Internet-TV und Co.: Warum das Fernsehen den iTunes-Moment braucht

Internet-TV und Co.: Warum das Fernsehen den iTunes-Moment braucht

von Felix Ehrenfried

Das Fernsehverhalten ändert sich zunehmend. Statt zwischen Kanälen hin-und her zu zappen wollen Zuschauer maßgeschneiderte Unterhaltung. Bisher sieht es damit hierzulande noch recht mau aus.

Die deutschen Fernsehersteller Metz und Loewe stecken in der Krise. Früher Statussymbol in vielen deutschen Haushalten haben die Traditionsmarken mit sinkenden Absatzzahlen und starker Konkurrenz aus Asien zu kämpfen. Statt sich eine solide Metzröhre ins Wohnzimmer zu stellen kaufen deutsche Kunden lieber bei der Konkurrenz, wie Samsung, Sony oder LG ein. Die sind zum einem meiste wesentlich billiger als die deutschen Produkte, außerdem warten sie auch schon für wenig Geld mit technischen Spielereien wie Netzwerkfähigkeit und dem Zugang zu Online-Bibliotheken auf.

Dieser Wandel im Fernsehkaufverhalten der Deutschen könnte auch ein Sinnbild für die, sich ändernden Sehgewohnheiten sein. Bestimmten vor wenigen Jahren noch dutzend Sender das allabendliche Fernsehprogramm, wandelte sich das mit der Einführung des digitalen Fernsehen bedeutend. Als 2012 der analoge Empfang von Fernsehsignalen komplett abgeschaltet wurde, stand der Fernsehzuschauer mit seinem neuen Digitalempfänger auf einmal vor einer Hülle von Fernsehsendern. Ob Programme aus dem Ausland, öffentlich-rechtliche Programme für jeden Geschmack oder zahlreiche kleine Privatsender - Es schien, als könnten mehrere hunderte Kanäle die Bedürfnisse der Nutzer rundum befriedigen.

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Dass das nicht so ist, zeigen Onlinefilmbibliotheken, Internet-TV und Co. Während früher die Fernbedienung die zentrale Schalteinheit bei der abendlichen Fernsehunterhaltung war, wird sie heute zunehmend von Smartphone, Notebook und Tablet abgelöst. Fernsehen wandelt sich. Statt zu hoffen, dass am Samstagabend ein schöner Spielfilm kommt, will der Fernsehzuschauer das Programm selbst gestalten. Schauen, was ich will und wann ich will, könnte die Maxime lauten. Das zeigt sich auch an den Fernsehgeräten. Ein gutes Bild ist heute nicht mehr Kaufargument sondern Pflicht, wer zukunftsorientierte Kunden befriedigen will muss mit zahlreichen Schnittstellen für das Internet, einem ordentlichen Bedienkonzept und am besten gleich einem passenden Onlinedienst für das vollkommene Fernsehvergnügen aufwarten.

US-Serien in Deutschland schauen

  • Einzelabruf

    Apples iTunes, Microsofts Xbox Movies und Sonys Video unlimited haben unterschiedlicher Serien im Programm. Bereits kurz nach der US-Ausstrahlung können Nutzer hier einzelne Folgen im Original-Ton kaufen. Ältere Serien lassen sich auch als komplette Staffel herunter laden. Für aktuelle Serien muss immer der Einzelpreis pro Episode gezahlt werden. Der kostet pro Folge bis zu 2,99 Euro.

  • Streaming-Abos

    Für zehn Euro im Angebot bieten Plattformen wie Watchever oder Lovefilm den Zugriff auf eine Online-Videothek an. Allerdings ist das Angebot hier in Bezug auf aktuelle Serien überaus begrenzt.

  • Pay-TV

    Wer wirklich viel fernsieht und vor allem die US-Serien schnell empfangen will, sollte über ein Sky-Abo nachdenken. Der Bezahlsender kooperiert mit Sky Atlantic, TNT Serie oder Fox Channel - worüber die neuesten Sendungen bequem zu empfangen sind. Außerdem sind die Filme in HD verfügbar. Das günstigste Angebot ist für 16,90 Euro erhältlich.

  • US-Anbieter

    ,Deutlich schneller als deutsche Anbieter sind die amerikanischen. Besonders beliebt sind die Online-Videotheken Hulu und Netflix, die sich nur über einen Browser am PC aufrufen lassen. Um diese Anbieter nutzen zu können, ist allerdings ein US-Internetanschluss erforderlich. Dieser lässt sich über einen kostenpflichtigen VPV-Dienst einrichten. Der Weg ist aus rechtlicher Sicht schwierig. Der Nutzer verstößt gegen die Geschäftsbedingungen der US-Anbieter, allerdings nicht gegen das deutsche Recht. Bisher liegen in diesem Bereich noch keine Gerichtsurteile vor.

In Amerika ist das Do-It-Yourself-Fernsehen schon länger angekommen. Dort gibt es mehrere Dienste, die dem Kunden tausende von TV-Serien, Filmen oder Sendungen einfach zum Abruf bereithalten. Beim Platzhirsch Netflix können Kunden für rund zehn Euro im Monat aus einer riesigen Auswahl von rund 60.000 Filmen und Serien aussuchen. An dieser enormen Auswahl zeigt sich vor allem eines: Die Fernsehzuschauer sind nicht nur anspruchsvoller und selbstbestimmter geworden. Personalisiertes Fernsehen ist fast notwendig, will man bei der Flut an Angeboten noch die Übersicht behalten und das schauen, was einen wirklich interessiert.

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