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CeBIT: Telekom: Deutsche Wolke bietet besseren Datenschutz

von Jürgen Berke

Mitte März will Telekom-Chef René Obermann seine neue Internet-Strategie der Öffentlichkeit vorstellen. Dabei spielt offenbar das Dauerthema Datenschutz eine zentrale Rolle. Diesen Eindruck erwecken die Auftritte der Telekom-Vorstände auf der Computermesse CeBIT. Das verlorene Vertrauen der Kunden gewinnt die Telekom aber erst zurück, wenn die Datenskandale in all ihren Facetten lückenlos aufgeklärt sind.

Das Logo der Deutschen Telekom Quelle: dpa
Das Logo der Deutschen Telekom Quelle: dpa

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Datenkrake Google und dem Skandalkonzern Deutsche Telekom? Beide Unternehmen sammeln immense Datenmengen, beide haben mehrfach gegen geltende Datenschutz-Bestimmungen verstoßen – deshalb klingt die Frage für viele Kunden so, als vergleiche man Pest mit Cholera. Beide Krankheiten sind extrem schlimm. Und der Patient braucht lange, bis er sich davon wieder erholt. Sprich: Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Kunden die vielen Datenlecks vergessen oder die Unternehmen durch eine neue Unternehmenskultur und extreme Sicherheitsvorkehrungen ihre verlorene Glaubwürdigkeit zurückgewinnen können.

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Umso erstaunlicher ist, dass der vertrauensvolle Umgang mit sensiblen Daten einer der Eckpfeiler in der neuen Internet-Strategie ist, die Konzernchef René Obermann am 17. März der Öffentlichkeit vorstellt. Um den weiteren Vorstoß von Web-Riesen wie Google zu stoppen, will die Telekom offensichtlich andere Akzente als der US-Konzern setzen, der durch das neue Produkt StreetView und das Abfotografieren aller deutschen Straßen immer stärker in die Kritik der Datenschützer gerät.

Besonders deutlich wurde die neue Telekom-Strategie beim Auftritt von Reinhard Clemens. Der für das IT-Geschäft zuständige Telekom-Vorstand befürwortet den Aufbau einer Deutschland-Wolke (German Cloud). Deutschland sei in punkto Datenschutz ein echter Standortvorteil, sagte Clemens. „In Deutschland ist alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist. In den USA ist es genau umgekehrt: Alles ist erlaubt, was nicht explizit verboten ist.“

Viele Unternehmen wollen ihre Daten nicht an eine Wolke geben, die um die ganze Welt zieht und die den Blick auf die Daten vernebelt. „Wo sind meine Daten und wie sicher sind sie dort?“ ist nach Clemens’ Meinung eine ganz elementare Frage, die US-Konzerne nicht so eindeutig wie die Deutsche Telekom beantworten können. Sein Versprechen an die Kunden: „All unsere Rechenzentren werden in Deutschland stehen.“ Zum ersten Mal in der Geschichte von T-Systems werde deshalb in diesem Jahr die Rechenzentrums-Kapazität in Deutschland erhöht.

Und dann erteilte Clemens einer Sammelwut in Google-Manier eine deutliche Absage: „Wenn ich in eine E-Mail hineinschreibe ‚ich habe Kopfschmerzen’, möchte ich nicht wenige Minuten später ein Angebot von Aspirin auf dem Bildschirm haben.“

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 03.03.2010, 21:51 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Ein tolles Argument: "in Deutschland ist alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist." - ein Knast-Staat-image soll ein Vorteil sein? Peinlich, peinlich. Dass so etwas von der Telekom kommt, ist dagegen nicht so überraschend. Übrigens, strenger Datenschutz ist ja nicht erlaubt in Deutschland (siehe Rasterfahndung). Aus diesem Grund ist es verboten. Ergo, nichts ist unsicherer als die "German Cloud". Was zu beweisen war.

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