ThemaHandys & Tablets

alles zum Thema
_

InterviewJim Wong: "Windows 8 ist zu kompliziert"

von Sebastian Matthes

Acer-Präsident Jim Wong erklärt, wie Laptops der Zukunft aussehen und wieso es einen Trend zum Zweit-Tablet gibt.

Jim Wong, seit 2011 Corporate President bei Acer, im Interview mit der WirtschaftsWoche Quelle: Presse
Jim Wong, seit 2011 Corporate President bei Acer, im Interview mit der WirtschaftsWoche Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Herr Wong, laut aktueller Zahlen verbreiten sich Tablet viel schneller als erwartet – Laptops verlieren an Boden. Können Sie noch ruhig schlafen? Immerhin ist Acer einer der wichtigsten Laptop-Hersteller.

Anzeige

Jim Wong: Wir sehen diese Entwicklung natürlich. Im vergangenen Jahr haben sich sechs Prozent der Nutzer vom Notebook verabschiedet. Sie nutzen nur noch Tablets. Das heißt aber auch: Alle anderen nutzen ihr Notebook, neben dem Tablet, weiter. Allerdings kaufen sie deshalb erst später einen neuen Rechner.

Massiver Absatzrückgang Deutscher PC-Markt bricht ein

Das Computer-Geschäft in Deutschland läuft schlecht: Im vergangenen Quartal sackte der Absatz um fast ein Fünftel ab. Smartphones und Notebooks jagen dem klassischen PC die Kunden ab.

Massiver Absatzrückgang: Deutscher PC-Markt bricht ein

Das ist doch ein Riesenproblem für einen PC-Hersteller wie Acer.

Daher arbeiten wir gleichzeitig auch an Smartphones und Tablets.

Übersicht zum weltweiten Absatz von Computern (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Übersicht zum weltweiten Absatz von Computern (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Da ist Acer bislang aber nicht besonders aufgefallen.

Im Gegenteil. Wir haben schon 2010 das taiwanische Unternehmen e-ton gekauft, um ins Smartphone-Geschäft einzusteigen. Im gleichen Jahr haben wir als zweiter Hersteller ein Android-Tablet herausgebracht – und waren schnell Marktführer in dem Feld.

Davon ist heute nichts mehr zu spüren.

Das stimmt leider. Nach dem guten Start bei den Smartphones sind wir nicht drangeblieben. Das war ein großer strategischer Fehler. Bei den Tablets waren wir erfolgreicher.

Was genau ist bei den Smartphones schiefgelaufen?

Wir hatten viel zu viele Netzbetreiber als Partner und zu viele Modelle im Programm. Das haben wir aber geändert. Nun kommen wir mit weniger Modellen und exklusiven Partnern zurück. Erst in Osteuropa, später in diesem Jahr aber auch in Deutschland und Frankreich.

Wer den Markt der Smartphones regiert

  • Apple

    Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

  • Samsung

    Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

  • Nokia

    Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

  • RIM

    Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

  • HTC

    Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

  • Motorola

    Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

  • Sharp

    Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

  • Andere

    Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Mit welchen Partnern?

In Deutschland starten wir mit Vodafone. Allerdings werden wir eine Weile mit niedrigen Marktanteilen zu kämpfen haben. Bei Tablets sieht es anders aus, da greifen wir viel aggressiver an.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.03.2013, 00:09 UhrSarah

    Ich arbeite beruflich mit zig verschiedenen Anwendungen und
    komme nach kurzer Zeit immer sehr gut damit zurecht. In
    meinem Bestreben immer auf der Höhe der Zeit zu sein,
    habe ich kurz nach Verfügbarkeit Windows 8 für meinen
    privaten Laptop gekauft. Erster Eindruck war: volle Katastrophe.
    Mittlerweile komme ich einigermaßen zurecht.
    Nach dem Kauf eines Laptops mit Touchscreen für meine Frau
    konnte ich auch die volle Windows 8 Funktionalität
    ausprobieren. Fazit bleibt unverändert: Windows 8
    ist der letzte Mist (zumindest im Vergleich zu
    ANDROID).

  • 04.02.2013, 04:27 UhrTr1ple

    Acer und offene Systeme. Man kommt nicht einmal in das BIOS von den Laptops.

  • 03.02.2013, 22:43 UhrJens

    Wenn ein Produkt nicht besser ist als das vorhergehende, war es das für das neue Produkt. MS hat aus Vista nichts gelernt. Am Ende entscheidet der Kunde, so einfach ist das Leben. Ein Südkoreaner machht daraus bestimmt eine Philosophie. Der Kunde hat diese Zeit einfach nicht.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Ostern goes Social Media: 1,1 Millionen deutsche Schoko-Liebhaber plaudern auf Facebook
Ostern goes Social Media: 1,1 Millionen deutsche Schoko-Liebhaber plaudern auf Facebook

Frauen dominieren die Diskussion rund um Schokolade auf Facebook deutlich. Beim Pro-Kopf-Verzehr sind die Schweizer...

Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.