Der Hype um 4K: Was Ultra HD wirklich bringt

Der Hype um 4K: Was Ultra HD wirklich bringt

Nach HD, Full HD und 3D soll jetzt Ultra HD die TV-Zuschauer beglücken. Wann sich der Kauf eines teuren Fernsehers lohnt, was die Geräte bringen - und wo versteckte Tücken liegen.

Der Lieblingsfilm von Kai Schumann ist Sergio Leones Western "Spiel mir das Lied vom Tod". Den Film hat Kai in den Achtzigerjahren mindestens fünfmal im Kino gesehen. Seine Lieblingsszene: Wenn am Ende, beim Duell zwischen Charles Bronson, dem einsamen Rächer, und dem Schurken Henry Fonda die Kamera ins Gesicht von Bronson zoomt. Man sieht jede Pore in seinem braun gebrannten Gesicht. Aber die Kamera geht noch näher ran - bis am Ende ein Augenpaar die gesamte Leinwand füllt.

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Mitte der Neunzigerjahre schaffte Schumann sich einen Videorecorder an, die VHS-Kassette von "Spiel mir das Lied vom Tod" stand bald im Regal. 2005 löste der DVD-Player den Videorecorder ab. Irgendwann musste dann die DVD mit der "Special Edition" des Westernklassikers her.

Dann kam Blu-Ray. Schumann griff mit einem Seufzer abermals ins Portmonnaie und kaufte die Blu-ray-Version des Films.

Es sieht so aus, als ob Schumann demnächst noch ein weiteres Mal zur Kasse gebeten wird. Denn der nächste Videostandard steht vor der Tür: Unter dem Schlagwort "4K" bekannt, macht das hochauflösende Ultra HD derzeit Furore in der Hightech-Industrie. Auf der IFA 2014 in Berlin gehörte Ultra HD zu den absoluten Top-Themen. Alle wichtigen TV-Gerätehersteller wie Sony, Samsung, LG oder Philips präsentierten entsprechende Geräte.

Absatz von Ultra-HD-Fernsehgeräten weltweit

  • 2012

    100.000 Stück.

  • 2013

    1,1 Millionen Stück.

  • 2014

    4,8 Millionen Stück.

  • 2015

    8,1 Millionen Stück.

  • 2016

    13,7 Millionen Stück.

    Quelle: Deloitte

Die Vorteile von Ultra HD

Was genau bringt das Format? Zunächst mal natürlich eine höhere Auflösung, und zwar in Höhe von 3840 × 2160 Pixel. Das ist viermal mehr als bei Full HD - der Standard, der mit seinen 1920 x 1080 Bildpunkten bis vor kurzem noch als das Maß aller Dinge galt.

Die höhere Auflösung bringt nicht nur verbesserte Bildschärfe, sie hat einen weiteren Vorteil. Da sich auf der gleichen Fläche wesentlich mehr Bildpunkte drängen, kann der Zuschauer deutlich näher am Fernseher sitzen - ohne dass die einzelnen Pixel sichtbar werden.

Die verbreitete Annahme, dass ein großer Fernseher auch einen großen Betrachtungsabstand erfordert, stimmt nämlich nicht. Bei Full HD gilt die Faustregel, dass der optimale Betrachtungsabstand etwa der dreifachen Höhe des Bildschirms entspricht. Ab diesem Abstand kann ein Mensch mit normalen Augen das Pixelraster nicht mehr erkennen.

Mehr Kinoflair

Bei Ultra HD muss der Abstand nur noch das 1,5-fache der Displayhöhe betragen, damit das Pixelraster nicht mehr sichtbar ist. Denn die Pixel sind viel kleiner und liegen enger beieinander.

Ein kleinerer Abstand zum Fernseher bedeutet wiederum, dass das Bild größer erscheint und der Sichtwinkel größer wird. Für Filmfans gewinnt dann die Duellszene aus "Spiel mir das Lied vom Tod" im Wohnzimmer deutlich mehr Kinoflair.

Technik-Glossar - Das benötigen Sie für Ultra HD

  • HEVC

    Um Ultra-HD-Inhalte sehen zu können, benötigt man logischerweise einen UHD-Fernseher mit integriertem H.265/HEVC-Decoder. HEVC steht für "High Efficiency Video Codec" und ist ein Kompressionsverfahren, das dafür sorgt, dass die ressourcenfressenden 4K-Dateien möglichst kompakt verpackt durch die Leitung fließen. Der Algorithmus von HEVC arbeitet effizienter als der aktuelle Codec H.264/AVC. Auch Streaming-Dienste wie Netflix nutzen HEVC.

  • HDMI 2.0

    Wer sich einen Ultra HD-Fernseher anschafft, soll darauf achten, dass neben HEVC auch die Abkürzungen HDMI 2.0 im Datenblatt steht. HDMI 2.0 (High Definition Multimedia Interface) ist der Anschluss, mit dem zukünftige 4K-taugliche Blu-ray-Player angestöpselt werden. Der aktuelle Standard-HDMI 1.4 reicht zwar für die Full-HD-Ära, schafft aber die für Ultra HD mit 60 Bildern pro Sekunde nötige Bandbreite nicht. Dafür wären mehr als 10,4 Gigabit pro Sekunde erforderlich. Deshalb wurde die Spezifikation von HDMI 2.0 auf 18 GBit/s festgelegt.

  • HDCP 2.2

    Steht für "High Bandwidth Digital Content Protection" und ist ein Kopierschutzstandard. Dabei werden die Daten verschlüsselt auf das Wiedergabegerät übertragen. Der Fernseher muss HDCP 2.2 unterstützen, andernfalls kann er das Video nicht wiedergeben.

Ultra HD ist auch bei der Wiedergabe von Farben und Kontrasten wesentlich besser ist. Insbesondere durch die Farbtiefe von zehn Bit werden Farbabstufungen und Kontraste differenzierter dargestellt. So können die dunklen Bildpartien bei schattigen Szenen noch voll durchzeichnen und Details erkennen lassen, wogegen sie bei Full HD oder HD möglicherweise schon im Schwarz ersaufen. Da Ultra HD mit mindestens 50 Bildern pro Sekunde gefilmt und ausgegeben wird, werden schnelle Bewegungen flüssiger dargestellt.

Am meisten freuen sich die TV-Gerätehersteller auf die neue Technik. Denn weder das in den vergangenen Jahren lautstark propagierte 3D noch die aufwändige OLED-Technik für Displays konnten sich bisher so recht durchsetzen.

Nun soll Ultra HD den Umsatz ankurbeln. Nach Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung wurden im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 122.000 Ultra HD-Fernseher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande und Spanien verkauft.

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