Comarch: Die polnische Antwort auf SAP - Seite 2

Comarch: Die polnische Antwort auf SAP

Janusz Filipiak
Janusz Filipiak

Filipiak war lange Professor für Telekommunikation, noch heute nennen ihn viele Mitarbeiter ehrfurchtsvoll „den Professor“. Auch international ist der Pole ein gefragter Experte, noch vor dem Mauerfall forschte er in Paris für die France Telecom und später in Australien.

1993 entstand dann Comarch als Ausgründung der Krakauer Uni, den Vorstand besetzte Filipiak mit ehemaligen Studenten, die oft gerade Anfang 30 waren.       

Auch heute zehrt das Unternehmen von der Verbindung zur Hochschule, denn auch Comarch sucht händeringend Programmierer. „Ich muss in Polen inzwischen fast die gleichen Löhne zahlen, wie in Deutschland“, sagt Filipiak. In Polen seien die Gehälter nur noch 10 bis 15 Prozent niedriger als in Deutschland.

Anzeige

Daher glaubt er auch nicht, dass sich ab 1. Mai viel am Fachkräftemangel ändert, wenn osteuropäische Programmierer in Deutschland arbeiten dürfen. „Es wird niemand kommen“, sagt Filipiak. Er selbst habe kürzlich bei Comarch intern Mitarbeiter aus Krakau gesucht, die zu den ortsüblichen Löhnen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz wechseln gesucht. „Von den 3500 Mitarbeitern haben sich zwei gemeldet.“

Anzeige
Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 18.03.2011, 09:04 UhrHägar Schmidt

    ich habe Comarch-Produkte bei verschiedenen deutschen Kunden im Einsatz gesehen - bis jetzt flogen sie aber "unter dem Radar". in Polen kennt dagegen jeder diese Firma, in Krakau wollen viele informatikstudenten dorthin. Man arbeitet so gern für Comarch wie hierzulande für SAP (zumindest früher).

    Allerdings leidet der polnische iT-Markt unter einer viel gravierenden Verknappung der "iT-Fachkräfte" als dies hierzulande der Fall ist. Es ist auch schwer, die Entwicklung zu internationalisieren, da es in Polen immer noch das Problem gibt, dass nur wenige relativ gutes Englisch sprechen. Das ändert sich leider sehr langsam.

    in jedem Fall ist Comarch eine Erfolgsgeschichte, die eher mit iDS Scheer als mit SAP zu vergleichen ist. Der polnische Markt ist eine große Unbekannte für den deutschen Leser, es wäre interessant, den noch weiter zu ergründen.

  • 17.03.2011, 11:36 UhrOliver Voß

    Das ist in der Tat Zufall. Hatte das Unternehmen schon länger im Auge und bei der CebiT Gelegenheit, mit Herrn Filipiak zu sprechen. Zudem bot das Fußballsponsoring auch noch einen aktuellen Aufhänger.

  • 16.03.2011, 21:13 UhrHägar Schmidt

    Es ist interessant, dass gerade zum Zeitpunkt, zu dem Lufthansa Comarch-becher verteilt, dieser Artikel auf der Wiwo erscheint.

    Zufall. Oder?

    Nichts gegen Comarch - SAP würde etwas Wettbewerb gut tun.

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.