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Fachkräftemangel: Vom Arbeitsamt zur CeBIT

von Oliver Voß

10.000 neue Stellen will die IT-Branche schaffen, doch es fehlt geeignetes Personal. Nun gehen Arbeitsagentur und IT-Branche neue Wege im Kampf gegen den Fachkräftemangel und verteilen CeBIT-Freikarten an Arbeitslose.

Stand der Deutschen Telekom Quelle: dpa
Stand der Deutschen Telekom auf der CeBIT Quelle: dpa

Manch ein Arbeitslosengeldempfänger wird sich über die Post gewundert haben, die er im Februar in seinem Briefkasten fand: Denn die Arbeitsagentur hat zahlreiche Hartz-IV-Empfänger eingeladen, sich Freikarten für die CeBIT abzuholen. Ziel sei es, neue Trends auf dem Arbeitsmarkt aufzuzeigen und die Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern zu erleichtern.

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„Qualifizierung life“ nennt sich das Gemeinschaftsprojekt von Arbeitsagentur und Messe. Bereits bei der Hannover Messe wurden so 4000 Besucher geworben, die Veranstalter hoffen bei der CeBIT eine ähnliche Zahl zu erreichen. Vor allem Informatiker und Ingenieure wurden angesprochen. Neben Arbeitslosen gibt es auch Karten für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu Weiterbildungen schicken können.

10.000 neue Stellen

„Es geht nicht darum, die Besucherzahlen nach oben zu treiben“, betont ein CeBIT-Sprecher. Der Verdacht liegt nahe, immerhin kämpft die Messe seit Jahren mit sinkenden Besucherzahlen. Nachdem 2010 noch 400 000 Personen auf die CeBIT gekommen waren, ging die Zahl im Vorjahr auf 334 000 zurück. Allerdings war die Messe auch einen Tag kürzer.

Doch nicht der Mangel an Besuchern, sondern der an Fachkräften ist der Hintergrund des Pilotprojekts. Die IT-Industrie ist inzwischen hinter dem Maschinenbau zur zweitgrößten Branche geworden. Mit 843.000 Angestellten liegt sie laut Branchenverband BITKOM vor der Autoindustrie. In diesem Jahr soll es 10.000 neue Stellen geben, zwei von drei Unternehmen stellen in diesem Jahr neue Mitarbeiter ein. Doch fast 60 Prozent beklagen dabei Schwierigkeiten durch den Fachkräftemangel.

Ob nun ein CeBIT-Besuch bislang Arbeitslosen neue Jobperspektiven bietet muss sich zeigen. „Die Ergebnisse bei der Hannover Messe waren vielversprechend“, sagt Michael Köster, Sprecher der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen. In der Folge wurden einzelne Bewerbungsgespräche vermittelt, genaue Zahlen gäbe es jedoch nicht.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 01.03.2011, 01:15 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Unglaublich. Un-glaub-lich.

    Wann werden gewisse Eierbären endlich kapieren, dass in der iT Mittelmaß des Unternehmers Tod bedeutet? Die iT hat kein Problem mit dem "Fachkräftemangel"; Es ist eher so, dass das iT-Management ein falsches Menschenbild eines iT-Experten pflegt.

    Noch immer denken viele, dass ein Entwickler austauschbar ist wie ein immobilienmakler. Leider ist ein immobilienmakler eine reine Präsenzposition: man muss einfach nur da sein und nichts Dummes anstellen, damit ist man qualifiziert. Ein Softwareentwickler ist dagegen eine kreative, schwer zu erlernende berufung, die nur dann Früchte trägt, wenn der betroffene wirklich etwas auf dem Kasten hat.

    Die Leistungsspanne zwischen einem schwachen Entwickler und einem Topmann beträgt locker Faktor 10. Das darf ich nach 20 Jahren in der iT doch einmal sagen. Wir haben kein Problem mit der Menge verfügbarer Experten - wir haben ein knallhartes Qualitätsproblem.

    Wer der Meinung ist, dass ein angelernter Arbeitsloser den "Fachkräftemangel" verringern kann, der hat einfach keine Ahnung und ist selbst ein gefährliches individuum.

    Wenn idioten fliegen könnten...

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