Drohnen: Sicherheit soll lohnende Geschäfte ermöglichen

Drohnen: Sicherheit soll lohnende Geschäfte ermöglichen

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Drohen sind auf dem Radar nicht zu finden.

Die Drohnen sind los. Weltweit ringen die Flugsicherungen darum, den unbemannten Flugobjekten vernünftige Grenzen zu setzen. Denn nur dann lässt sich mit der neuen Technologie auch Geld verdienen.

Die Drohnen sind nicht mehr aufzuhalten, da sind sich die Experten beim internationalen Flugsicherheitskongress in der Stadthalle von Langen einig. In wenigen Jahren werden weltweit Millionen der unbemannten Flugobjekte den Himmel bevölkern und den Luftverkehr unsicherer machen - wenn es schief läuft.

Und es läuft bereits einiges schief: 61 gefährliche Annäherungen an bemannte Flugzeuge und Helikopter hat es bis Ende Oktober allein im deutschen Luftraum gegeben, fünf Mal so viel wie ein Jahr zuvor, berichtet der Veranstalter Deutsche Flugsicherung (DFS). Am Montag ist eine Drohne im Münchener Olympiapark aus 180 Metern Höhe nur knapp neben einer Familie mit zwei Kindern zu Boden gekracht.

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„Drohnen sind auf dem Radar nicht sichtbar und damit ein Alptraum für jede Flugsicherung“, sagt DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Im Verein mit der europäischen Luftsicherheitsbehörde EASA und der Deutschen Telekom will er daher möglichst allen unbemannten Fluggeräten einen Mobilfunkchip verpassen und deren Positionsdaten umgehend in die Flugsicherungssysteme einspeisen lassen.

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Dieses noch im Modellversuch befindliche Verfahren findet ungeteiltes Lob der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Ihr Sprecher Markus Wahl hält wie die DFS gar nichts von dem einfachen, vom Bundesverkehrsministerium vorgeschlagenen Nummernschild, weil das schließlich erst in einem Schadensfall Hinweise auf den möglichen Verursacher geben könne. Die Piloten müssten vorher vor anderen Flugobjekten gewarnt werden. „In dem Moment, in dem ich als Flugzeugführer weiß, dass da Drohnen sind, habe ich ja schon den ersten Schritt in Richtung Sicherheit gemacht.“

Auch die Industrie zeigt hohe Bereitschaft zu technischen Lösungen für mehr Sicherheit. Etliche Firmen haben sich bereits auf die Abwehr von Drohnen beispielsweise rund um Fußballstadien spezialisiert. Der chinesische Drohnen-Weltmarktführer DJI arbeitet eng mit US-Behörden zusammen, um den Geräten per Software das Fliegen beispielsweise über Kraftwerken, Gefängnissen, Flughäfen oder militärischen Anlagen unmöglich zu machen. Auch temporäre Flugverbote könnten über das sogenannte Geo-Fencing einprogrammiert werden, verspricht DJI-Manager Brendan Schulman. Er weiß: Ein einziger spektakulärer Terroranschlag mit einer Drohnenbombe könnte sein Geschäft zerstören.

Trotz aller Bedenken und Kontrollwünsche wollen die Flugaufseher der faszinierenden Technologie möglichst viele kommerzielle Anwendungen öffnen. In den USA sitzen große Konzerne wie Amazon in einem ständigen Beratergremium der Flugaufsicht FAA, die bei den rechtlichen Rahmenbedingungen im teils atemberaubenden Tempo die Standards setzt. Die bürokratischen Europäer kommen kaum hinterher, wie DFS-Chef Scheurle einräumt. Auch der Flugaufsichtsweltverband CANSO macht Druck: Schließlich müsse dieses Rad nicht in jedem Land neu erfunden werden, sagt ihr Vertreter Jeff Poole.

In Europa ist der Logistikriese DHL Vorreiter, seit 2013 werkeln die Postler an verschiedenen Lastdrohnen, die sie erst in Bonn, dann an der Nordsee-Insel Juist und schließlich in den bayerischen Alpen in Verbindung mit zwei vollautomatischen Paketstationen getestet haben. „Wir sind weltweit die ersten, die eine Transportdrohne - bei uns der Paketkopter - für einen Endkundenzugang einsetzen können“, sagt der Konzernvorstand Post, Jürgen Gerdes, stolz. Der nächste Schritt geht in die Ballungsräume - wegen ihrer Verkehrsprobleme der zweite mögliche Einsatzort nach den besonders abgelegenen Paketzielen.

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