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Das dritte Auge: Persönliche Mini-Kameras zeichnen den Alltag auf

von Martin Weigert

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Alltagsereignisse im öffentlichen Raum mit allgegenwärtigen Smartphone-Kameras festgehalten werden. Die nächste Stufe in dieser Entwicklung: am Körper getragene Mini-Kameras, die automatisiert und stetig die Umgebung ablichten.

Agfaphoto Eclipse Explorer

Die Agfaphoto ist keine ambitionierte Action-Cam für Extremsportler, sondern eine robuste Urlaubskamera für Menschen, die öfter mal im Meer schnorcheln und die Kamera beim Quad-Fahren oder bei der Bergwanderung mitnehmen. Die Agfa ist bis fünf Meter wasserdicht und stoßfest, ein eigenes Schutzgehäuse ist nicht nötig. Wie die meisten aktuellen Sportkameras liefert sie Full-HD-Auflösung 1080p. Die maximale Bildrate bei Videos beträgt 60 Bilder pro Sekunde bei 720p (1280 x 720), damit sind leichte Zeitlupeneffekte machbar. Fotos knipst die Agfaphoto mit maximal 5 Megapixel. Ein Vorteil des Geräts ist die vergleichsweise komfortable Bedienung über das relativ große TFT-Display (6,4 Zentimeter) und die Tasten. Vielfältiges Befestigungszubehör gibt es nicht, im Lieferumfang ist nur ein Armband. Dafür ist die Kamera mit 120 Euro aber auch recht preiswert.

Bild: Presse

Es gab mal eine Zeit, als erste Mobiltelefone mit Kameras ausgerüstet wurden und man sich die Frage stellte, wie eine Gesellschaft aussehen würde, in der alle jederzeit ein Foto von einer bestimmten Situation machen und es für jeden sichtbar ins Netz laden können. Im Jahr 2012 wissen wir: im Prinzip nicht anders. Wir haben uns daran gewöhnt, dass bei auch nur annähernd dokumentierenswürdigen Ereignissen sofort zehn Passanten ihr Smartphone zücken, die Geschehnisse in Bild- und Videoform festhalten und anschließend bei Facebook, Twitter oder Instagram publizieren – nachträglich ortsbezogen auffindbar etwa bei Worldcam. Sicher, ab und an kollidiert diese neue Welt mit ethischen und moralischen Konventionen, doch grundsätzlich ist die bisherige Transformation einigermaßen problemlos über die Bühne gegangen.

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Kleine Always-on-Kameras

Die nächste Phase dieser Entwicklung kündigt sich allerdings schon an – mittelfristig mit Google Glass, wobei dort noch abzuwarten bleibt, inwieweit die mit Kameras ausgestattete Cyberbrille tatsächlich wie geplant im nächsten Jahr auf den Markt kommt. Schon vor der eventuellen Einführung von Glass wird aber eine andere Produktgattung erneut Menschen dazu zwingen, ihre Vorstellungen von Privatsphäre und Anonymität in der Öffentlichkeit zu hinterfragen: am Körper getragene Always-on-Kameras im Miniformat, die als drittes Auge fungieren und permanente Schnappschüsse machen.

Eine am Körper getragene Always-on-Kameras im Miniformat: Schon vor der eventuellen Einführung von Google Glass wird dieses Gerät Menschen dazu zwingen, ihre Vorstellungen von Privatsphäre und Anonymität in der Öffentlichkeit zu hinterfragen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Eine am Körper getragene Always-on-Kameras im Miniformat: Schon vor der eventuellen Einführung von Google Glass wird dieses Gerät Menschen dazu zwingen, ihre Vorstellungen von Privatsphäre und Anonymität in der Öffentlichkeit zu hinterfragen. (Symbolbild) Quelle: dpa

t3n berichtete vor zwei Wochen über die Autographer Cam des Herstellers OMG. Dabei handelt es sich um eine Kamera, die ihr Besitzer um den Hals gehängt trägt, und die vollautomatisch Fotos schießt, sofern ihre Sensoren Veränderungen in der Umgebung feststellten, etwa einen Temperaturwandel oder eine Bewegung. Bilder werden auf einem acht Gigabyte großen Flashspeicher gelagert und können archiviert und per Smartphone-App im Social Web geteilt werden. Ab November soll das Gerät für umgerechnet rund 500 Euro in Großbritannien verkauft werden.

Mit Memoto befindet sich zudem gerade eine schwedisches Startup in den letzten Zügen, ein ähnliches Produkt zu lancieren. Das Unternehmen agiert derzeit im Stealth Modus, weshalb Details knapp sind. Was wir wissen: Auch die Nordeuropäer entwickeln eine Kamera, die stetig die Umgebung aufzeichnet. Für den 23. Oktober ist ein “Major Announcement”, also die Bekanntgabe einer signifikanten Mitteilung, geplant.

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