U in Europa. Die Konsole ist Nachfolger der erfolgreichen Wii - jener Konsole für bewegungsgesteuerte Spiele, mit der sich sogar Bewohner von Altersheimen ertüchtigen. Ob die Wii U ein ähnlicher Erfolg wird oder nicht, darauf schauen nicht nur Hersteller Nintendo, sondern auch die Konkurrenten Sony (Playstation) und Microsoft (Xbox 360).

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Denn insgesamt sinkt der Absatz von Spielekonsolen. Die Verbraucher haben erkannt, dass sie auch gut und vor allem günstiger mit ihrem Smartphone und Tablet spielen können. Viele sind genervt, dass sie auf bestimmten Konsolen nur bestimmte Spiele laufen. Das Angebot an Games für mobile Geräte hingegen ist fast unüberschaubar.

Leichte Verluste für alle

Dass die Branche unter Zugzwang steht, spiegelt sich im YouGov-Markenmonitor BrandIndex wider. Alle Konsolen verzeichnen leichte Imageverluste. So erreichte die aktuelle Wii vor rund einem Jahr noch +70 Punkte von 100 möglichen. Aktuell sind es noch +59 Punkte. Damit bleibt sie jedoch die Konsole mit dem besten Image. Sonys Playstation liegt mit +56 Punkten auf Platz zwei, seit Jahresbeginn verlor die Marke sechs Punkte.

In der Gruppe der Männer und Frauen ab 51 Jahre ist die Wii übrigens besonders beliebt, hier beträgt der Abstand zur Playstation ganze 20 Punkte. Beim jungen Publikum der unter 30-Jährigen hat die Playstation jedoch die Nase vorn. Nintendos mobile Konsole DS fiel vom Höchstwert +54 Punkte zu Jahresbeginn auf aktuell +45 Punkte. Die Wii U konnte bei ersten Präsentationen die Fachpresse und das sachkundige Publikum nur bedingt begeistern. Der BrandIndex-Wert von +33 Punkten spiegelt diese Skepsis vor dem Verkaufsstart wider.

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Im Umfeld tummeln sich noch Microsofts Xbox (+32 Punkte) sowie die Nintendo 3DS (+29 Punkte). Die Xbox erreicht allerdings in der wichtigen Zielgruppe der jungen Männer den zweiten Platz. Auf dem mittleren Niveau zeigen sich beide Marken stabil. Dass beide Produkte schon lange auf dem Markt sind, ist eine Erklärung hierfür. Sonys Konsolenerweiterung für bewegungsgesteuerte Spiele, die Playstation Move, liegt mit +1 Punkt abgeschlagen auf dem letztem Platz. Wurden vor einem Jahr +11 Punkte erreicht, verlor die Marke bis Mai 2012 massiv an Zuspruch und schaffte nur noch -5 Punkte. Insofern zeigt der aktuelle Stand eine gewisse Erholung.

Konkurrenz durch Ouya

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Alles in allem dürften die Imagewerte die Hersteller alarmieren, zudem das Marktumfeld immer schwieriger wird. Denn die Gamergemeinde droht nicht nur Richtung Smartphones, Tablets und Internet abzuwandern. Die Open-Source-Spielkonsole Ouya will die Branche gewaltig umkrempeln. Auf dem für Entwickler offenen Android-Betriebssystem basierend, sollen auf der Konsole mehr Apps und Spiele (umsonst) genutzt werden können als auf jeder anderen. Der Verkaufspreis ist eine Ansage an die etablierten Hersteller: 99 US-Dollar.

Zum Vergleich: Die Basisversion der Wii U wird rund 300 Euro kosten. Die Idee einer Konsole für alle und alles trifft offenbar einen Nerv: Bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter bat das Ouya-Projekt um Unterstützung, wollte 950.000 US-Dollar Anschubfinanzierung. Bereits einen Tag später waren 2,6 Millionen US-Dollar beisammen. Am Ende waren es rund 8,6 Millionen US-Dollar. Geplanter Verkaufsstart ist der März 2013.

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