Innovationsforscher Gunter Dueck: "Alle fünf bis zehn Jahre die Strategie ändern"

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InterviewInnovationsforscher Gunter Dueck: "Alle fünf bis zehn Jahre die Strategie ändern"

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Gunter Dueck ist promovierter Mathematiker und arbeitete viele Jahre an der Strategie und der technologischen Ausrichtung von IBM.

Foto: Michael Herdlein

Wie können Unternehmen ständig kreativ bleiben? Der Innovationsforscher Gunter Dueck meint: Sie müssen eine kritische Masse von Begeisterung erreichen - und vor allem interne Widerstände überwinden.

Herr Dueck, was halten Sie von den Neuheiten, die Apple vergangene Woche vorgestellt hat?

Gunter Dueck: Die Apple Watch ist für mich eher eine Spielerei, aber Apple Pay finde ich gut. Damit könnten beispielsweise Presseartikel für vielleicht zehn Cent bezahlt werden, ohne eine 16-stellige Kreditkartennummer eingeben zu müssen. Ein solches System kann neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Apple hat eine gute Chance, ein solches System voranzubringen, weil sie das ja nicht allein machen, sondern mit den gängigen Kreditkartenunternehmen. Das könnte funktionieren.

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Aber an Bezahlsystemen arbeiten doch auch andere.

Ja, Google folgt natürlich. Ich habe schon erste Demos von Googles Bankdienstleistungen gesehen. Ganz einfach. Statt „Chatten mit Anne“ klickt man eben „Schick der Anne Geld“.

Und man braucht sich dafür keine 22-stellige IBAN-Nummer zu merken.

Die ist ein Sargnagel für die klassische Überweisung - ein Rückfall in die Internetsteinzeit. Letztendlich schieben sich Google, Amazon und Apple zwischen die Banken und deren Kunden – eine Bank ist dann nur noch Kontosoftwarebetreiber, so wie manche Telekom-Unternehmen nur noch Leitungen warten. Neue Bezahlsysteme funktionieren einfacher, auch international – da bin ich sicher. Die offiziellen Banklösungen scheinen so konzipiert zu werden, dass die Institute ihre sündhaft teure Altsoftware nicht so sehr verändern müssen. Kunden werden dabei ignoriert – und das wird sich rächen.

Erwarten Sie denn noch Innovationen beim Smartphone?

Natürlich könnte man sich langsam mal fragen, ob es reicht. Es kann gut sein, dass wir schon ein Stadium erreicht haben, bei dem die Entwicklung über das Ziel hinausschießt – etwa wie bei Microsoft Windows oder Office. Da sind die zehn Jahre alten Versionen für fast alle Leute ja immer noch gut genug. Irgendwann ist etwas fix und fertig. Das ist meist ein Zeichen, dass die Welt schon mit etwas Neuem schwanger geht. Kann schon sein, dass das Smartphone fertig ist – vielleicht könnte es eine Universalfernbedienung im Internet der Dinge werden?

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