KommentarGoogle: Der Nexus aller Dinge

von Matthias Hohensee

Die Internet-Suchmaschine Google wird zum Hardwarehersteller. Firmenchef Page vollzieht den Schwenk radikaler als bislang bekannt.

Schlechte Nachrichten für PC-Hersteller. Nachdem Microsoft-Chef Steve Ballmer in der vergangenen Woche mit dem Surface den ersten selber entwickelten Computer präsentierte und im Revier seiner Hardware-Partner wildert, steigt nun auch Wettbewerber Google stärker ins Hardwaregeschäft ein. Und zwar ganz massiv und zunächst nur im US-Geschäft wie auf der derzeit in San Francisco laufenden Entwicklerkonferenz I/O zu beobachten ist.

Am Mittwoch stellte der Betreiber der populärsten Suchmaschine der Welt nicht nur ein eigenes Tablet namens Nexus 7 zum Kampfpreis von 199 Dollar vor, sondern mit dem Nexus Q auch noch eine eigene 299 Dollar Entertainment-Box ähnlich AppleTV, ein neues Smartphone sowie Datenbrillen, die Informationen aus dem Internet ins Sichtfeld ihres Benutzer einblenden.

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Das Tablet und die Q Box wird es vorerst nur in Nordamerika geben. Ob und wann sie nach Deutschland kommen, ist noch nicht bekannt. Seit vergangenem Jahr offeriert Google auch eigene Netbooks, die sogenannten Chromebooks und produziert zudem seine eigenen Datenserver.

Wichtiger Strategieschwenk
Die Hardware-Parade scheint der Auftakt für eine weit größere Offensive zu sein. Denn dank dem Kauf von Motorola verfügt Google neben zahlreichen Patenten auch über eigenes Fertigungswissen und Design KnowHow. Doch die Übernahme des Handy-Pioniers wird gerade erst abgeschlossen. Beim Tablet und dem Smartphone nutzte man den Erfahrungsschatz des taiwanesischen Herstellers Asus. Es ist also noch wesentlich mehr zu erwarten.

Damit vollzieht Google-Chef Larry Page, der sich auf der Konferenz wegen einer Erkrankung von Mitgründer Sergey Brin vertreten ließ, einen wichtigen Strategieschwenk. Denn bislang hatte sich Google ähnlich wie Microsoft auf das Innovationspotential seiner Hardwarepartner verlassen und lizensierte sein Android-Betriebssystem an Hardwarespezialisten wie Samsung, HTC und Acer.

Bei der Entertainment-Box Google TV vertraute man auf Sony und den Schweizer Hardwareexperten Logitech. Während die Strategie im Smartphone-und Tablet-PC-Geschäft recht gut funktionierte – vor allem dank Samsung sowie ironischerweise dem nun mit dem Nexus 7 Tablet attackierten Amazon, dessen Kindle Fire auf Android läuft – entpuppte sich Google TV als Rohrkrepierer. Logitech verlor über das Google-Bündnis über 100 Millionen Dollar. Auch der Verkauf der Chromebooks, bei denen Google neben einer eigenen Variante mit Samsung und Acer kooperiert, läuft sehr schlecht.

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