Fußball: Die Torlinientechnik kommt

Fußball: Die Torlinientechnik kommt

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Tor oder nicht? Diese Situation im EM-Spiel England-Kroatien befeuert die Debatte um technische Hilfsmittel.

von Oliver Voß

Auch bei der Fußball-EM wurde über "Wembleytore" diskutiert. Jetzt wird eine deutsche Chiptechnik eingeführt, die künftige Diskussionen unnötig macht. Das wird viele neue Probleme aufwerfen.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Einführung der Torlinien-Technologie beschlossen. Das teilte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke nach einer Sondersitzung des International Football Association Board (IFAB) unter Vorsitz von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag in Zürich mit. Die Technologie soll bei der Klub-WM im Dezember in Tokio, beim Confed-Cup 2013 und bei der WM 2014 in Brasilien verwendet werden.Für die Ukraine kommt die Entscheidung definitiv zu spät. Im entscheidenden EM-Gruppenspiel gegen England hatte Marko Devic ein reguläres Tor erzielt, auch viele Zuschauer am Bildschirm hatten gesehen, dass der Ball hinter der Linie war. Doch der ungarische Schiedsrichter gab den Treffer nicht, auch der eigens installierte zusätzliche Torrichter hatte die Situation nicht richtig erkannt. Der Gastgeber flog vorzeitig aus dem Turnier.

Die sportpolitisch pikante Note dabei war: FIFA-Boss Joseph Blatter war für eine Regel-Revolution, UEFA-Präsident Michel Platini war strikt dagegen und plädierte auf Bewahrung des Status quo mit den Torlinien-Assistenten. Der Torrichter wurde vor allem auf Betreiben Platinis eingeführt. Auch Blatter hatte lange den Bewahrer der Fußballtradition gegeben, doch seit einiger Zeit seine Meinung geändert.

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Es bedurfte sechs Ja-Stimmen der acht IFAB-Mitglieder, um die Regel-Revolution zu bewirken und künftig die Systeme Hawk-Eye oder GoalRef zur Torerkennung zuzulassen. Die FIFA hat vier Stimmen, die Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland stellen traditionell die vier weiteren Mitglieder des vor 127 Jahren gegründeten Gremiums. Für die Annahme einer neuen Maßnahme ist eine Dreiviertel-Mehrheit der Stimmen notwendig.

Der „Torklau von Donezk“ dürfte dabei den letzten Ausschlag zugunsten der Torlinientechnik (GLT) gegeben haben. Blatter hatte bereits nach dem Ausscheiden der Ukraine via Twitter erklärt: „Nach dem Spiel am gestrigen Abend ist GLT keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit“.

„Wir wollen das System für die WM 2014 etabliert haben”, hat auch FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke bereits vor einiger Zeit erklärt. Bei der U17-WM in Peru 2005 und der Klub-WM in Japan zwei Jahre später wurden solche Systeme bereits getestet. Ende vorigen Jahres ließ die FIFA noch einmal acht Torlinientechnologien testen und hat daraus zwei ausgewählt: ein kamerabasiertes (Hawkeye), dass auch im Tennis eingesetzt wird und ein Chip im Ball, der vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde (GoalRef).

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