Gadgets: Das neue Bild der Welt

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Gadgets: Das neue Bild der Welt

von Thomas Kuhn und Oliver Voß

Alles im Blick haben. Mit 360-Grad-Kameras kein Problem mehr. Wir haben den Kugelblick getestet.

Faszinierende Technikinnovationen kommen nur aus den USA? Von wegen. Das deutsche Start-up Panono etwa brach mit seiner 360-Grad-Kamera vor gut zweieinhalb Jahren den Rekord der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. 1,25 Millionen Dollar sammelten die Berliner ein: für einen Ball mit 36 integrierten Kameras, die Kugelpanoramen erfassen. Dann wurde es, wie oft bei Start-ups, erst mal still, Fertigungsprobleme verzögerten den Start.

Doch nun liefern die Berliner ihren Kamera-Ball, und der macht nicht nur wirklich faszinierende Bilder in beeindruckender Auflösung. Er trifft auch auf eine rasant wachsende Gemeinschaft von Kugelfotofans. Webplattformen, vom 360-Grad-Portal bei Flickr bis 360Cities.net, öffnen virtuellen Weltenbummlern den Panoramablick auf fast jede Ecke der Welt. Auch Facebook und YouTube zeigen schon Abertausende Rundumbilder oder -videos.

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Um sie zu betrachten, reicht es, das Handy zu bewegen, damit sich der Bildausschnitt an die Blickrichtung anpasst. Von Unterholzpfaden auf der Südseeinsel Vanuatu bis zum Gipfel der 3842 Meter hohen Aiguille de Midi im Mont-Blanc-Massiv – die Zahl der Orte, die dank der Rundumbilder für visuelle Weltreisen erreichbar sind, wächst.

Um qualitativ hochwertige 360-Grad-Aufnahmen zu machen, ist Panono jetzt von den getesteten Geräten das Maß der Dinge. Die Bedienung ist einfach und die Bilder mit 108 Megapixel sind gestochen scharf, selbst Details lassen sich so heranzoomen. Auch das Stitching, also das Zusammenfügen der Einzelbilder, die von 36 integrierten Kameras gleichzeitig aufgenommen werden, funktioniert weitgehend fehlerfrei.



Allerdings erfolgt das im Netz: Die Aufnahmen müssen von der Kamera auf das gekoppelte Smartphone und dann ins Internet hochgeladen werden. Das erfolgt zwar in wenigen Minuten ist jedoch etwas umständlich. Der Vorteil des Cloud-Dienstes: Die dort liegenden Bilder können leicht geteilt und anderweitig eingebunden werden.

Eine Besonderheit des fast 500 Gramm schweren Kameraballs ist die Möglichkeit, ihn hochzuwerfen: Am Scheitelpunkt löst die Kamera automatisch aus. Im Test funktionierte das jedoch nicht besonders, die Technik bedarf Übung, da die Kamera nicht stark rotieren darf.

Im Alltag wird man daher eher mit Stativadapter oder Selfiestick fotografieren. Die Ergebnisse lohnen sich, vor allem für spektakuläre Landschaftsansichten. Mit 1500 Euro hat das jedoch seinen Preis. Weiterer Nachteil: Obwohl die Panono deutlich teurer ist, bietet sie im Vergleich zur Konkurrenz keine Video- oder gar Zeitrafferfunktionen.

Auch weil neben Panono weitere Anbieter getreten sind, die Rundumfotos mit einfacheren und daher deutlich günstigeren 360-Grad-Kameras zum Massenphänomen machen.

Samsung Gear 360

Die Kamera macht Rundum-Bilder mit einer Auflösung von 30 Megapixeln – fast doppelt so viel wie die Konkurrenz von LG. Auch Videos und sogar Zeitrafferaufnahmen sind möglich. Schön ist auch der Wechselakku. Die 360-Grad-Kamera ist mit der Größe eines Tennisballs zwar deutlich kleiner als der Panono-Ball aber für die Tasche immer noch etwas klobig. Mit 349 Euro ist sie deutlich günstiger als das Panono-Gerät.



Die Bedienung aller Funktionen ist nicht nur über das Smartphone sondern dank Display und Tasten auch direkt am Gerät möglich. Das Stitching ist sauber, doch da die Aufnahmen über zwei Kameras erfolgen, gibt es oft Helligkeitsunterschiede zwischen beiden Bildhälften. So ist oft eine horizontale Trennlinie zu sehen, an der sie zusammen gefügt wurden. Auch mit Weißabgleich und einem Softwareupdate ließ sich das im Test nicht beheben. Der Fokus lastet zudem auf dem Vordergrund, weiter hinten kommt es zu Unschärfen.

Weiterer Nachteil: Die Gear 360 lässt sich nur mit Samsungs S6- und S7-Smartphones nutzen. Auch eine Möglichkeit zur Wiedergabe der Bilder im Netz fehlt.


Nutzen Sie das Menü, um zwischen den 360-Grad-Bildern der verschiedenen Kameras auszuwählen.

LG 360 Cam

Die Rundumkamera von LG ist mit 279 Euro am günstigsten bietet jedoch auch die geringste Auflösung. Das macht sich in tendenziell pixeligen Aufnahmen bemerkbar. Die optische Qualität der Fisheye-Linsen ist begrenzt, Farbsäume mindern die Qualität.

Dafür ist das Gerät extrem kompakt und lässt sich sogar in die Hosentasche stecken. Im Gegensatz zur Samsung Gear funktioniert sie mit diversen Apple- und Androidgeräten, ist sehr schnell und macht auch Videoaufnahmen.

Was in diesem Sommer sonst noch das Potenzial zum Must-have-Gadget hat, sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

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