Cybersicherheit : Mobile Geräte werden kaum gesichert

Cybersicherheit : Mobile Geräte werden kaum gesichert

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Laut einer neuen, unabhängigen Studie, sind 80 Prozent aller Smartphones immer noch nicht ausreichend gegen Schad- und Spionage-Software geschützt.

von Thomas Kuhn

Eine neue, unabhängige Studie meldet, dass 80 Prozent aller Nutzer ihre Smartphones noch immer nicht gegen Schad- und Spionage-Software schützen. Warum das unfassbar naiv ist.

Soeben meldet der britische IT-Marktforscher Juniper Research, dass vier von fünf Smartphone-Besitzer ihre Telefone – Prism hin, Trojaner her – noch immer frei von jedem Schutz gegen Datenklau und Spitzel-Software benutzen. Das ist doppelt bemerkenswert. Zum einen, weil die Experten von Juniper, anders als die Hersteller von Schutzprogrammen, die regelmäßig ähnliche Zahlen publizieren, nicht im Verdacht stehen, damit ihr eigenes Geschäft antreiben zu wollen.

Zum anderen aber, und das ist eigentlich noch das Erschreckendere, ist es die geradezu unfassbare Naivität der Smartphone-Nutzer, die sich in der miserablen Schutzquote widerspiegelt. Verzeihung, aber in welchem Jahrhundert leben wir denn? Es ist das 21., nicht mehr das 20., in dem die Menschen langsam und oft schmerzhaft begreifen mussten, dass und wie anfällig ihre Büro- und Privatcomputer gegen Angriffe mit Schadsoftware aller Arten sind: Viren, Würme, Trojaner und wie das Ganze digitale Ungeziefer damals hieß.

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Wir kennen das doch alles längst. Wir schützen unsere PCs und Firmennetzwerke längst gegen digitale Attacken. Mitunter nicht wirklich wirksam (weil die Virendefinitionen etwas angegraut sind, beispielsweise), aber wir tun es. Firewalls, Spam-Filter und Phishing-Blocker begleiten uns beim Surf durchs Web am Computer-Bildschirm, und zwingen die Angreifer zur Entwicklung immer komplexerer – damit teurerer, und tendenziell ökonomisch weniger lukrativer – Angriffstechniken. Das ist alles nicht perfekt, aber es ist eine Menge.

Zehn Tipps: Wie Sie ihr Smartphone schützen

  • Umgang mit Rufnummern

    Seien Sie vorsichtig bei der Weitergabe Ihrer Handynummer. Schreiben Sie diese nicht auf Ihre Visitenkarte.

  • Abhörschutz

    Das Telefonieren über Mobilfunknetze mit dem GSM-Standard ist nicht abhörsicher. Führen Sie Gespräche mit vertraulichen Inhalt deshalb nicht über das Handy.

  • Zugangsschutz

    Nutzen Sie Tastatursperre und Gerätesperrcode und wechseln Sie diese Passwörter in regelmäßigen Abständen.

  • Drahtlose Schnittstellen

    Deaktivieren Sie grundsätzlich alle drahtlosen Schnittstellen wie zum Beispiel WLAN oder Bluetooth-Zugänge, wenn diese nicht benötigt werden.

  • Öffentliche Hotspots

    Nutzen Sie öffentliche Hotspots mit erhöhter Vorsicht. Vermeiden Sie sensitive Anwendungen wie Online-Banking in nicht vertrauenswürdigen Hotspots.

  • Ständige Kontrolle

    Lassen Sie Ihre mobilen Geräte nie aus den Augen und verleihen Sie Ihre Smartphones auch nicht. Manipulationen lassen sich in wenigen Sekunden vornehmen.

  • Gute Apps

    Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Viele verlangen weitreichende Zugriffsrechte auf sensible Daten und Funktionen. Prüfen Sie, ob diese Zugriffsrechte zum Nutzen der App wirklich nötig sind.

  • Sicherheits-Updates

    Achten Sie darauf, dass es Sicherheits-Updates für Ihr Betriebssystem und die installierte Software gibt.

  • SIM-Karte

    Lassen Sie bei Handy-Verlust Ihre SIM-Karte sofort sperren.

  • Verkauf und Entsorgung

    Normales Löschen vernichtet in der Regel nicht alle Daten. Die Speicher müssen vor einem Verkauf oder Entsorgung physikalisch überschrieben werden.

Aber nur am PC. Warum alle Vernunft endet, wenn der PC- zum Tablet oder Smartphone-Nutzer wird, ist nicht nur mir sondern auch den Juniper-Experten schleierhaft. Ihre Vermutungen reichen von der Annahme, dass Schutzprogramme teuer sind – tatsächlich gibt es mindestens Basisschutz bei vielen Herstellern längst als Gratis-App, die Kollegen bei ComputerWoche.de haben hier eine gute Übersicht zusammengestellt – bis zu fehlendem Risikobewusstsein. Letzteres ist umso absurder angesichts der Tatsache, dass Smartphones und Tablets längst leistungsfähiger sind als jeder fünf Jahre alte PC. Und schon der stand massiv unter digitalem Beschuss.

Und auch die immer wieder geäußerte Ausrede, dass PCs wegen der größeren Verbreitung viel attraktivere Angriffsziele seien als ein Handy oder ein Tablet-Computer... und man letztere also nicht schützen müsse, ist sträflich ignorant. In einem Jahr, in dem die Zahl verkaufter Smartphones längst die der verkauften PCs hinter sich gelassen hat, und in dem bis zum Jahresende mehr als eine Million Softwareschädlinge für mobile Geräte existieren, sind Smartphones und Tablets nicht mehr sicherer Datenhafen sondern ein erstklassiges Angriffsziel für Hacker und Spione.

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Und das umso mehr, als – von PIN-Codes über Passwörter bis zu sensiblen Konstruktions- oder wertvollen Kundendaten – inzwischen alle möglichen privat oder beruflich relevanten Informationen auf Tablets- oder Handys lagern. In vier von fünf Fällen frei zum digitalen Diebstahl übers mobile Internet.

Da gibt’s nur eines: Leute, wacht endlich auf. Und sichert Eure Geräte ab.

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