DVB-T2 HD: Wie Zuschauer den Blackout verhindern

DVB-T2 HD: Wie Zuschauer den Blackout verhindern

, aktualisiert 26. Dezember 2016, 14:58 Uhr
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In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Die Werbung klingt wie eine Drohung: Wer nicht bald aufs neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD umstellt, bei dem bleibt der Bildschirm schwarz. Tatsächlich sollten sich Zuschauer Gedanken machen – auch über Alternativen.

In diesen Tagen bleiben viele Fernseher schwarz – zumindest für ein paar Sekunden. „Ihr Bild ist bald weg“, warnt ein Werbespot: „DVB-T wird abgeschaltet!“ Die Firma Freenet fordert damit die Zuschauer auf, möglichst schnell auf DVB-T2 HD umzurüsten, den neuen Standard fürs Antennenfernsehen, der in vielen Regionen ab Ende März ausgestrahlt wird.

Es besteht kein Grund, in Panik zu verfallen. Mit der dramatischen Botschaft will die Firma das Geschäft ankurbeln – gerade in der Weihnachtszeit sitzt das Geld für Elektronik locker. Dennoch ist es sinnvoll, dass sich Zuschauer, die über Antenne fernsehen, bald Gedanken machen.

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Denn wer zu lange wartet, könnte nach der Umstellung tatsächlich kurzzeitig ohne Bild dastehen: „Wir befürchten, dass es im März nicht genügend Geräte gibt“, sagt Wolfgang Breuer, Chef der Firma Media Broadcast, die seit März zu Freenet gehört. Gedanken machen bedeutet aber auch, über Alternativen nachzudenken, ob Satellit, Kabel oder Internet.

Was sich 2017 für Verbraucher ändert

  • Lebensversicherungen

    Neukunden klassischer Lebensversicherungen müssen sich vom kommenden Jahr an auf einen weiteren Rückgang der garantierten Verzinsung einstellen. Der sogenannte Garantiezins sinkt zum 1. Januar 2017 für neuabgeschlossene Verträge auf 0,9 Prozent - von aktuell noch 1,25 Prozent.

  • Geld

    Ab dem 4. April soll ein neuer 50-Euro-Schein Fälschern das Leben schwerer machen. Zur Erstausstattung werden insgesamt 5,4 Milliarden Stück gedruckt. Der neue Schein hat unter anderem wie schon der neue 20-Euro-Schein ein Porträt-Fenster als neues Sicherheitsmerkmal. Hält man die Note gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und man sieht ein Porträt der griechischen Mythengestalt Europa. Der 50er ist die am häufigsten genutzte Stückelung der Euro-Banknoten und die am zweithäufigsten gefälschte Banknote im Eurosystem.

  • Staubsauger

    Bei Staubsaugern wird die Leistung noch einmal gekappt. Ab dem 1. September dürfen Staubsauger nach den Energiespar-Vorgaben aus Brüssel nur noch eine maximale Stromaufnahmeleistung von 900 Watt haben. Bisher sind es 1600 Watt.

  • Fernsehen

    Etliche Bürger, die ihr Programm noch über Antenne empfangen, müssen sich im Frühjahr umstellen. In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Sendesignal in vielen Regionen vom bisherigen Standard DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Mit der Umstellung wird es erstmals möglich sein, Fernsehen über Antenne in HD-Qualität zu empfangen. Bis Mitte 2019 soll die Umstellung bundesweit abgeschlossen sein. In ersten Ballungsgebieten sind sechs Programme in DVB-T2 HD bereits seit Mai im Testbetrieb verfügbar.

  • Kabel-TV

    Änderungen gibt es aber auch für etliche Kabel-TV-Kunden. Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia schaltet sein analoges Angebot im Juni 2017 vollständig ab. Ab dem 1. Juni wird das Kabel-TV-Angebot nur noch digital ausgeliefert. Zum Empfang ist dann ein Digital-Empfänger oder ein Flachbildfernseher mit integriertem Kabeltuner nötig. Nach Angaben des Senders nutzen allerdings schon heute 85 Prozent der Kunden das deutlich umfangreichere Digitalangebot.

  • Telefongebühren

    Gute Nachricht für Urlauber: Die Roaming-Gebühren für das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland sollen nach den Plänen der EU-Kommission im Juni 2017 abgeschafft werden. Allerdings haben die Pläne noch nicht alle Hürden genommen.

  • Gesundheit

    Ab dem 1. Juli übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten einer Videosprechstunde mit dem Arzt. Mit dem so genannten E-Health-Gesetz wird dies Angebot Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. Die Nutzung der Beratung via Internet sei aber kein Muss, sondern für die Patienten freiwillig, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

  • Feiertage

    Für Millionen Arbeitnehmer gibt es im Herbst ein besonderes „Geschenk“: Der Reformationstag am 31. Oktober 2017 ist zum 500. Jubiläum ausnahmsweise ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag.

Der Name deutet es an: DVB-T2 HD ist eine Weiterentwicklung des digitalen Antennenfernsehens DVB-T. Mit dem neuen Standard ist es möglich, Bilder im hochauflösenden HD-Format zu übertragen – anders als bei Satellit, Kabel und Internet-TV geht das per Antenne bislang nicht. Zudem werden künftig mehr Programme angeboten. Auch etliche Privatsender sollen verfügbar sein, wenn auch gegen Gebühr.

Die Einführung des neuen Standards steht schon länger fest. Bereits vor der Fußball-Europameisterschaft im Sommer begann in etlichen Ballungsräumen der Testbetrieb, seitdem können Zuschauer dort mit den richtigen Geräten das Antennenfernsehen scharf stellen. Am 29. März erfolgt in vielen Regionen die vollständige Umstellung, weitere Standorte sollen später folgen. „In der Ausbaustufe sollen 80 Prozent der Deutschen DVB-T2 HD gucken können“, verspricht Media-Broadcast-Manager Breuer – beim alten Standard sind es rund 67 Prozent. Genauere Informationen stellt der Betreiber auf der Website www.dvbt2hd.de zur Verfügung.

Doch wie die Werbung schon sagt: Ohne neue Receiver bleiben die meisten Bildschirme schwarz. Denn alte Geräte kommen in der Regel nicht mit dem effizienten Komprimierungsstandard HEVC (H.265) klar, der bei DVB-T2 HD die Datenmenge so schrumpfen lässt, dass trotz weniger Bandbreite eine bessere Bildqualität möglich ist. Millionen von Empfangsboxen werden deswegen bald zu Elektroschrott.

Was also sollten Zuschauer tun?

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