Drohnen: Warum 2017 das Jahr der fliegenden Kameras wird

Drohnen: Warum 2017 das Jahr der fliegenden Kameras wird

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Im TestWas kann die Kameradrohne Inspire 2?
von Andreas Menn

Scharfe Bilder, Kollisionsschutz und einfache Bedienung machen Quadrokopter reif für den Massenmarkt. Allerdings: Der erlaubte Luftraum für Drohnen wird bald enger.

Wenn die Bergwacht im bayerischen Furth im Wald auf Vermisstensuche geht, muss sie nicht gleich einen Helikopter losschicken. Stattdessen senden die Lebensretter eine Drohne in die Luft. Anfang des Jahres haben sich die Helfer eine Inspire-2-Drohne des chinesischen Herstellers DJI gekauft.

Der Profi-Quadrokopter hat eine Kamera an Bord, die besonders scharfe Bilder aufzeichnet – und auch in der Dämmerung noch klare Videos liefert. Auf einem Tablet-Computer können die Bergretter in Echtzeit die Aufnahmen des Adlerauges in der Luft verfolgen – und zwischen Bäumen und Gestein nach Verunglückten Ausschau halten.

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Dass Drohnen inzwischen auch in brenzligen Situationen zum Einsatz kommen, zeigt, wie ausgereift die Technik ist. Die Inspire-2 (zum Video) etwa fliegt bis zu 94 Kilometer pro Stunde, lässt sich bis zu fünf Kilometer weit weg fliegen und folgt auch von selbst Personen, wenn man diese auf dem Bildschirm antippt – für Bergretter eine interessante Funktion. Dass die Drohne selbst an der Felswand zerschellt, darüber müssen die Piloten sich keine Sorgen machen – denn dank eingebauter Sensoren und Künstlicher Intelligenz hält sie vor jedem Hindernis an oder fliegt darüber hinweg.

Fakten zu Drohnen

  • Drohnen immer beliebter

    Die Verkaufszahlen für Drohnen in Deutschland steigen. Immer mehr Menschen nutzen die kleinen Fluggeräte, um in ihrer Freizeit aus der Luft zu fotografieren oder zu filmen. Einige Fakten im Überblick.

  • Gewicht

    Bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm ist der Betrieb von Drohnen ohne Erlaubnis möglich. Fluggeräte, die mehr wiegen, darf man nur mit Einverständnis der Flugverkehrskontrolle steigen lassen.

  • Steuerung und Sicht

    Der Drohnenpilot muss während des Betriebs sein Fluggerät jederzeit ohne Hilfsmittel sehen können - also ohne Fernglas oder Nachtsichtgerät. Bemannten Luftfahrzeugen muss ein Drohnenpilot stets ausweichen. Steuern unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ist verboten.

  • Höhe

    Die maximale Flughöhe darf bei gewerblicher Nutzung 100 Meter nicht übersteigen. Für alle, die eine Drohne in ihrer Freizeit steigen lassen, gilt eine Grenze von 762 Metern - solange keine andere Regel dagegenspricht. In Großstädten mit internationalem Flughafen sind vielerorts nur 30 Meter erlaubt.

  • Überflug

    Über Menschen ist der Überflug verboten, ebenso über Krankenhäusern, Kraftwerken und Gefängnissen. Wer seine Drohne in einem Abstand von weniger als 1,5 Kilometer zu einem Flugplatz oder Flughafen steigen lassen will, braucht eine Erlaubnis der Luftaufsicht.

Die Marktforscher von Gartner prophezeien der Technik denn auch für 2017 einen Boom: Gingen 2016 noch 2,1 Millionen Exemplare über den Ladentisch, sollen es dieses Jahr schon 3 Millionen sein – die meisten davon für private Zwecke. 174.000 Stück werden für den kommerziellen Einsatz gekauft. Sechs Milliarden Dollar Umsatz dürften die Hersteller dieses Jahr machen. Im Jahr 2020 soll der Markt schon auf 11,2 Milliarden Dollar gewachsen sein.

Vor allem für Luftaufnahmen eignen sich die flotten Flieger. Vom Einklapp-Modell, das in jeden Rucksack passt, bis zur Profidrohne mit wechselbarer Optik sind inzwischen alle Varianten auf dem Markt. Aber auch für Wettrennen in der Luft nutzen Modellflugfans Drohnen immer öfter. Sogar der Versicherer Allianz ist gerade in den Trendsport eingestiegen – als Werbepartner der Drone Racing League, eines weltweiten Drohnen-Rennserie.

Neue Drohnen-Gesetze "Das Regel-Wirrwarr ist undurchsichtig und gefährlich"

Immer mehr Deutsche begeistern sich für Drohnen. Die Regierung plant strengere Vorschriften, um Gefahren zu minimieren. Der Vorsitzende des Bundesverbands Copter Piloten erklärt, welche Neuerungen wirklich nötig wären.

Ein FPV-Race-Pilot sieht über sein Kamerabild einen anderen Copter. Quelle: dpa

Auch für kommerzielle Zwecke werden Drohnen immer öfter eingesetzt: Die Lufthansa inspiziert mit ihrer Hilfe Windräder. Landwirte scannen aus der Luft ihre Felder ab, um den Bedarf an Wasser und Dünger zu ermitteln – laut den Beratern von PriceWaterhouseCoopers ein Geschäft, das im Jahr 2025 schon 32,4 Milliarden Dollar wert sein wird. Auch Feuerwehren nutzen immer öfter Bilder aus der Luft, um die Gefahrenlage bei Bränden zu klären.

Demnächst, wenn der Bundesrat am 10. März zustimmt, müssen Drohnenpiloten allerdings strengere Regeln beachten: Ab einem Gewicht von 250 Gramm müssen Drohnen eine Plakette mit dem Namen der Adresse des Besitzers tragen. Und wer einen Kopter ab zwei Kilogramm Gewicht fliegt, muss eine Pilotenlizenz oder eine Prüfungsbescheinigung nachweisen. Höher als 100 Meter dürfen Drohnen nicht mehr fliegen und auch nicht über Autobahnen oder Bahntrassen.

Über den Wolken ist die Freiheit eben doch nicht grenzenlos.

Die wichtigsten Drohnen-Regeln im Überblick

  • Flughöhe

    Drohnen dürfen künftig nicht mehr in Höhen von mehr als 100 Meter aufsteigen.

  • Flugverbotszonen

    In und über sensiblen Bereichen, wie z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, und Wohngebieten, gilt künftig Flugverbot.

  • Haftung

    Drohnen ab einem Gewicht von mehr als 250 Gramm müssen künftig mit der Adresse des Eigentümers gekennzeichnet werden, um im Schadensfall schnell den Halter ermitteln zu können.

  • Drohnen-Führerschein

    Für Flugmodelle und unbemannte Fluggeräte ab zwei Kilogramm wird künftig ein Kenntnisnachweis erforderlich sein – eine Art "Drohnen-Führerschein".

  • Mindestalter

    Das Mindestalter für die Drohnenlizenz soll 16 Jahre betragen.

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