Hewlett-Packard: Der Plan des Léo Apotheker

Hewlett-Packard: Der Plan des Léo Apotheker

von Matthias Hohensee

Der neue HP-Chef Léo Apotheker hat in San Francisco seine neue Strategie vorgestellt. Er will stärker mit seinen eigenen Kunden konkurrieren.

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Hewlett Packard-Chef Léo Apotheker hat seine neuen Pläne verkündet

Die Frage verhagelte Léo Apotheker sichtlich die Laune. Was er, „außer Platitüden“, wirklich neues zu bieten habe, um sein Unternehmen voranzubringen, wollte eine junge US-Journalistin von dem Spitzenmanager wissen. Der ehemalige Chef des Softwarekonzerns SAP führt seit viereinhalb Monaten mit Hewlett Packard den nach Umsatz weltgrößten Informationstechnologiekonzern.

Am Montagnachmittag trat Apotheker erstmals seit Amtsübernahme vor Investoren, Analysten und Presse, um seine Strategie zu erläutern. Und zwar am gleichen Ort in der Innenstadt von San Francisco, wo Apple-Chef Steve Jobs vor anderthalb Wochen die neueste Version des Flachcomputers iPad präsentiert hatte.

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Nein, etwas „Magisches“ wie Jobs hatte Apotheker nicht zu bieten. Dafür sind die Geschäfte von Hewlett Packard viel zu komplex und streckenweise schlicht und einfach langweilig. Kein anderes IT-Unternehmen bietet solch eine Bandbreite von Produkten und Dienstleistungen an - von Laptops, Mobiltelefonen, Druckern bis hin zum kompletten Management der IT-Infrastruktur von Konzernen. HP-Finanzchefin Cathie Lesjak erfreute immerhin HP-Anleger mit der Nachricht, die seit 1998 unveränderte Dividende ab dem nächste Quartal von 8 Cent auf 12 Cent pro Aktie anzuheben.

Keine Platitüden

Um es vorweg zu nehmen: Zwar hatte sich Apotheker redlich bemüht, alle Schlagwörter von Cloud Computing über Connectivity bis hin zu Hybriden in seinem einstündigen Vortrag unter dem Slogan „Everybody on“ unterzubringen.

Bahnbrechende Neuigkeiten waren darin nicht zu finden, erst recht kein Kurswechsel. Aber „Platitüden“ ist zu harsch formuliert. Schließlich ist HP kein Sanierungsfall, Vorgänger Mark Hurd stolperte über eine vermeintliche Affäre mit einer PR-Mitarbeiterin.

Im wesentlichen setzt Apotheker die Strategie seines Vorgängers fort. Der hatte sich stets gegen Investoren gesperrt, die das wenig lukrative Hardwaregeschäft abspalten wollen, um sich wie IBM stärker auf margenträchtige Dienstleistungen zu fokussieren. Zwar will Apotheker das Dienstleistungsgeschäft „noch stärker ausbauen“, und das von Hurd vernachlässigte Softwaregeschäft durch „eigene Entwicklungen und Zukäufe“ stärken, doch die Hardware will auch er nicht aufgeben. Ganz im Gegenteil: Apotheker will dem Computergeschäft mehr Dynamik abseits von Windows und Mac verleihen.  Pro Jahr will HP mehr als hundert Millionen Geräte mit seinem eigenen Betriebssystem WebOS ausstatten, das HP mit der Übernahme des Smartphone-Pioniers Palm erworben hatte. Im Juni soll HPs iPad Herausforderer TouchPad auf den Markt kommen.

Derzeit macht HP rund siebzig Prozent seines Umsatz mit Hardware und 27 Prozent mit Dienstleistungen. Software macht nur etwa zwei Prozent aus.

Wie sein Vorgänger sieht Apotheker einen strategischen Vorteil in dem „IT-Gemischtwarenladen“, in dem sich jeder Kunde noch seinem Gusto eindecken kann: Entweder alles einzeln zusammenstellen, als Bündel oder gleich alles komplett von Hewlett Packard betreut.

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