IFA: Virtual Reality für die Ohren

IFA: Virtual Reality für die Ohren

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Yamaha YSP 5600

von Thomas Kuhn

Bisher galt Surround-Sound als Gipfel des Klangerlebnisses. Doch nun sorgt ein neues Audio-Format für eine noch bessere Qualität des Musik- und Filmgenusses im Wohnzimmer: 3D-Sound gehört zu den beeindruckendsten Neuheiten auf der IFA.

Das vermutlich am meisten unterschätzte Exponat der diesjährigen IFA findet sich auf dem Messestand des japanischen Elektronikspezialisten Yamaha. In einem kleinen Glaskasten in Messehalle 1.2 haben die Japaner einen unspektakulär-schwarzen Lautsprecherbalken platziert. Der sieht aus wie ein leicht überproportioniertes Exemplar jener beliebten Soundbars, mit denen Besitzer von Flachbildfernsehern ihren oft akustisch minderbemittelten Bildriesen klanglichen Nachdruck verleihen.

Doch was das YSP 5600 genannte Klangbrett leistet, geht weit über das erwartete Akustik-Upgrade normaler Soundbars hinaus: Ob Musik oder Filmsound, was immer der Yamaha Sound Projector über seine mehr als 40 integrierten Lautsprecher in die Umgebung bläst - der Klang erfüllt den Raum in wahrhaft unerhörter, umhüllender Weise.

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Denn anders als bei herkömmlichen Surround-Sound-Anlagen erklingen Sprache, Klänge oder Musik nicht bloß von vorne und hinten, links oder rechts. Im Sound-Raum der Japaner wird dagegen auch das Oben und Unten hörbar. Die Bässe dröhnen unter den Füßen, die Höhen scheinen über dem Zuhörer zu schweben, und dann umkreisen Klänge den überraschten Probehörer plötzlich hörbar hüfthoch.

Kurz, der Klang erobert die dritte räumliche Dimension.

Der akustische Effekt, den der YSP erzeugt, indem er scharf gerichtete Klangstrahlen in verschiedene Winkel des Zimmers projiziert, die – von dort reflektiert – beim Zuhörer tatsächlich in umhüllendes Audioerlebnis erzeugen, heißt 3D-Audio. Und das ist einer der wichtigsten Technologietrends der Unterhaltungselektronikwelt bei der diesjährigen Internationalen Funkausstellung, die am Freitag in Berlin die Tore fürs Publikum öffnet.

Ab heute bereits zeigen die Aussteller auf Pressekonferenzen, mit welchen Neuheiten, sie die Kundschaft in der zweiten Jahreshälfte begeistern wollen. Und Raumklang der dritten Art gehört ganz zweifellos dazu.

Innovationsschub für den HiFi-Markt

Yamaha ist mit seinem Klang-Projektor nur einer von zahlreichen Ausstellern, die entsprechende Technik zeigen und – vor allem hören – lassen. Ob Denon oder Kenwood, Onkyo, Pioneer oder Sony, kaum ein HiFi-Produzent wird in Berlin auftreten, ohne Verstärker oder Boxensysteme zu präsentieren, die in der Lage sind, den 3D-Klang zu erzeugen.

PremiumLautsprecher Das Auge hört mit

Tragbare Lautsprecher sind unverzichtbare Begleiter: Sie klingen inzwischen nicht nur ganz gut. Sie sehen auch immer schöner aus.

Bluetooth-Lautsprecher Kilburn Cream von Marshall. Quelle: PR

Die Branche setzt große Hoffnungen auf das neue Sounderlebnis für daheim. Es soll dem traditionellen Geschäft mit HiFi-Systemen zusätzlichen Schwung verleihen. Seit Jahren macht es rund ein Fünftel des zuletzt 1,1 Milliarden Euro schweren Marktes mit Heim-Audio-Systemen aus, das unter anderem auch Bluetooth-Lautsprecher oder vernetzte Streaming-Boxen umfasst. Ein echter Innovationstreiber wie 3D-Sound käme den Herstellern daher bestens zupass.

Das die Technik das Potenzial hat, ist unstrittig. „Der Unterschied beim Klangerlebnis geht weit über den Effekt hinaus, der beim Wechsel von Stereo- auf Surroundanlagen hörbar wird“, sagt etwa Dennis Feilen, Projektleiter beim HiFi- und Heimkinospezialisten Grobi-TV in Kaarst bei Düsseldorf. Wenige Tage vor Beginn der IFA demonstriert er im Hörstudio, was die neuen 3D-Soundsysteme zu leisten im Stande sind. Und tatsächlich ist der Sprung im Klangerlebnis kaum weniger drastisch als der Wechsel beim Autoradio von einem Mittelwellen- zu einem UKW-Sender.

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