Cloud Computing: CeBIT im Zeichen der Wolke

Cloud Computing: CeBIT im Zeichen der Wolke

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Cloud 1

von Michael Kroker

Schon im Vorfeld der weltgrößten IT-Messe CeBIT war Cloud Computing – also die Software-Nutzung via Internet-Zugriff ohne im Unternehmen installierte Computerprogramme – eines der am meisten diskutierten Themen. Dass es dabei längst nicht mehr nur um reine Marketing-Sprüche geht, machten die Vertreter der IT-Industrie bereits am Tag vor dem heutigen Messestart deutlich.

„Cloud Computing ist der Megatrend im Hightechsektor“, so August Wilhelm Scheer, Chef des ITK-Branchenverbandes Bitkom, auf seiner gestrigen Pressekonferenz. „Er wird die ITK-Branche tiefgreifend verändern.“ Untermauern konnte Scheer das mit konkreten Zahlen. Demnach wachsen die Umsätze mit Hard- und Software sowie Dienstleistungen rund um die Internet-Wolke jährlich zweistellig und sollen bis 2015 auf 13 Milliarden Euro zulegen – dann würden rund zehn Prozent der gesamten IT-Ausgaben in Deutschland auf die neue Technologie entfallen.

Wenig verwunderlich, dass sich die Mehrzahl der Ausstellerfirmen dem Thema Cloud Computing verschrieben haben, allen voran die großen Konzerne wie etwa Microsoft oder SAP. Die Company aus Redmond hat sich beispielsweise mit der Telekom-Tochter T-Systems zusammen getan, um eine sichere und hochverfügbare „deutsche Wolke“ zu bauen. Dadurch wollen die Partner bei Unternehmen mögliche Bedenken hinsichtlich des Speicherorts von sensiblen Firmendaten ausräumen. Für Microsoft-Deutschland-Chef Ralph Haupter kann und muss Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnehmen: „Wir haben die Chance, Deutschland zur führenden Cloud-Nation in Europa zu machen“, so Haupter auf der gestrigen Pressekonferenz.

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Konkrete Produkte am Start

Auch konkrete Produkte haben die Redmonder inzwischen am Start: So kündigte Microsoft gestern die weltweite Verfügbarkeit von Windows Intune an. Dabei handelt es sich um ein Paket von Cloud-basierten Lösungen, mit denen Unternehmen ihre PCs verwalten und managen können – und das praktisch von jedem Standort aus.  Pro PC und Monat soll Windows Intune 11 Euro kosten.

Beim deutschen Microsoft-Rivalen SAP stand die Pressekonferenz am heutigen CeBIT-Eröffnungstag ebenfalls ganz im Zeichen der Wolke. So wurde Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe nicht müde zu betonen, wie erfolgreich ihre Mitte 2010 eingeführte Mittelstandssoftware Business By Design – eine reine Cloud-Lösung – inzwischen sei. „Bereits mehr als 250 Kunden managen ihr Unternehmen komplett damit”, so Snabe. „Und wir werden das Geschäft massiv vorantreiben.“ Zum einen dadurch, dass Business By Design künftig auch für Bestandskunden geöffnet wird: So sollen Großunternehmen das Paket bei Tochterunternehmen oder in Landesniederlassungen einsetzen. Zum anderen dadurch, dass Business By Design nach dem Vorbild von Apple als Plattform etabliert werden soll, auf deren Basis Fremdanbieter eigene Lösungen und Ergänzungen entwickeln.

SAP integriert Cloud Computing und Social Media

„Wir starten heute den Piloten des SAP Store für Business By Design“, kündigte Snabe – wie erwartet  – an. Der eigentliche Start soll stattfinden, wenn es eine ausreichende Zahl von Apps in dem Store gibt – Snabe zufolge soll das auf der Sapphire Mitte Mai passieren. Wie aus dem Umfeld eines SAP-Partners verlautet, dürften die Walldorfer „mindestens mit einer dreistelligen Zahl“ von Applikationen an den Start gehen. Konkrete Details des Geschäftsmodells gab Snabe nicht preis, er verriet aber immerhin, dass SAP ähnlich wie Apple einen bestimmten Teil des Shop-Umsatzes als Kommission einbehalten wird.

Überdies wollen die Walldorfer künftig auch kleine, auf eng umrissene Aufgabenbereiche zugeschnittene Spezial-Anwendungen in der Cloud anbieten. Den Start macht die heute vorgestellte Vertriebslösung SAP Sales On Demand. Neben der Cloud-Technologie integriert das neue Produkt auch Social-Media-Netzwerke wie etwa Facebook und Twitter zur schnellen Kommunikation innerhalb eines Vertriebsteams. Nach diesem Vorbild soll es künftig weitere SAP-Speziallösungen geben, etwa in den Bereichen Personalwirtschaft, Einkauf oder Finanzwesen.

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