Digitalkameras: Wie Soziale Netzwerke die Fotowelt verändern

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Digitalkameras: Wie Soziale Netzwerke die Fotowelt verändern

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Die wichtigste Messe der Fotobranche, die Photokina, findet vom 18. September bis zum 23. September 2012 in Köln statt.

von Thomas Kuhn

Immer mehr Menschen laden ihre Bilder vom Handy direkt ins Internet. Die Fotobranche reagiert mit funkenden Kompaktkameras.

Es ist ein stetes Wettrüsten, das sich Handyhersteller und Kameraproduzenten liefern. Kaum meldet die Fotofon-Fraktion einen neuen Megapixel-Rekord, legt die Kamerabranche wieder vor: Sind bei Handys Bildchips mit acht Millionen Bildpunkten aktuell Standard, scheint es selbst bei Mittelklassekameras unter zwölf Megapixeln kaum noch zu gehen.

Wenn sich deren Hersteller in dieser Woche in Köln zum wichtigsten europäischen Branchentreff versammeln, der Photokina, liegen sie damit – numerisch – klar in Führung. Grund zur Euphorie haben sie trotzdem nicht.

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Denn ihnen dämmert, dass sie einen der wichtigsten Techniktrends fast übersehen haben: Immer mehr Fotofreunde wollen Bilder nicht mehr nur in der Kamera speichern, sondern auch gleich an Freunde und Bekannte verschicken. Gerade für die mit iPhone, Instagram und Co. sozialisierte Generation Facebook sind Megapixel-Rekorde da nur noch ein Randaspekt. Für sie sind Fotohandys Werkzeuge, um Schnappschüsse als elektronische Postkarten bei Twitter, Facebook oder Fotoportalen wie Pinterest und Flickr zu veröffentlichen.

Künftige Kernfunktion

Schnell geknipst und per Foto-App verschönert, landen nach Berechnungen der Marktforscher von IDC fast 640 Millionen der täglich rund 1,4 Milliarden neu geschossenen Handyfotos umgehend in den Online-Alben sozialer Netzwerke.

„Hier vollzieht sich ein Paradigmenwechsel“, sagt Sunhong Lim, verantwortlich für Vertrieb und Marketing in der Kamerasparte des Elektronikriesen Samsung. „Vernetzung wird künftig eine Kernfunktion von Kameras.“ Die Koreaner übertragen nun – als erster großer Hersteller – den Netzwerkgedanken von der Handy- in die Kamerawelt: Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin sorgte Lim mit der Galaxy Camera für Aufsehen, einem traditionellen Fotoapparat mit integriertem Mobilfunkchip.

Inzwischen – immerhin – wagen sich auch Hersteller wie Nikon oder Panasonic aufs vernetzte Terrain und zeigen in Köln Kameras mit WLAN-Funkmodul. Auch der Ex-Sofortbildspezialist Polaroid propagiert die Konvergenz mit der Kamera SC1630, die noch 2012 in die Läden kommen soll.

Über das integrierte Modul fürs Computerfunknetz lassen sich die Kameras mit dem Handy koppeln und die Fotos so ins Netz hochladen oder direkt schnurlos auf WLAN-fähigen Fernsehern wiedergeben.

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Das aber kann nur ein erster Schritt sein. Laut IDC-Berechnungen werden in diesem Jahr erstmals mehr Bilder mit Handykameras geschossen als mit traditionellen Fotoapparaten. Ohne attraktive, vernetzte Kameras, so viel scheint damit klar, gerät die klassische Fotowelt im Wettrüsten mit den Smartphones bald sogar ins Hintertreffen.

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