Drohnen-Studie: Wie gefährlich sind Drohnen für Flugzeuge wirklich?

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Drohnen-Studie: Wie gefährlich sind Drohnen für Flugzeuge wirklich?

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Eine Drohne und ein Flugzeug.

von Thomas Stölzel

Amerikanische Wissenschaftler haben das Risiko eines Zusammenstoßes zwischen Drohnen und Flugzeugen ermittelt. Dafür untersuchten sie Zusammenstöße von Vögeln mit Flugzeugen.

Meldungen, nach denen Verkehrsflugzeuge fast mit einer zivilen Drohne kollidiert sind, gibt es zurzeit nahezu im Wochentakt. So entging etwa ein mit 500 Passagieren besetzter Airbus A380 am 18. März beim Anflug auf den Flughafen von Los Angeles laut Lufthansa nur knapp einer Kollision. Und vor wenigen Tagen stieß ein Airbus von British Airways gar mit einer Drohne zusammen. Passiert ist dem Flugzeug dabei nichts.

Wissenschaftler der bei Washington gelegenen George Mason University fanden nun heraus, dass die Gefahr eines durch zivile Drohnen ausgelösten Flugzeugunglücks viel geringer ist als angenommen. Das statistische Risiko sei so klein, dass es nur einmal in 187 Millionen Jahren Flugzeit zu einem tödlichen Unfall komme. 

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Die Wissenschaftler werteten für ihre Berechnung Vogelschläge aus, die bei der US-Flugaufsichtsbehörde FAA in den vergangenen 25 Jahren gemeldet wurden, und setzen diese zu den rund zehn Milliarden Vögeln ins Verhältnis, die allein in den USA durch die Luft schwirren. 

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So fanden sie heraus, dass längst nicht jeder Zusammenstoß das Flugzeug beschädigt. Unter den insgesamt 160.000 registrierten Kollisionen mit Tieren waren demnach nur 14.000 Zusammenstöße mit Vögeln, bei denen ein Flugzeug Schaden nahm. 80 Prozent davon waren Kollisionen mit mittelgroßen oder großen Vögeln. Zudem vermuten die Wissenschaftler eine hohe Dunkelziffer bei Zusammenstößen ohne Schaden, da es den Piloten oder Airlines offen steht, diese zu melden. 

Nur einmal verunglückte der Studie zufolge ein Passagierflugzeug durch einen Vogelschlag. Das war der berühmte US-Airways-Flug 1549, der 2009 auf dem Hudson River in New York notwassern musste. Er war in einen Schwarm Kanadagänse geraten und beide Triebwerke hatten eine unbekannte Zahl der riesigen Tiere angesaugt.

In den vergangenen 25 Jahren habe es der Studie zufolge in den USA nur zwölf Zusammenstöße zwischen Fluggeräten und Tieren gegeben, bei denen Menschen starben. Nur einmal war dabei ein Passagierflugzeug verwickelt, eine Embraer EMB-120 von Atlantic Southeast Airlines, die im Jahr 2000 auf der Landebahn mit mehreren Weißwedelhirschen kollidiert war. Ein Passagier auf Platz 3C wurde dabei verletzt und starb später an einer Infektion. 

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Die Wissenschaftler geben zu bedenken, dass selbst wenn es Abermillionen von Drohnen gebe, das Risiko einer Kollision deutlich geringer sei als bei einem Vogel. So verbringen Vögel rund die Hälfte ihrer Zeit in der Luft. Drohnen dagegen befänden sich den überwiegenden Teil der Zeit auf dem Boden in einem Schrank oder in der Garage. 

Die amerikanische Academy of Model Aeronautics (AMA) geht sogar soweit, der Flugaufsichtsbehörde FAA Populismus in Bezug auf Drohnen vorzuwerfen. Unter 764 von der FAA registrierten Beinahe-Kollisionen mit Drohnen seien nur 27 gewesen, die tatsächlich als solche gewertet werden können. So hat die FAA schon einfache Sichtungen als Beinahe-Kollisionen ausgewiesen.

Tatsächlich ist weltweit bisher kein Fall bekannt, in dem ein Mensch durch eine zivile Drohne getötet wurde. Behörden und Flugaufsicht betonen dennoch unablässig, wie gefährlich die neuen Quadrocopter seien. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Rechte der Drohnen-Piloten demnächst deutlich einschränken und damit einer jungen Wachstumsbranche die Flügel stutzen, noch bevor sie die Chance hat, abzuheben. Drohnen durch technische Ausstattung wie Transponder und Geofencing sicherer zu machen, spielt in seinen Plänen keine Rolle.

Der chinesische Drohnenhersteller DJI etwa hat inzwischen ein sogenanntes digitales Geofencing eingeführt, dass Drohnen daran hindert, in Sicherheitszonen etwa von Flughäfen hineinzufliegen oder darin zu starten.

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