Fahrradmarkt: Immer mehr Deutsche wollen E-Bike kaufen

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Fahrradmarkt: Immer mehr Deutsche wollen E-Bike kaufen

Die elektrischen Fahrräder finden bei den Bundesbürgern immer mehr Anklang. Sehr zur Freude der Branche, die im hartumkämpften Fahrradmarkt von dem neuen Geschäftsfeld profitiert.

Die Hersteller können aufatmen, Elektrofahrräder liegen weiter im Trend. Knapp ein Viertel der Deutschen (22 Prozent) wollen sich laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage im Auftrag der Ergo-Versicherungen ein E-Bike anschaffen. Dabei unterscheidet sich die Nachfrage jedoch stark nach Region. Im Westen würden  23 Prozent der Befragten auf ein Elektro-Fahrrad umsatteln, im Osten hingegen nur 15 Prozent. Auf Deutschlands Straßen sind nach Branchenangaben 1,3 bis 1,4 Millionen E-Bikes unterwegs.

Für die Hersteller ergibt sich daraus ein interessantes Geschäftsfeld im hartumkämpften Fahrradmarkt. "Der Markt ist seit vielen Jahren gesättigt", sagt Peter Wicht, Vorstandschef der börsennotierten Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG. Mifa setzt deshalb neben der Herstellung preisgünstiger Räder für Discounter auf den Trend zum Zweitrad sowie E-Bikes und Pedelecs. Der Fahrradhersteller aus dem Südharz baut seit 2011 E-Bikes. Mittlerweile machen sie fast ein Drittel des Umsatzes aus - allerdings sind diese Räder im Vergleich zum einfachen „Drahtesel“ auch deutlich teurer, mehrere Hundert Euro werden fällig.

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„Der Preiskampf bei den Discountern wird immer stärker. Deshalb muss man die Fahrräder höchst effiziert produzieren“, sagte Vorstand Peter Wicht. Zudem herrscht unter den gut 200 Fahrradfirmen in Deutschland nicht immer eitel Sonnenschein, denn sie sind stark von der Saison und vom Geldbeutel der Kunden abhängig. „Ist das Wetter schön, läuft es im Fahrradladen rund“, sagte Stephan Schreyer, Sprecher vom Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV). Zudem sei zu beobachten, dass die Verbraucher wieder mehr Fachgeschäfte - statt nur den Baumarkt - aufsuchen, weil sie den Service mitkaufen wollen.

Mifa gilt mittlerweile als absatzstärkster Hersteller in Deutschland: 2012 wurden gute eine halbe Million Mifa-Räder verkauft, im ersten Halbjahr 2013 knapp 400.000. Zwei deutsche Marken-Fahrradfirmen wurden von Mifa gekauft, eine angekündigte Kooperation mit Indien sorgte an der Börse kürzlich für einen Kurssprung.

„Bei Mifa ist ordentlich Dampf auf dem Kessel, da ist unheimlich viel passiert“, sagte Schreyer mit Blick auf Investitionen und die Modernisierung des mehr als 100 Jahre alten Standortes. Dort werden inzwischen Fahrräder für unterschiedlichste Ansprüche gefertigt. Auf dem Weg dorthin gab es allerdings auch eine steile Talfahrt.

Nach einer gescheiterten Privatisierung des einstigen DDR-Großbetriebes mit 1400 Beschäftigten an Schweizer Investoren drohte Mifa 1995 das Aus. Mit der Übernahme durch neue Eigentümer, so auch Vorstand Wicht, ging es mit der Firma bergauf. Der Gründer des Finanzunternehmens AWD, Carsten Maschmeyer, stieg vor einigen Jahren ebenfalls mit ein. Er und seine Familie halten 27,5 Prozent und sind damit größter Einzelaktionär. 700 Beschäftigte hat die Firma, wenn Saison ist bis zu 1000.

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Die Produktion wurde in den vergangenen Jahren umgekrempelt, modernisiert, Abläufe wurden verändert. Das Fachwissen der Mitarbeiter gilt als großes Pfund, mit dem die deutschen Hersteller im Vergleich zu Billiganbietern aus Asien punkten. Ein komplettes Rad aus einer Hand wird aber auch in Sangerhausen nicht mehr hergestellt, sondern es werden Komponenten von Zulieferern zusammengefügt.

In der Region, die seit der Wende eine extrem hohe Arbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen in Deutschland hat, ist Mifa der größte Arbeitgeber. Im Mansfelder Land im Südharz waren nach der Stilllegung des Kupferbergbaus aus wirtschaftlichen Gründen nach 1990 Zehntausende Arbeitsplätze fast über Nacht weggebrochen. Alternativen etwa in mittelständischen Firmen gibt es bis heute kaum. 

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