IFA 2015: Was die Elektronik-Messe bringt

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IFA 2015: Was die Elektronik-Messe bringt

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Plakat mit dem IFA-Logo an der Messe Berlin.

Sie ist ausverkauft und platzt bald aus allen Nähten: Anfang September lädt die IFA in Berlin wieder unter den Funkturm. Für die Branche kommt das Messe-Highlight der Unterhaltungselektronik gerade zur rechten Zeit.

Die Branche der Unterhaltungselektronik erhofft sich von der IFA in Berlin frischen Schwung für das Weihnachtsgeschäft. Nach teils deutlich rückläufigen Zahlen im ersten Halbjahr soll die Messe (4. bis 9. September) eine „Trendwende“ einläuten. „Die IFA wird der Branche wichtige Impulse geben und zur Marktstabilisierung beitragen“, versichert Hans-Joachim Kamp, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik gfu. Anders als zunächst erwartet wird die Branche nach aktuellen Prognosen das Jahr mit einem Umsatzrückgang von einem Prozent abschließen.

Viele Bereiche der Branche könnten frischen Schwung gut gebrauchen. Der Gesamtmarkt ist den aktuellen Zahlen des Cemix-Index zufolge im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent geschrumpft. In der klassischen Unterhaltungselektronik wurde sogar ein Minus von 9,3 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro verbucht.

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Die wichtigsten Infos zur IFA 2015

  • An wen sich die IFA richtet

    Die IFA in Berlin gilt als eine der bedeutendsten Messen für Unterhaltungselektronik und ist die älteste Schau dieser Art in Deutschland. Seit 2005 findet sie nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich statt, im Jahr 2008 sind auf Wunsch der Hersteller auch erstmals Haushaltsgeräte hinzugekommen. Die Messe hat sich mit diesen Entscheidungen erfolgreich als Schauplatz für die vernetzte digitale Welt neben wachsender Konkurrenz etwa durch die Consumer Electronics Show CES in Las Vegas behauptet. Anders als die Fachmesse CES ist die IFA in erster Linie eine Publikumsmesse mit einem umfangreichen Unterhaltungsprogramm. Inzwischen nutzen auch viele Hersteller aus der traditionellen PC-Branche die Messe für einen Auftritt.

  • Wer zur IFA geht

    2014 präsentierten nach IFA-Angaben 1.538 Ausstellern auf rund 149.500 Quadratmetern ihre Produkte und zogen so mehr als 240.000 Besucher an. Die Messe generierte 2014 nach eigenen Angaben in den sechs Messetagen ein Ordervolumen von rund 4,25 Milliarden Euro.

  • Was der IFA-Besuch kostet

    Tageskarte 17 Euro, im Vorverkauf 12 Euro (bis 3.9.), ermäßigt 12 Euro (für Studenten, Lehrlinge etc.); Schülerticket 8 Euro, Schulklassenticket 35 Euro (bis 31.8.); Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 35 Euro; Happy-Hour-Ticket 12 Euro (gültig ab 14.00 Uhr); für Kinder bis 6 Jahre kostenfrei.

  • Seit wann es die IFA gibt

    Die erste „Große Deutsche Funkausstellung“ fand in Berlin im Dezember 1924 mit 268 Ausstellern und 170 000 Besuchern statt. 1930 sprach Albert Einstein ein Grußwort zur Eröffnung, das über Rundfunk übertragen wurde. Während der Nazizeit wurde 1933 der erste Volksempfänger unter dem Funkturm präsentiert, 1935 feierte das erste Tonbandgerät Magnetophon K1 von AEG Premiere.

Mit am stärksten betroffen von der Flaute ist der Markt für TV-Geräte: Bei einem satten Minus von 16,5 Prozent machten die Hersteller einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Dabei müsse aber bedacht werden, dass es kein sportliches Großereignis wie die WM im Jahr davor gegeben habe, sagt Kamp. Traditionell treiben solche medialen Ereignisse den Verkauf großer Flachbildfernseher in die Höhe.

