Katwarn: Was Sie über das Warnsystem wissen sollten

Katwarn: Was Sie über das Warnsystem wissen sollten

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Über das Smartphone-Warnsystem Katwarn hat die Landeshauptstadt München Bürger nach dem Amoklauf im Einkaufszentrum aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Nach dem Amoklauf im Münchener Einkaufszentrum haben sich 250.000 Menschen via Katwarn über die Gefahrenlage vor Ort informiert. Wie das Informationssystem funktioniert und welche Schwachstellen es hat.

Was ist Katwarn und wie funktioniert das System?
Katwarn ist ein Informationssystem, das seine Nutzer vor Gefahrenlagen warnt. Das können beispielsweise Unwetter, Brände, Chemieunfälle, Bombenfunde oder Schießereien sein. Registrierte Nutzer erhalten via E-Mail, SMS oder Smartphone Informationen zur Bedrohung und Hinweise, wie sie sich in der jeweiligen Situation verhalten sollen – zum Beispiel, dass sie bestimmte Orte meiden oder im Haus bleiben sollen.

Wer speist die Warnungen ein?
Über ein laut Katwarn speziell gesichertes Redaktionssystem sind Feuerwehrleitstellen, Katastrophenschutzbehörden sowie Unwetterzentralen in der Lage, die Nutzer über Gefahrenlagen zu informieren.

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Woher wissen die Einrichtungen, wo sich der Nutzer aufhält?
Bei der Anmeldung geben Nutzer ihre Postleitzahl an. Zusätzlich ist es möglich, sich von Katwarn über Basisstationen und WLAN-Zugangspunkte jederzeit orten zu lassen. Diese Funktion können Nutzer aber auch abschalten.

Kann man sich nur über seinen eigenen Standort informieren?
Nein, Nutzer können zusätzlich zum eigenen Standort sieben weitere Postleitzahlen eingeben und so Informationen über Gefahren an anderen Orten erhalten. Weil der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Bundesbehörde ist, werden Unwetterwarnungen für ganz Deutschland verschickt.

Wer kann das Informationssystem nutzen?
Grundsätzlich jeder, der ein Smartphone, Handy oder eine E-Mail-Adresse besitzt. Über soziale Medien ist es möglich, die Warnungen zu teilen. Voraussetzung für die Nutzung – wie beim Amoklauf im Münchener Einkaufszentrum – ist, dass die jeweilige Kommune das Notwarnsystem verwendet.

Wie funktioniert die Anmeldung per Handy?
Smartphone-Nutzer können sich kostenlos im App-Store die Anwendung für iOS, Android und Windows herunterladen. Alternativ ist es möglich, sich über SMS über Gefahrensituationen informieren zu lassen. Die Anmeldung erfolgt über eine bundesweite Servicenummer (0163 7558842). Die Nutzung ist kostenlos.

Wie weit ist Katwarn bisher verbreitet?
Derzeit setzen Katwarn 65 Gemeinden und Landkreise in Deutschland ein – 1,5 Millionen Deutsche lassen sich über den Dienst vor Gefahren warnen.

Am Abend des Amoklaufs im Münchener Einkaufszentrum hatten nach Angaben des Sprechers im Raum München etwa 250.000 Menschen das System genutzt. Deutschlandweit hatten rund 500.000 Nutzer die Smartphone-App heruntergeladen.

Warum nutzen nicht alle Kommunen Katwarn?
Das Informationssystem ist zwar für alle Nutzer kostenlos. Die Gemeinden müssen für die Einführung aber einmalig 15.000 Euro zahlen. Weitere 3000 Euro pro Jahren werden für den technischen Support fällig.

Wer hat Katwarn entwickelt?
Das Fraunhofer Institut hat die Anwendung im Auftrag öffentlicher Versicherer entwickelt. Sie ist seit 2011 in Betrieb.

Hat das System beim Amoklauf in München funktioniert?
Das Smartphone-Warnsystem Katwarn war während des Attentats in München völlig überlastet – zeitweise war der Dienst nicht erreichbar. Grund sei die hohe Zahl von Nutzern in München und anderen Teilen der Republik gewesen, in denen es Unwetter gab. „Wir sind an die Belastungsgrenze gestoßen“, sagte ein Katwarn-Sprecher. „Das ist nicht gut – die Kritik ist berechtigt“, räumte er ein.

Die Kapazitäten des Systems müssten schnellstmöglich erweitert werden.

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