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Kein Bock auf Brillenschlange: Warum 3-D-Fernseher gekauft, aber nicht genutzt werden

von Thomas Kuhn

Was im Kino die Filmfans begeistert, kommt daheim nicht recht vom Fleck. Inzwischen stehen in immer mehr deutschen Wohnzimmern 3-D-taugliche Fernseher. Doch kaum einer nutzt sie. WirtschaftsWoche Online erklärt den Widerspruch.

Inzwischen stehen in immer mehr deutschen Wohnzimmern 3-D-taugliche Fernseher. Doch irgendwie vermag es die Technik noch nicht, richtig zu begeistern. Quelle: dpa
Inzwischen stehen in immer mehr deutschen Wohnzimmern 3-D-taugliche Fernseher. Doch irgendwie vermag es die Technik noch nicht, richtig zu begeistern. Quelle: dpa

 

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Jeden Samstag das gleiche Bild. An den Kassen des Kinopalasts im Düsseldorfer Medienhafen drängen sich die Filmfans und greifen gerne besonders tief in die Tasche. Denn wenn schon Kino, dann richtig – und immer öfter in 3-D. Dass Filme wie „Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät“, „Madagascar – Flucht durch Europa“ oder „Abraham Lincoln Vampirjäger“ in der dreidimensionalen Version bis zu einem Drittel teurer sind als die klassische 2-D-Version schreckt die Fans des räumlichen Bildgenusses kaum ab. Den Aufpreis fürs imposante Bild zahlen sie gerne.

Ganz anders das Szenario zur gleichen Zeit, knappe zwei Kilometer entfernt: In der TV-Abteilung des Elektronikriesen Saturn an Düsseldorfs Nobel-Einkaufsmeile Kö ist von Gedränge wenige nichts zu sehen. Das Verhältnis von Kauf- oder zumindest Technik-Interessenten zu Flachbildfernsehern ist etwa 1 zu 10 – günstigstenfalls. Und so sehr sich die Verkäufer mühen die potenzielle Kundschaft für die Vorteile der in den meisten High-End-Fernsehern längst standardmäßig verbauten 3-D-Bildtechnik zu begeistern, so rechte Faszination will sich nicht entwickeln.

Platz zehn: Alice im Wunderland

Viele Kinobesucher war die kleine blonde Alice, die dem sprechenden Kaninchen mit der Uhr in den Hasenbau und damit ins Wunderland folgt, aus dem Roman von Lewis Carroll bekannt oder einem der Filme, die es im vergangen Jahrhundert schon gegeben hatte. Die Neuverfilmung in 3D von Regisseur Tim Burton zeigte die Fantasie-Geschichte 2010 in neuen Dimensionen. 1,024 Milliarden US-Dollar spielte der Streifen mit Mia Wasikowska in der Hauptrolle und Johnny Depp als verrücktem Hutmacher ein. Das Budget hatte 200 Millionen Dollar betragen.

Bis vor Kurzem war er damit noch der neunterfolgreichste Film weltweit. Jetzt rutschte er einen Platz ab und landet damit gerade noch unter den Top Ten. Zu der Weltpremiere in London waren sogar Prinz Charles und dessen Gattin Camilla, Herzogin von Cornwall, gekommen.

Bild: APN

Räumliche Bilder, so fesselnd sie im Kino sein mögen, so wenig treiben sie das Geschäft mit TV-Geräten in Deutschland. Die Hoffnungen der TV-Hersteller, die zur IFA vergangenen Jahres massiv auf die neuen Megamonitore setzten, die – im Zusammenspiel mit den noch immer kaum vermeidlichen Spezialbrillen – die Fernseh- und Videobilder vor des Zuschauers Auge zum räumlichen Erlebnis werden lassen, haben sich zerschlagen.

Statt des erhofften, markanten Schubs fürs eigene Geschäft herrscht bei den Käufern neuer Fernseher allenfalls gebremstes Interesse am Fernsehen der dritten Art. Rund zwei Drittel der potenziellen TV-Neukäufer in Europa erklärten in einer vergangenes Jahr veröffentlichten Studie von Nielsen, dass sie entweder wahrscheinlich oder sicherlich keinen 3-D-Fernseher kaufen wollen. Und da war die Werbemaschinerie der großen Elektronikkonzerne gerade angelaufen. Auf der IFA in diesem Jahr war 3-D-TV schon nur noch ein Thema unter vielen – und entsprechend weniger wird die Technik mittlerweile beworben.

Immer mehr 3-D-Fernseher werden verkauft

Umso erstaunlicher scheint da, dass die Zahl der verkaufen 3-D-Fernseher – aller geäußerten Zurückhaltung der Zuschauer zum Trotz – kontinuierlich wächst, und zwar ziemlich rasant. Lag der Anteil von 3-D-fähigen Geräten im zweiten Quartal dieses Jahres noch bei gut 20 Prozent aller weltweit verkauften Neugeräte, so wird er im soeben angelaufenen vierten Quartal vermutlich schon deutlich über 25 Prozent liegen. Und besaßen im vergangenen Jahr nur zwei Prozent aller deutschen TV-Haushalte ein entsprechendes Fernsehgerät, so werden es in diesem Jahr wohl schon sechs Prozent sein. Insgesamt wird die Zahl der in Deutschland in diesem Jahr verkauften 3-D-fähigen Fernseher, nach Prognosen des Branchenverbandes gfu, bei rund 3,7 Millionen Geräten liegen. Das wäre mehr als jedes dritte Neugerät.

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