Wachstumstreiber waren wieder einmal Smartphones. Mit knapp 11,4 Millionen Stück legte die Sparte um 7,1 Prozent zu. Der Umsatz legte sogar um 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu - weit mehr als das Doppelte des TV-Umsatzes. Auch Camcorder (plus 15,2 Prozent), Zubehör (plus 19,3 Prozent) sowie Videospiele und Konsolen (plus 5,4 Prozent) stützten das Ergebnis.

Smarte Uhren und Fernseher

Große Hoffnungen liegen nun auf der IFA. Für die digitale, vernetzte Welt ist die Messe nach Einschätzung von IFA-Direktor Jens Heithecker die wichtigste Veranstaltung weltweit. Die Messe sei das „wichtigste Schaufenster“ der Branche, pflichtet auch Kai Hillebrandt, Manager der Unterhaltungselektroniksparte von Samsung Deutschland, bei. Vor allem werde oft unterschätzt, wie wichtig die Messe auch für ausländische Besucher sei. Die IFA sei internationaler als etwa die CES in Las Vegas.

Smart-TVs, das vernetzte Zuhause, das Internet der Dinge und neue Smartphones, tragbare Computergeräte wie Smartwatches und neue Fitness- und Gesundheits-Apps werden in diesem Jahr im Rampenlicht der Messe stehen. Auch die sogenannte Weiße Ware - energieeffiziente Kühlgefrierkombinationen, intelligente Kochplatten und clevere Saugroboter - werden auch in diesem Jahr einen guten Teil der Messe füllen. Die Hausgerätesparte trägt ohnehin einen guten Teil an den Umsätzen der Branche.

Mit großen, teils gebogenen Bildschirmen und besserer Farbwiedergabe wollen die großen Hersteller von Flachbildfernsehern die Verbraucher locken. Die hochauflösende Technologie Ultra-HD gehört bei den Top-Modellen der Anbieter inzwischen zum Standard. Der südkoreanische Elektronikhersteller LG will zudem mit OLED-Fernsehern punkten. Die Displays aus organischen Leuchtdioden sollen den Energieverbrauch deutlich reduzieren und zugleich bislang nicht erreichte Brillanz in den Farben ermöglichen.

Trotz Smartphone, Tablet und Notebook sei der Fernseher noch immer das Produkt in der Unterhaltungselektronik, das am meisten genutzt werde, sagte Kamp. Im Rampenlicht der IFA werde die Vernetzung des TV-Geräts über das Internet mit Smartphone, Tablet und Audio-Systemen stehen. Die Industrie stehe aber in der Verpflichtung, auch für ausreichend Datenschutz zu sorgen, sagte Kamp. Von 18 Millionen Smart-TVs in Deutschland sei rund eine Million nicht an das Internet angeschlossen, weil es Befürchtungen gebe, dass Daten missbraucht werden könnten, sagte Kamp.

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Mit dem vernetzten Smart Home kommen denn auch neue Herausforderungen auf Hersteller und Nutzer zu. Selbst nach konservativen Schätzungen dürfte es bis 2020 mehr als eine Million Haushalte geben, die entsprechend mit moderner Haustechnik vernetzt sind, teilte jüngst der Verband der Internetwirtschaft eco mit. Innovationen gebe es viele, sagte Oliver Dehning vom eco. „Doch genau dieser Wildwuchs ist auch ein Problem, denn es sind längst noch nicht ausreichend rechtliche Rahmenbedingungen definiert.“ Auch fehlten Sicherheits- und Entwicklungsstandards, sagte Dehning. Zu dem Problem trügen aber auch Nutzer mit einem sehr unbekümmerten Umgang mit Daten bei.

Erstmals wird auch Microsoft auf der IFA breit vertreten sein - mit im Gepäck sein neues Betriebssystem Windows 10. Mit einer Keynote von Microsoft-Manager Nick Parker wird der Softwarekonzern seinen Auftritt auf der Messe unterstreichen. Zahlreiche PC-Hersteller, die einst eher auf der CeBIT in Hannover zu sehen waren, werden ihrerseits neue Rechner mit dem System nach Berlin mitbringen. Selbst Druckerhersteller wie Epson finden sich inzwischen auf der IFA.

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