Das Auf und Ab bei Apple: Rekord beim iPhone 5-Verkauf in China

Das Auf und Ab bei Apple: Rekord beim iPhone 5-Verkauf in China

von Meike Lorenzen

Apple hat mit seinem iPhone 5 in China einen Verkaufsrekord aufgestellt. In nur drei Tagen seien mehr als zwei Millionen Geräte im Reich der Mitte verkauft worden, berichtete das Unternehmen am Montag. Dabei kam es allerdings nicht zum üblichen Tumult vor den Apple-Stores. Ein Widerspruch?

Lange Schlangen, viel Getümmel, jubelnde Massen und Volksfestatmosphäre vor den Stores – so sieht normalerweise ein Verkaufsstart bei Apple aus. In China lief dieser am Freitag hingegen relativ verhalten an. So schien es zumindest. Doch dahinter steckt Methode.

Laut Börsenguru Gene Munster vertreibt Apple seine neuen Geräte in China zum Verkaufsstart vor allem über ein Reservierungssystem im Internet. Dadurch bleiben die Stores auch bei der Einführung neuer Produkte relativ leer. Das Unternehmen aus Cupertino hat sich für diese Methode entschieden, nachdem es beim Start des iPhone 4 und 4S zur Unruhen unter den wartenden Fans gekommen war. Erstmals probierte Apple das neue System beim Verkaufsstart des iPad 3 aus. Um Ausschreitungen zu vermeiden, verzichtet das Unternehmen in China auf die werbewirksamen Pressebilder der jubelnden Apple-Jünger.

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"Die Reaktion der chinesischen Kunden war unglaublich"

Trotzdem geisterten am Wochenende einige Gerücht durch die Medien, dass der Start eher schleppend angelaufen sei. Apple-Chef Tim Cook trat diesen Meldungen am Montag selbstbewusst entgegen: „Die Reaktion der chinesischen Kunden auf das iPhone 5 war unglaublich, so dass ein Rekord für das beste Verkaufswochenende in China aufgestellt wurde“, sagte er. Schon bei den Vorbestellungen hatte sich ein Erfolg abgezeichnet. Laut China Unicom seien 300.000 Vorbestellungen für das iPhone 5 eingegangen. Beim iPhone 4S waren es 100.000 weniger gewesen.

Dieser Erfolg war wichtig, denn auf dem schwierigen chinesischen Smartphone-Markt war Apples Marktanteil im dritten Quartal dieses Jahres vom vierten auf den sechsten Platz abgerutscht. Nicht zuletzt durch die starke Konkurrenz von Samsung. China ist der zweitgrößte Markt für Apple, hier zu punkten entsprechend wichtig.

Doch obwohl das neue Smartphone mit größerem Display und LTE-Turbo-Internetzugang von den Kunden anscheinend gut angenommen wurde, hagelt es seitens der chinesischen Medien Kritik für das Apple-Gerät. Bemängelt werden der vergleichsweise hohe Preis und wenig überzeugende Verbesserungen bei Design und Funktion. Auch in Online-Foren machen User ihrem Ärger Luft. Sie zeigen sich verärgert darüber, dass das iPhone 5 in China gut 20 Prozent teurer ist als in den USA und über zehn Prozent mehr kostet als in Hongkong.

Es ist das erste Mal, dass Apple gesondert Zahlen für die Volksrepublik veröffentlicht hat. Allerdings sind sich Analysten einig, dass der gute Verkaufsstart nicht über den härteren Wettbewerb bei Smartphones hinwegtäuschen könne. Wie sensibel der Markt reagiert, zeigt sich an der Börse. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete am Wochenende, dass der taiwanesische Zulieferer Hon Hai Precision Industries zum Wochenschluss unter Druck geraten sei, nachdem mehrere Analysten die Aktie herabgestuft hatten. Sorgen, dass die Nachfrage nach dem iPhone 5 im nächsten Quartal unter den Erwartungen liegen könnte, belasteten den Kurs von beiden Unternehmen. Auch die Apple-Aktie büßte 3,8 Prozent ein und fiel den dritten Tag in Folge.

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Tatsächlich gerät Apple immer mehr unter Druck. Die Konkurrenz für den Marktführer im Bereich Tablets und Smartphones steigt spürbar. Zwar ist das Unternehmen im Bereich der Smartphones immernoch sehr gut aufgestellt. Das neue Windows Phone macht Apple keine ernstzunehmende Konkurrenz. Samsung hingegen mit seiner Galaxy-Reihe findet immer mehr Anhänger.

Bei den Tablets sieht es anders aus. Der Marktvorsprung der iPad-Macher schrumpft laut einer Studie des Marktforschungsinstituts IDC spürbar, was ebenfalls direkte Auswirkungen auf die Aktie hatte.

Es bleibt die Frage, wie Apple sich angesichts der wachsenden Konkurrenz für das neue Jahr aufstellt. Ein Trend ist klar: Das iTV – ein Fernseher aus dem Hause Apple wird kommen. Bleibt die Frage: Wird es dem Unternehmen gelingen mit diesem Gerät in einen neuen Markt einzudringen und ihn zu revolutionieren?

Mit Material von dpa und Reuters

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